|Leseliebe| „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ von Julie Birkland

Eine romantische Geschichte zu finden, die mich zu 100% überzeugt, ist gar nicht so einfach. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich mit „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ von Julie Birkland im Rahmen einer Leserunde ein Buch vorab lesen durfte, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt hat. Und nun möchte ich – frei nach dem Motto „spread the love“ Euch alle davon überzeugen, ebenfalls zum Auftaktband der „Northern Love“-Trilogie zu greifen. Es folgen 5 Gründe, warum Ihr „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ unbedingt lesen sollt.

Werbung: das Buch wurde mir vom Verlag kosten- und bedingungslos für eine Leserunde zur Verfügung gestellt.

 

Northern Love - Hoch wie der Himmel von Julie Birkland

 

Neustart in Norwegen

Die deutsche Ärztin Annik wagt nach einem schweren Schicksalsschlag zusammen mit ihrem fünfjährigen Sohn Theo einen Neuanfang in Norwegen. Sie steigt in die Gemeinschaftspraxis der Geschwister Solberg ein und fühlt sich dort von Minute eins an gut aufgenommen. Mit einer kleinen Ausnahme: Chirurg Krister, der Älteste der drei Geschwister, zeigt Annik sehr offensichtlich die kalte Schulter. Das alles wäre leicht für Annik zu ertragen, sähe Kristen nicht so verdammt gut aus und würde er nicht dieses nervige Kribbeln in ihrem Bauch verursachen…

 

5 Gründe, warum Ihr „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ unbedingt lesen sollt

Grund 1: das Setting

Wer meine Rezensionen einigermaßen aufmerksam verfolgt, weiß, dass mich eins schon seit langem stört: dass es so viele Romanzen von deutschsprachigen Autorinnen gibt, die in den USA spielen. Irgendwie scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass sich z.B. ein „New Adult“-Roman am besten verkauft, wenn er in den USA (und da bevorzugt in Chicago) spielt. Von einer romantischen Geschichte, die in Norwegen spielt, habe ich seit Ewigkeiten geträumt. Und genau diesen Schauplatz hat sich Julie Birkland für ihre „Northern Love“-Trilogie ausgesucht, yay!

Natürlich hätte mir dieses Setting wenig genützt, hätte es Julie Birkland schlecht umgesetzt. Aber in der Hinsicht kann ich Entwarnung geben, denn man merkt auf jeder Seite, dass ihr Herz für Norwegen schlägt und sie genau weiß, wovon sie schreibt. Das ist nämlich ein weiteres Mysterium in Zusammenhang mit Romanen deutscher Autorinnen aus dem romantischen Genre: ich habe es schon öfters erlebt, dass die den Schauplatz ihrer Geschichte noch nie in Natura gesehen haben. Würde ich mich nicht trauen, über einen Ort zu schreiben, an dem ich noch nie war.

 

Grund 2: der Lokalkolorit

Grund 2 hängt im Grunde genommen mit Punkt 1 zusammen. Denn dadurch, dass Julie Birkland Norwegen gut kennt, tauchen auch viele typisch norwegische Eigenheiten und Spezialitäten im Buch auf. Da gibt es (sehr romantische *hach*) Wochenenden in der unvermeidlichen Hütte, die Ölindustrie wird erwähnt und auch der ein oder andere norwegische Instagram-Hotspot (inklusive der unbelehrbaren Touristen, die diesen in Flipflops zu erklimmen versuchen) findet seinen Eingang in die Geschichte. Das alles hat in mir beim Lesen das Gefühl eines intensiven norwegischen Sommers aufkommen lassen. Das war sooo schön – vor allem in einem Jahr, in dem das echte Reisen keine Option ist. So konnte ich mich zumindest in Gedanken nach Norwegen träumen.

 

Grund 3: die Charaktere

Von Annik und Krister als Hauptcharaktere über die beiden anderen Solberg-Geschwister und dem kleinen Theo bis hin zur kleinsten Nebenrolle – mich haben alle Charaktere begeistert. Sie sind authentisch und liebenswert. Jeder hat sein Päckchen zu tragen – ohne dass es zu schicksalsträchtig und damit unglaubwürdig wird. Entsprechend bin ich schon sehr gespannt, welches Schicksal Kristers Geschwister erwartet, die in den beiden Folgebänden von „Northern Love“ die Hauptrolle einnehmen werden.

 

Northern Love_Teil 1_Julie Birkland

 

Grund 4: der Schreibstil

Dass eine Autorin von romantischen Geschichten einen mitreißenden und super flüssigen Schreibstil hat, der einen quasi durch die Seiten fliegen lässt, dürfte kaum jemanden überraschen. Aber bei Julie Birkland möchte ich herausheben, wie wunderbar elegant und subtil sie die (für den Verlauf der Geschichte dringend notwendigen) Wechsel der Perspektive eingebaut hat. Da gibt es keine abwechselnden, mit „Annik“ und „Krister“ überschriebenen Kapitel, die in der Ich-Perspektive verfasst sind. Sondern es gibt einen übergeordneten Erzähler, der entweder aus Anniks oder Kristers Sicht berichtet. Der Wechsel zwischen diesen Positionen vollzieht sich komplett fließend und ohne, dass man es als Leser wirklich merkt. Das hat mich sehr begeistert.

 

Grund 5: das nachvollziehbare Drama am Ende

Zu jeder Romanze scheint es zu gehören, dass gegen Ende noch einmal ein großes Problem auftaucht, dass die beiden Protagonisten an den Rande einer endgültigen Trennung bringt. Einerseits verständlich, denn so hat das Buch einen echten Höhepunkt, der im Idealfall den Leser atemlos vor Spannung zurücklässt. Leider sieht die Realität häufig anders aus. Wie oft habe ich dieses Drama kurz vor Schluß nur noch überflogen, weil es mich gelangweilt hat. Denn eine Wendung in einer Geschichte, die quasi aus dem Nichts kommt und bei der offensichtlich ist, dass diese nur in das Buch geschrieben wurde, damit es gegen Ende noch einmal abgeht, kann mich definitiv nicht fesseln. Besonders nervig wird es, wenn es ein Problem ist, das leicht vermieden werden hätte können, wenn die beiden Protagonisten einfach den Mund aufgemacht und miteinander geredet hätten.

Zum Glück ist „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ meilenweit von so einem unbefriedigenden Ende entfern. Klar, auch hier wird es auf den letzten Seiten noch einmal ernst und dramatisch. Aber auf dieses Ende wird auf den ganzen Seiten davor zielstrebig hingearbeitet. Mit dem Ergebnis, dass ich den Konflikt zwischen Annik und Krister total nachempfinden konnte und als logisch erlebt habe. So habe ich bis zur letzten Seite mit den beiden gefiebert und mich zu keiner Sekunde gelangweilt.

 

Minikleiner Kritikpunkt

Ich habe mir das Hirn zermartert, was mir an „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ nicht gefallen hat. Und als einziger, minikleiner Kritikpunkt ist mir eingefallen, dass das Buch ruhig ein paar Seiten länger hätte sein können. Ich hätte Annik und Krister so gerne noch ein bisschen weiter begeleitet. Die Atmosphäre ihrer Geschichte war einfach so schön heimelig, dass ich sie nicht verlassen wollte. Hach, und ich vermisse das Kribbeln zwischen den beiden…

 

Fazit

Wenn Ihr auf der Suche nach einer herzerwärmenden Geschichte seid, in der die Funken zwischen den Hauptdarstellern fliegen, kauft dieses Buch! Es lässt Euch zumindest in Gedanken nach Norwegen reisen und dieses wundervolle Land mit seiner gigantischen Natur erleben. Für mich zählt „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ definitiv zu den Lesehighlights 2020. Schon allein, weil endlich mein Wunsch nach einer Romanze mit norwegischem Setting erfüllt wurde. Kann es nicht ganz schnell der 01.11.2020 werden? Ich brauche unbedingt Nachschub und bin schon sehr gespannt auf die Geschichte von Kristers kleinem Bruder Espen…

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