|Leseliebe| Mein Lesemonat April 2021

Die nicht gerade überbordenden Freizeitmöglichkeiten in der aktuellen Situation tun meiner Lesestatistik noch immer unglaublich gut. Denn auch im Lesemonat April 2021 habe ich es geschafft, 10 Bücher zu beenden. Angesichts der Tatsache, dass ich im Schnitt 7 bis 8 Bücher pro Monat lese, ist das eine wirklich stattliche Zahl. 2 Bücher waren auf Englisch und 8 auf Deutsch.  Außerdem teilen sich diese 10 Bücher in 4 klassische Bücher und 6 E-Books auf.

Wie mir die Bücher aus meinem Lesemonat April 2021 gefallen haben, davon möchte ich Euch in diesem Beitrag erzählen.

Super gute Bücher

Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells

 

„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Nachdem ich im Dezember letzten Jahres zum ersten Mal ein Buch von Benedict Wells gelesen (und geliebt!) habe, habe ich mir geschworen, nach und nach die anderen Werke des Autors zu lesen. Zum Auftakt des Lesemonats April 2021 stand mit „Vom Ende der Einsamkeit“ sein bis dato erfolgreichster Roman auf meiner Leseliste. Und der hat mich nicht enttäuscht.

Ich mochte die Geschichte eines kleinen Jungen, der selbst zum Mann und Vater wird, und der „unterwegs“ einige sehr einschneidende Erlebnisse zu verdauen hat, sehr gerne. An vielen Stellen war es total traurig und melancholisch, jedoch ohne zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Auch empfand ich die Geschichte als sehr authentisch, da ich durchgehend das Gefühl hatte, dass viel vom echten Benedict Wells in diesem Buch steckt.

Ein toller Roman über das Erwachsenwerden, der eindrücklich aufzeigt, wie sehr uns Erlebnisse aus der Kindheit für unser ganzes Leben prägen. An der Stelle möchte ich noch erwähnen, dass sich auch die beiden älteren Geschwister in ihrer Unterschiedlichkeit nachdrücklich in mein Gedächtnis eingeprägt haben.

 

Die Schweigende von Ellen Sandberg

 

„Die Schweigende“ von Ellen Sandberg

Dieses Buch beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der Bundesrepublik: die Behandlung der Heimkinder nach 1945. Ellen Sandberg schafft es in ihrem Roman, aufzurütteln – und gleichzeitig einen großartigen Spannungsbogen aufzubauen. Mehr erfahrt Ihr hier.

 

Don't Leave Me von Lena Kiefer

 

„Don’t Leave Me“ von Lena Kiefer

Lena Kiefer hat sich innerhalb eines knappen Jahres ganz nach oben in der Hitliste meiner liebsten Autor|innen gearbeitet. Ich liebe einfach ihren Schreibstil und die Komplexität ihrer Handlungsstränge. Ich kann es kaum erwarten, bis der Auftaktband zu ihrer neuen Fantasy-Reihe „Knights“ im September erscheinen wird.

Entsprechend war ich auch ein bisschen zögerlich, zu „Don’t Leave Me“ zu greifen. Würde das Ende doch bedeuten, dass ich eine ganze Weile auf Nachschub von Lena Kiefer warten muss. Außerdem hatte ich, das gebe ich ganz ehrlich zu, ein bisschen Angst vor Lenas „Ideen“. Schafft sie es doch immer wieder, ihre Protagonisten in ausweglose Situationen zu manövrieren, die beim Leser kalten Angstschweiß ausbrechen lassen.

Das Leseerlebnis bei „Don’t Love Me“ entpuppte sich auch als genau diese von mir prognostizierte Achterbahnfahrt. Das war definitiv kein reines „New Adult“ sondern ging beinahe in Richtung Thiller. Ganz großes Kino, diese „Don’t …“-Reihe. Denn während Teil 1 eine klassische, heiße Romanze war, erinnerte mich Band 2 an einen Urlaubsroman mit Krimielementen und im Abschlussband kam besagte Justizthriller-Komponente hinzu (irgendwie musste ich gerade an „Die Firma“ denken, ein Buch, das ich vor vielen Jahren auf dem Höhepunkt des Hypes gelesen habe. Damals, als Tom Cruise noch cool war…).

Die Charaktere sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass es mir echt schwer fiel, den Kosmos von Kenzie und Lyall zu verlassen. Ich spiele jetzt schon mit dem Gedanken, den ersten Band noch einmal zu lesen oder mir als Hörbuch zu holen.

 

Honigherzen von Mina Teichert

 

„Honigherzen“ von Mina Teichert

Awww, dieses Buch über eine verwitwete Schauspielerin, die gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter und ihrer Schwester einen Neuanfang auf einem alten Bauernhof wagt, hat das Prädikat „Wohlfühlbuch“ absolut verdient. Perfekt zum Einkuscheln auf der Couch bei schlechtem Wetter oder auch als Urlaubslektüre bei strahlendem Sonnenschein.

Hier gibt es mehr Details von mir.

 

Iss das jetzt, wenn du mich liebst von Bianca Nawrath

 

„Iss‘ das jetzt, wenn du mich liebst“ von Bianca Nawrath

Don’t judge a book by its cover! Von außen mag dieses Buch an eine Schwangerschaftsgeschichte oder einen Ratgeber über Ernährung erinnern. Tatsächlich handelt es von Migration, dem Kampf der Kulturen, dem schwierigen Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern und der Liebe. Das alles vor der Kulisse einer ausschweifenden Hochzeit in der polnischen Provinz – garniert mit Rückblicken in die Kindheit der Protagonistin.

Mir hat diese tragikomische Erzählung wahnsinnig gut gefallen. Manchmal kamen mir die Tränen, ein paar Seiten später musste ich wieder lachen. Außerdem hat Bianca Nawrath es geschafft, meinen Horizont zu erweitern, den als jemand, der in Deutschland als Kind deutscher Eltern geboren wurde (und on top auch noch „typisch deutsch“ aussieht), kann ich nur versuchen, mich in Menschen, die zwischen den Kulturen aufwachsen und entsprechend oft zwischen den Stühlen sitzen, hinein zu fühlen. Dabei hat mir dieses Buch geholfen. Für mehr Details klickt hier.

 

Die Weinbergfrauen von Brigitte Guggisberg

 

„Die Weinbergfrauen“ von Brigitte Guggisberg

Das war ein Lesetipp meiner Mutter. Was kann ich sagen, für mich hat dieser Tipp absolut funktioniert, denn ich habe das Buch an nur einem Tag in meinem Lesemonat April 2021 verschlungen. Die Geschichte von drei ungleichen Frauen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen  – und doch schicksalshaft miteinander verbunden – auf einem nicht mehr ganz taufrischem Weingut landen, hat mich an einen typischen ARD-Freitagabendfilm erinnert. Prädikat „Buch mit Wohlfühlgarantie“!

 

Heartbreak Boys von Simon James Green

 

„Heartbreak Boys“ von Simone James Green

Auf dieses Buch bin ich im Lesemonat April 2021 aufmerksam geworden, weil ich es in einer Programmvorstellung des „One“-Verlags entdeckt habe. Da es sich um ein englischsprachiges Buch handelt, stand für mich schnell fest, dass ich es im Original lesen und nicht auf die deutsche Übersetzung warten möchte. Ich habe es zu keiner Sekunde bereut, denn „Heartbreak Boys“ hat einfach so unglaublich viel Charme! Diese Art, „Young Adult“-Geschichten zu erzählen, kriegen irgendwie US-Autor|innen am besten hin.

Es geht um jeweils zwei gleichgeschlechtliche „Highschool Couples“, die in der Prom Night ein riesen Drama veranstalten. Denn es kommt heraus, dass ein Junge aus Paar 1 mit einem Jungen aus Paar 2 zusammen ist. In der Folge tun sich die beiden betrogenen Boys zusammen und erleben einen zunächst eher ausbaufähigen gemeinsamen Sommer. Erst im Laufe eines Roadtrips steigt die Laune…

Nebenbei arbeiten die beiden ihre gemeinsame Vergangenheit auf – und haben bei mir mit einer Art „Fake Instagram Profil“, auf dem sie ihre Ferien viel glamouröser inszenieren, als sie tatsächlich sind, für viele Lacher gesorgt.

Eine Herzensempfehlung für alle, die auch „Love, Simon“ oder „Red, White and Royal Blue“ gemocht haben.

 

Gutes Buch

Alles, was du für mich bist von Nora Welling

 

„Alles, was du für mich bist“ von Nora Welling

Auf den ersten Blick klingt dieses Buch nach einem typischen „New Adult“-Roman. Ich fand die Geschichte von der Physiotherapeutin Nuria und dem im Rollstuhl sitzenden Ex-Kitesurfer Luis aufgrund des Settings (Spanien) und Nurias Charakterzeichnung (demisexuell – sie empfindet keine wirkliche Anziehung) jedoch als recht außergewöhnlich. Allerdings muss ich an der Stelle einschieben, dass mir trotzdem ein bisschen die fliegenden Funken  gefehlt haben. Hier erzähle ich Euch mehr davon.

 

Not My Cup of Tea

Arsene Lupin und Love Breaker

 

„Arsene Lupin vs. Sherlock Holmes“ von Maurice Leblanc

Das Buch habe ich mit dem Buchclub gelesen. Obwohl ich es schlussendlich in die Kategorie „Not My Cup of Tea“ gepackt habe, bin ich ein bisschen zwiegespalten. Denn einerseits fand ich diesen Krimi stellenweise eher langatmig und schwer zu verfolgen, andererseits hatte die Geschichte durchaus Witz und Esprit. Das kam vor allem in den Momenten zur Geltung, in denen sich Sherlock Holmes als Egomane selbst demaskiert hat – häufig auf Kosten des armen Watson, den er immer wieder komplett überfahren oder vernachlässigt hat.

Arsene Lupin hingegen bleibt ein bisschen blass. Was vor allem daran liegen mag, dass kaum Passagen aus seiner Sicht erzählt werden. So blieb er bis zum Schluss eine Art Phantom.

Ihr seht, ich kann mich nicht so recht entscheiden. Also lautet mein Fazit in etwa: ich bin froh, das Buch gelesen zu haben, zu weiteren Bänden werde ich eher nicht greifen.

 

„Love Breaker“ von Kate Meader

Was sich nach einer locker-spritzigen Love Story zwischen einem Anwalt (ich liebe Settings im Juristenmillieu!) und einer Hochzeitsplanerin angehört hat, war mir dann doch zu nichtssagend. Falls Euch trotzdem meine ausführliche Rezension interessiert: klickt hier.

 

Das war mein Lesemonat April 2021! Lasst uns auch den Mai 2021 zu einem erfolgreichen machen – egal ob bei Sonnenschein oder Regen.

 

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