|Leseliebe| Mein Lesemonat September 2020

Da wollte ich Euch schon den schlechtesten Lesemonat des Jahres 2020 präsentieren. Und was ist passiert? Ich habe vergessen, einen Titel in meine Excel-Tabelle einzutragen. Nun ist der Lesemonat September 2020 mit 7 Büchern doch ein ganz normaler (=durchschnittlicher) Lesemonat geworden.

Trotzdem wage ich zu sagen, dass mein Aktivurlaub daran schuld war, dass es nicht mehr als diese 7 Bücher geworden sind, die sich in 6 E-Books, 1 klassisches Buch und 1 Hörbuch aufteilen.

Ein echtes Jahreshighlight war bei diesen sieben Büchern nicht dabei. Dafür 6 gute Bücher (die ich deshalb gemeinschaftlich auf Platz 1 bzw. 2 gesetzt habe) und nur eins, das mir nicht gefallen hat. Entsprechend fällt auch mein qualitatives Fazit zum Lesemonat September 2020 positiv aus.

 

Lesemonat September 2020 Platz 1

 

1. „Die Insel der wilden Träume“ von Susanne Braun

Die Biografie einer deutschen Tierärztin, die nach Island auswandert? Die nebenbei auch noch Islandpferde züchtet? Das ist mein Thema! Wenig überraschend hat mir dieses Buch deshalb auch richtig gut gefallen. Ich mochte den ungeschönten und trotzdem begeisterten Blick von Susanne Braun auf die raue Insel im hohen Norden. Meine ausführlichen Gedanken zu diesem Buch findet Ihr hier.

 

1. „Beat It Up“ von Stella Tack

Geschichten, die (im weitesten Sinne) im Musikbusiness spielen, und ich – das geht gerne mal schief. Zu viele Rockstar-Romane sind mir bereits untergekommen, die eher an eine Fanfiction denn an einen echten Roman erinnern. Trotzdem wollte ich „Beat It Up“ unbedingt eine Chance geben. Vor allem weil ich „Kiss Me Once“ von Stella Tack so gerne mochte.

Glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht. Denn mir hat das Hörbuch um eine Pianistin, die mit dem absoluten Gehör „gesegnet“ ist (die Anführungszeichen haben an der Stelle eine echte Bedeutung, denn oft ist diese Eigenschaft vielmehr Fluch denn Segen für Protagonistin Summer), und DJ Gabriel – der zu allem Überfluss auch noch der Intimfeind des Zwillingsbruders von Summer ist – super gefallen. Ich mochte die Art und Weise, wie Stella Tack die Charaktere gezeichnet hat, ihren Humor und ihre spitzige Art zu erzählen. Außerdem fand ich das Setting auf einem Festival, das an mehreren Orten stattfindet und so einmal quer durch die USA führt, großartig. Hier ist es Stella Tack ganz wunderbar gelungen, die Atmosphäre einzufangen. Mit Ausnahme des finalen Dramas am Ende (das ja bekanntermaßen nicht zu meinen liebsten Stellen in Büchern gehört) war das eine richtig tolle Geschichte. Ich würde mir für den ein oder anderen Charakter aus „Beat It Up“ ein eigenes Buch wünschen.

 

1. „When We Fall“ von Anne Pätzold

Nachdem ich den ersten Teil dieser Trilogie so gerne mochte, stand für mich fest, auch Teil 2 muss ich direkt nach Erscheinen unbedingt lesen. Das hat sich definitiv gelohnt, denn wie bereits im ersten Band bin ich noch immer ganz verliebt in die ruhige Art und Weise, wie Anne Pätzold die Geschichte um eine sehr introvertierte amerikanische College-Studentin und einen koreanischen K-Pop-Star erzählt. Einzig und allein das Gefühl, dass es in „When We Fall“ an der ein oder anderen Stelle ein bisschen Leerlauf gegeben hat, hält mich davon ab, noch euphorischer auf diesen Zwischenband zurückzublicken. Meine komplette Rezension findet Ihr hier.

 

 

Lesemonat September 2020 Platz 2

 

2. „Die Schule meines Lebens“ von Matze Hielscher

„Hotel Matze“, den Podcast von Matze Hielscher, höre ich regelmäßig. Entsprechend gespannt war ich, wie er sich als Autor präsentieren würde. Erfreulicherweise wurde ich nicht enttäuscht, denn ich fand es spannend zu lesen, wie er auf die Gespräche mit seinen ehemaligen Gästen zurückblickt. Ich konnte sogar richtig etwas aus diesem Buch mitnehmen und habe mir einige Stellen markiert. Hier kommt Ihr zu meiner Rezension.

 

2. „Streulicht“ von Deniz Ohde

Ein Wohlfühlbuch ist etwas anderes. Nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen) hat mich Deniz Ohde mit ihrem schonungslosen Blick auf eine Kindheit mit Migrationshintergrund in der Arbeiterklasse sehr beeindruckt. Das Gefühl des Nicht-Dazugehörens wurde extrem plastisch (und verstörend) beschrieben. Genau wie das wiederholte Scheitern am sozialen Aufstieg. Ich bin sehr gespannt, wie weit es dieser Shortlist-Titel beim Deutschen Buchpreis bringen wird. (Link zu meiner Rezension).

 

2. „Liebestöter“ von Alma Bayer

Ich hatte (vielleicht auch wegen meines zu dem Zeitpunkt noch in Planung befindlichen Urlaubs in Berchtesgaden) richtig Lust auf einen Regionalkrimi. Aus diesem Grund ist das zweite Buch von Alma Bayer auf meiner Leseliste für den Lesemonat September 2020 gelandet. Die Geschichte um einen Rosenheimer Kommissar a.D., seiner Tochter in der Rolle der Ermittlungshelferin und einem Mordanschlag im „feministischen Milieu“ hat mich nicht enttäuscht. Denn sie war witzig, mit viel Lokalkolorit und spannend. Nur gegen Ende war mir die Lösung ein kleines bisschen zu einfach. Ab zur Rezension geht es hier.

 

 

Wenn Liebe eine Farbe hätte von Leonie Lastella

 

6. „Wenn Liebe eine Farbe hätte“ von Leonie Lastella

Der einzige „Fail“ im Lesemonat September 2020. Dabei hatte ich mir einiges von dieser „New Adult“-Geschichte versprochen, hatte Leonie Lastella bei einer Live-Session auf Instagram doch erzählt, dass sie mit Jana Lukas, einer meiner liebsten Autorinnen im „romantischen Genre“ befreundet ist. Umso größer war meine Enttäuschung, dass mich „Wenn Liebe eine Farbe hätte“ nicht richtig gefangen nehmen konnte. Dabei war das Setting in einem amerikanischen Küstenstädtchen grandios. Aber die Tatsache, dass von Anfang an klar war, dass ein großes Geheimnis zwischen den beiden Protagonisten steht (von dem auch noch klar war, um was genau es sich handelt), hat mich sehr gestört. Denn so war offensichtlich, dass die beiden auf einen riesigen Konflikt zusteuern – der allein durch Kommunikation hätte vermieden werden können. Das – und die Tatsache, dass ich mich nicht komplett mit den Hauptdarstellern identifizieren konnte – hat für mich den Zauber der Geschichte genommen. Schade. Fehlende Kommas beim „Infinitiv mit zu“ waren ein weiterer Störfaktor, der mir überhaupt nicht gefallen hat.

 

Das war mein Lesemonat September 2020! Ich bin gespannt, was der Lesemonat Oktober 2020 bringen wird. Bislang lässt er sich bei mir nicht schlecht an… Euch wünsche ich ebenfalls viel Freude beim Lesen.

 

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