|Leseliebe| „Die Insel der wilden Träume“ von Susanne Braun

Alle, die mich ein bisschen kennen, wissen, dass ich tief im Herzen noch immer ein Pferdemädchen bin. Um ganz genau zu sein: ein „Islandpferdemädchen“. Und so schlug mein Herz sofort höher, als ich gesehen habe, dass mit „Die Insel der wilden Träume: mein Leben auf Island“ von Susanne Braun die Biografie einer deutschen Tierärztin, die nach Island ausgewandert ist, erschienen ist.

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Die Insel der wilden Träume von Susanne Braun

 

„Pferdemädchen“

Susanne Braun lebt die Biografie eines klassischen Pferdemädchens (einmal auf ein Shettlandpony gesetzt – und es war um sie geschehen) und liebt von Kindesbeinen an ganz besonders die Islandpferde. Und natürlich verliebt sie sich auch in die Insel, von der die Pferde stammen. Als sich ihr als erwachsene Tierärztin die Chance bietet, nach Island auszuwandern, ergreift sie diese Gelegenheit beim Schopf. Von nun an lebt sie ihren ganz persönlichen Pferdetraum. Als Pferdetierärztin, Chiropraktikern für eben diese Tiere und mit einer eigenen Pferdezucht auf der rauen Insel.

 

Bestes Beispiel für eine mitreissende Biografie!

Mir begegnen immer wieder Menschen, die sagen, dass sie sich nicht vorstellen können, eine Biografie zu lesen. Dass sei doch viel zu trocken! Eine Meinung, der ich mich nicht anschließen kann. Und ganz besonders nicht, wenn ich ein Buch wie „Die Insel der wilden Träume“ lese. Denn ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen und habe die Lebensgeschichte von Susanne Braun binnen 24 Stunden (an einem Vollzeitarbeitstag!) beendet. So spannend und kurzweilig war die Lektüre.

 

Die Insel der wilden Träume von Susanne Braun

 

Licht und Schatten der Insel

Mir hat super gefallen, wie Susanne Braun ihr Leben auf Island schildert. Denn sie konzentriert sich nicht nur auf die Sonnenseiten sondern beschreibt auch die Dinge, die nicht so glatt gelaufen sind.

Ich denke, beinahe jeder Deutsche hegt – nicht erst seit dem isländischen Fußballmärchen – eine Grundsympathie gegenüber diesem wilden, lustigen Volk aus dem hohen Norden. Absolut verständlich, denn es ist schon alleine bewundernswert, wie es die Isländer mit einer gehörigen Portion Pragmatismus schaffen, auf ihrer unwirtlichen Insel zu überleben. Aber wie jedes andere Volk, haben auch die Isländer gewisse nicht ganz so einfache Eigenheiten. So muss man sich als Deutscher erst an die Kungeleien gewöhnen, die ihre Ursache in der dünnen Besiedlung Islands haben (weshalb jeder mit jedem verwandt ist). Die manchmal eher unkonventionelle und laxe Art und Weise, mit Problemen umzugehen, kann ebenfalls herausfordernd für uns sehr direkte und zuverlässige Deutsche sein.

 

Licht und Schatten im eigenen Leben

So zeichnet Susanne Braun in „Die Insel der Träume“ ein zwar sehr liebevolles und positives – aber nichtsdestotrotz ehrliches Bild ihrer neuen Heimat. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, ihre Erfolgsgeschichte auf Island zu verfolgen. Genau wie ihre persönlichen Ups and Downs. Sehr eindrucksvoll fand ich z.B., wie sie einen einschneidenden Schicksalsschlag in ihrem Familienleben schildert. Ich konnte ihren Schmerz beim Lesen fühlen.

 

Die Insel der wilden Träume von Susanne Braun

 

Hervorheben möchte ich außerdem den tollen Bildteil. Mit professionellen Fotos und Bildern aus Susanne Brauns Privatarchiv. An der Stelle darf ich es nicht versäumen, das Cover zu erwähnen. Denn wie wunderschön ist dieses Foto! Wenn man so einen erhabenen Schimmel sieht, muss man meine Jahrzehnte überdauernde Liebe zu den Islandpferden einfach verstehen, nicht wahr? Sie haben einfach die schönsten „Frisuren“.

Ihr seht, ich hatte sehr viel Spaß mit Susanne Brauns Erzählungen von ihrer wilden Insel. Schreckt also nicht vor Biografien zurück. Denn die können genauso spannend sein wie eine Fiktion.

 

3 Kommentare

  1. 21. September 2020 / 10:13

    Ich bin zwar nicht so sehr Pferdemädchen (wobei ich tatsächlich die Serie „Heartland“ seit vielen Jahren liebe), aber Islandfan. Da höre ich bei so einem Buchtitel auch gleich auf. 😉

    • glimrende
      Autor
      26. September 2020 / 19:35

      Man muss kein Pferdefan sein, um die Biografie zu mögen, denke ich. Denn man erfährt generell viele über Island – und nicht nur über Pferde 🙂

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