|Leseliebe| „Die Schule meines Lebens“ von Matze Hielscher

Den Podcast „Hotel Matze“ habe ich abonniert. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht alle Folgen hören. Denn da es ein Interviewformat ist, interessieren mich manche Gäste einfach zu wenig, als dass ich mir anderthalb bis zwei Stunden Talk mit ihnen anhören würde. Trotzdem bin ich von der Interviewtechnik und der Einfühlsamkeit von Matze Hielscher absolut überzeugt. Weshalb für mich schnell feststand, dass ich sein Buch „Die Schule meines Lebens“ unbedingt lesen möchte.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Die Schule meines Lebens von Matze Hielscher

 

Lebensratgeber und Biografie

Ich würde „Die Schule meines Lebens: Weisheiten und Lebenstricks von ziemlich außergewöhnlichen Menschen“ von Matze Hielscher, einem von Deutschlands bekanntesten Podcastern, als Mischung aus Lebensratgeber und Biografie bezeichnen. Denn er erzählt zum einen von seiner persönlichen Entwicklung (wie wenig er selbst z.B. die Schule gemocht hat und wie er versucht, trotzdem unvoreingenommen an die noch junge Schulkarriere seines Sohnes heranzugehen). Zum anderen stehen bei der überwiegenden Anzahl der Kapitel die Interviews mit seinen Gästen im Fokus. Er erzählt davon, wie es war, die jeweiligen Prominenten zu interviewen und was für ihn die wichtigsten Dinge waren, die er aus den Gesprächen mitgenommen hat.

 

Aha-Erlebnisse und viele kluge Sätze

Genau wie im Podcast selbst, haben mich auch in „Die Schule meines Lebens“ die einzelnen Interviewpartner mal mehr und mal weniger interessiert. Allerdings habe ich mich im Buch auf alle Personen eingelassen und kein einziges Kapitel übersprungen. Was zu einigen Überraschungen und Aha-Momenten geführt hat.

Beispiel gefällig? Den bereits verstorbenen Modeblogger Carl Jakob Haupt kannte ich z.B. vor der Lektüre von „Die Schule meines Lebens“ überhaupt nicht. Ausgerechnet er liefert jedoch die eindrücklichste Szene im ganzen Buch. Hat er doch die Ereignisse des Jahres 2020 quasi vorausgesagt!

Ich habe mir sogar ein paar Sätze notiert. Wie zum Beispiel den Merksatz für ein wirklich gutes Gespräch, einen echten Diskurs: „Der andere könnte recht haben!“ Oder einen wunderschönen Satz, der gleichzeitig ein wundervolles Kompliment darstellt: „Du gibst zu den schönsten Hoffnungen Anlass.“

 

Die Schule meines Lebens von Matze Hielscher

 

Therapie muss kein Tabu sein

Beim Lesen von „Die Schule meines Lebens“ ist mir zudem aufgefallen, wie viele der Interviewpartner in ihren Gesprächen mit Matze Hielscher freimütig zugeben, dass sie in Therapie sind. Das finde ich ein tolles Signal an die Gesellschaft. Nora Tschirner fasst alles, was an der gegenwärtigen Tabuisierung von psychischen Problemen und deren Behandlung falsch ist, ziemlich gut zusammen:

 

„Es ist für mich ein gesellschaftliches Missverständnis, dass Leute, die in Therapien gehen, kranke Menschen sind. Für mich sind das die Gesündesten, weil sie merken, hier stimmt etwas nicht und ich muss jetzt mal kurz gucken.“

 

Fazit

Mir haben Matze Hielschers persönliche Interviewhighlights und Gedanken sehr gut gefallen. „Die Schule meines Lebens“ ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mir einige schöne Sätze und Gedankengänge geschenkt hat. Diese werde ich in meinem „Journal“ notieren und hoffentlich immer wieder zu ihnen zurückblättern. Danke dafür, Matze Hielscher!

 

4 Kommentare

  1. 16. September 2020 / 21:25

    Ich muss zugeben, dass ich selten Biografien lese – eher Thriller. Vielleicht ist das Buch versuchswert :). Danke für dein Review.

    Liebe Grüße
    Alicja (https://www.miss-alice.net)

    • glimrende
      Autor
      17. September 2020 / 19:47

      Hallo Alicja,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich bin jemand, der recht vielseitig liest (allerdings tatsächlich nur sehr ungerne Thriller 😉 ). Und ich weiß, dass viele vor Sachbüchern oder Biografien zurückscheuen. Aber ich kann echt jedem raten, es einfach mal zu probieren. Denn Biografien z.B. können echt genau so spannend wie Fiktion sein.

      Viele Grüße.

      Steffi

  2. 17. September 2020 / 13:27

    Das klingt nach einer sehr schönen und vor allem bereichernden Lektüre!

    • glimrende
      Autor
      17. September 2020 / 19:42

      Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ja, mir hat dieses Buch echt etwas gegeben. Ich mag es, wenn mich eine Lektüre zum Nachdenken anregt.

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