|Leseliebe| „When We Fall“ von Anne Pätzold

„When We Dream“ von Anne Pätzold – den ersten Teil der Reihe um ein „Girl Next Door“ und den Star einer japanischen K-Pop-Band – habe ich im Mai gelesen und sehr geliebt. Deshalb stand für mich außer Frage, dass ich auch „When We Fall“, den zweite Teil, unbedingt würde lesen müssen. Und genau das habe ich in den vergangenen Tagen in die Tat umgesetzt.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

When We Fall von Anne Pätzold

 

Nach dem großen Cliffhanger von Band 1

„When We Dream“ endete mit einem bösen Cliffhanger. Etwas, was ich eigentlich gar nicht mag. Anne Pätzold habe ich diesen Kniff verziehen, da sie ansonsten im ersten Band nicht den Eindruck erweckt hat, unnötiges Drama zu benötigen, um eine mitreißende Geschichte erzählen zu können.

Zum Glück sollte ich recht behalten. Denn obwohl Ella insbesondere zu Beginn von „When We Fall“ eine schwere Zeit durchläuft, wird das nie überdramatisiert. Ja, sie fühlt sich wie der einsamste Mensch auf Erden. Denn der Kontakt zu Jae-yong ist abgebrochen, ihre beiden Schwestern reden nicht mehr mit ihr und ihre beste Freundin weilt noch immer am anderen Ende der Welt. Für einen sehr introvertierten Menschen wie Ella, der sowieso dazu neigt, sich viel zu viele Gedanken zu machen und nur wenig Kontakt zur Außenwelt hat, eine schier unerträgliche Situation.

Aber wie so vieles im Leben, auch das wird besser. Es ist als Leser schön zu beobachten, wie Ella langsam aus ihrem Schneckenhaus zurückkommt. Wie man merkt, dass auch sie als sehr zurückgezogen lebende Person trotzdem andere Menschen in ihrem Leben braucht.

 

Realistischer Einblick in die K-Pop-Industrie und Spannung ohne großes Drama

Über die Fortentwicklung von Ellas Beziehung zu Jae-yong möchte ich an der Stelle nicht zu viel verraten, denn das alles würde in einem Spoiler enden. Trotzdem möchte ich erneut meiner Faszination Ausdruck verleihen, wie gut Anne Pätzold diese fremde, koreanische Popwelt beschreibt. Dank des Eiskunstlaufens habe ich ein paar klitzekleine Einblicke in die Art und Weise, wie Koreaner Fankult ausleben, und kann mir deshalb sehr gut vorstellen, dass die K-Pop-Industrie genauso funktioniert, wie Anne Pätzold es beschreibt.

Auch bin ich noch immer fasziniert, wie sie es schafft, die Geschichte von Ella und Jae-yong auf ihre ruhige Art zu erzählen, ohne den Leser zu langweilen. Das macht ihre Bücher so einzigartig für mich. Anne Pätzold benötigt keine großen Dramen, um eine Grundspannung zu erschaffen. Trotzdem stand Band 2 für meinen Geschmack ab und zu kurz davor, zu gemächlich zu werden. Jedoch hat sie immer wieder die Kurve bekommen, so dass das ein wirklich kleiner Kritikpunkt bleibt.

 

When We Fall von Anne Pätzold

 

Einblick in die Welt der Introvertierten

Wundervoll finde ich auch die Art und Weise, wie Anne Pätzold sowohl in „When We Dream“ als auch in „When We Fall“ Ellas Charakter mit Leben erfüllt. Man merkt an jeder Gefühlsregung von Ella, dass sie als Autorin genau weiß, wie es ist, ein sehr introvertierter Mensch zu sein, dem die Welt da draußen meist viel zu laut und aufdringlich ist. Dafür ganz viel Liebe, denn ich denke, es gibt einige Leser, die sich in Ella wiederfinden werden. Und wenn mich die letzten Wochen und Monate eins gelehrt haben, dann dass es wichtig ist, zu wissen, dass man nicht der einzige Mensch ist, der auf eine bestimmte Art und Weise empfindet.

 

Thank God – keine Perspektivwechsel

Für mich ist außerdem ein großes Plus der Bücher, dass Anne Pätzold beinahe ausschließlich aus der Sicht von Ella schreibt. Denn neben dem Fakt, dass ich harten Perspektivwechseln generell kritisch gegenüberstehe (also dem klassischen „Kapitel 1 – Sicht von X“, Kapitel 2 – Sicht von Y“ etc.), denke ich, dass es schwierig geworden wäre, die K-Pop-Welt von Jae-yong so zu durchdringen, dass man ganze Kapitel aus seiner Perspektive hätte realistisch darstellen können.

 

Und nun?

Am Ende gab es erneut einen kleinen Cliffhanger, der aber bei weitem nicht so fies war, wie der im ersten Band. Ich freue mich sehr, dass „When We Hope“ – das große Finale der Trilogie – am 21.12.2020 (kurz vor Weihnachten) erscheinen wird.

2 Kommentare

  1. 17. September 2020 / 16:39

    Hallo liebe Steffi,
    ich freue mich, dass dir dieses Buch so gut gefallen hat. Ich muss sagen, dass du mich mit deinen Worten sehr neugierig gemacht hast. Sowohl was die Protagonistin, als auch die koreanische Komponente angeht. Momentan muss ich leider etwas vorsichtig sein, was Neuzugänge angeht. Aber das Buch werde ich im Blick behalten. Das könnte was für mich sein.

    Ich wünsche dir einen ganz wundervollen Start ins Wochenende.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • glimrende
      Autor
      17. September 2020 / 19:52

      Hallo Tanja,

      ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Dir die Reihe von Anne Pätzold gefallen könnte 🙂

      Aber ich verstehe auch, wenn Du erst einmal andere Bücher „abarbeiten“ möchtest.

      Viele Grüße.

      Steffi

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