|Leseliebe| Mein Lesemonat November 2019 – und mehr

Ich habe mir überlegt, meinen Lesemonat November 2019 mit einem kleinen, allgemeinen Rückblick auf meinen November zu kombinieren. Irgendwie bin ich im November aus den „Leselaunen“ ausgestiegen, weshalb es nur wenig „Privates“ von mir zu lesen gab.

 

Lesestatistik

Kommen wir zunächst zum eigentlichen Inhalt vom Lesemonat November 2019. Lesetechnisch lief der Monat mega, denn ich habe 9 Bücher beendet. Diese teilen sich auf in 4 klassische Bücher, 3 Hörbücher, 1 E-Book und 1 Graphic Novel. Für mich ein ungewöhnlicher Mix, denn normalerweise dominieren bei mir die E-Books. Die stattliche Anzahl der Hörbücher (inklusive langer „Wälzer“ mit um die 20 Stunden Hörzeit) deutet darauf hin, dass ich viel (alleine) Auto gefahren bin. Und viel geputzt habe…

 

Was sonst so geschah…

Bevor wir zum Inhalt der Bücher kommen, möchte ich allgemein auf den November 2019 zurückblicken. Wenn ich dem Monat ein Label geben müsste, würde ich ihn als „emotional turbulent“ bezeichnen.

 

Blumen

Manchmal bekomme sogar ich Blumen… <3

 

  • Ich habe es geschafft, zu vergessen, dass man den Butternut Kürbis tunlichst schälen sollte. So braucht man sich nicht zu wundern, wenn er als „Hasselback-Variante“ im Backofen ewig und drei Tage nicht weich wird…

 

Ich im Emotion Magazin

Ein kleines Bisschen prominent habe ich mich schon gefühlt…

 

  • In der ersten Novemberwoche hat es mich gesundheitlich so richtig zerlegt. Ich, die letzten Winter überhaupt nicht krank war, lag 5 Tage darnieder und war danach noch ein, zwei Wochen mit einem hartnäckigen Husten gesegnet. Nervfaktor hoch 10: mir entgingen während der Krankheit zwei Yogastunden.

 

TKKG Das Live Hörspiel

Coole Kombi, nicht wahr?! 😀

 

  • Ich war bei „TKKG – das Live-Hörspiel“ in Stuttgart. Ganz alleine, was ich aber als völlig unproblematisch empfunden habe. Ich hatte ein Buch dabei und habe mir die Wartezeit durch lesen verkürzt. Bevor irgendjemand das mega nerdig findet: auf einer Bank neben mir saß ein Mädel, das genau dasselbe gemacht hat. Das Live-Hörspiel war sehr unterhaltsam. Auch die Mischung im Publikum war spannend. Neben Leuten in meinem Alter, die in Kindheitserinnerungen geschwelgt sind, waren auch viele Kinder am Start. Manou Lubowski (sucht mal nach ihm, definitiv ein Mann, der ganz großartig altert. Mein „Bunte“-Basiswissen hat direkt zugeschlagen, und ich habe mich daran erinnert, dass er vor Urzeiten mit Tina Ruland zusammen war. Und bei Tina Ruland musste ich direkt an „Nicht von schlechten Eltern“ denken, eine meiner liebsten Vorabendserien) als „Klößchen“ hat mir von den Sprechern am besten gefallen.

 

Wichtelpaket

Ein Wichtelpaket habe im November außerdem geschnürt.

 

  • Kulturell war mein November ganz vorne dabei, denn am letzten Novemberwochenende war ich im Musical „Ghost – Nachricht von Sam“. Beste 90er Jahre Erinnerungen. Wir haben den Film damals in Reli geguckt. Wegen der Darstellung des Todes. (Oder vielleicht auch weil der Reli-Lehrer es sich gerne einfach gemacht hat und uns Filme schauen ließ. So waren sie irgendwie alle, denn schon ein paar Jahre zuvor haben wir mit dem Pastoralreferenten im Pfarrhaus „Das Schweigen der Lämmer“ geschaut). Das Musical fand ich so la la. Ich mochte die Musik nicht sonderlich (zu kreischig) und das absolute Lowlight war, als sie den (sehr schnuckligen) Hauptdarsteller krankheitsbedingt austauschen mussten und plötzlich der Bösewicht dessen Rolle übernommen hat…

 

Mein absolutes Lesehighlight im Lesemonat November 2019

 

Större enn meg Svindal

 

Mein absolut liebster Sportler EVER EVER hat eine Autobiografie geschrieben. Kreisch. Und ich konnte sie dank meiner Norwegischkenntnisse direkt nach Erscheinen lesen. Das war wirklich ein „dream come true“ für mich. Und so dürfte es nicht überraschen, dass „Støerre en meg“ von Aksel Lund Svindal zu meinen absoluten Lesehighlights 2019 zählt. Wer sich für Details aus dem Buch interessiert: hier geht es zu meinem ausführlichen Blogpost. Wo ich auch Parallelen zwischen seinem und meinem Leben aufzeige. Und nein, damit meine ich nicht, dass sein Vater und ich in derselben „Branche“ arbeiten.

 

Süchtig machende Bücher

 

Burning Bridges Sinking Ships Tami Fischer

 

Das sind für mich die schönsten Lesemomente: wenn man sich so in eine Buchidee, in ein Setting, in ein Pairing verliebt, dass man ein Buch oder eine ganze Reihe regelrecht „durchsuchtet“. So erging es mir mit „Burning Bridges“ und „Sinking Ships“ von Tami Fischer. Nach einem zugegebenermaßen eher schleppenden Anfang. Auf die Bücher gestoßen bin ich auf der Frankfurter Buchmesse. Da war ich bei Tamis Talk mit u.a. ihrer Autorenkollegin Lilly Lucas, die ich bereits früher in diesem Jahr kennen und lieben gelernt habe. Da mir Tami so sympathisch war, habe ich spontan auch ihr Buch gekauft und signieren lassen. Wie bereits erwähnt, hat es einige Seiten gedauert, bis „Burning Bridges“ mich in seinen Bann ziehen konnte. Aber dann hat es mich so gekriegt, dass ich direkt in die Buchhandlung gestürmt bin, um mir auch „Sinking Ships“ zu kaufen. Und das fand ich sogar besser als den 1. Band. Falls Euch der zu „unrealistisch“ war, kann ich Euch „Sinking Ships“ definitiv ans Herz legen, denn der ist um einiges „bodenständiger“.

Für alle, die die Bücher nicht kennen, es sind typische „New Adult“-Romane rundum eine College-Clique. Aber Tami Fischer schreibt ganz wunderbar. Und ich mag es, dass ihre Frauencharaktere alle eine gewisse innere Stärke haben, rundweg sympathisch sind und nicht auf den Prinzen auf dem weißen Pferd warten.

Mich hat „Burning Bridges“ im übrigen an die „Du oder…“-Trilogie von Simone Elkeles erinnert. Das als kleiner Buchtipp für alle, die sehnsüchtig auf den nächsten Band von Tami warten.

Ich möchte an der Stelle anmelden, dass ich unbedingt einen Band haben möchte, in dem die kleine, süße, nerdige Savannah im Mittelpunkt steht. Sie ist mein absoluter Favorit unter den Charakteren der Reihe.

 

Historische Hörbücher

Im Hörbuchbereich scheine ich mich von meinem Lieblingsgenre Regionalkrimi verabschiedet zu haben, denn in den letzten Wochen habe ich beinahe ausschließlich Historisches gehört.

 

Am Ende die Hoffnung_Eine Familie in Deutschland_Peter Prange

 

Als absolutes Highlight hat sich hierbei „Am Ende die Hoffnung“, der 2. Teile von „Eine Familie in Deutschland von Peter Prange, entpuppt. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie sehr ich mit Familie Ising im Wolfsburger Land in der Zeit zwischen Hitlers Machtergreifung und dem Ende des 2. Weltkriegs gehofft und gelitten habe. Ich habe selten einen historischen Roman gelesen (gehört), der mich so fesseln konnte. Vor allem Charlie und ihr jüdischer Ehemann Benni haben es mir angetan. Eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich seit langem als „Nebenerzählung“ gelesen habe.

Außerdem finde ich es faszinierend, wie es Peter Prange in diesem Jahrhundertroman gelingt, beinahe alle Aspekte der Nazi-Zeit abzudecken. Die fanatischen Anhänger, die Opportunisten, die Mitläufer, die Widerständler, die Opfer – sie alle waren mit an Board. Und ganz ehrlich, am schlimmsten fand ich den Opportunisten. Den Juristen, der genau wusste, was abgeht, weil er allen intellektuell hoch überlegen war. Der eifrig mit gemacht hat, weil er sich selbst ein Denkmal als größter Jurist des deutschen Reichs setzen wollte. Und darüber, ob man selbst auch die „Reichsfluchtsteuer“ festgesetzt hätte, möchte ich am liebsten nicht nachdenken…

Ich war so im historischen Flow, dass ich direkt zwei historische Hörbücher folgen ließ.

 

Wunderbare Zeiten_Die Schwestern von Kudamm_Brigitte Riebe

 

Zunächst „Wunderbare Zeiten“ von Brigitte Riebe, der zweite Teil der „Die Schwestern vom Ku’damm“-Saga. Leichtere Kost als Peter Prange aber trotzdem fesselnd und faszinierend, wie Ihr hier nachlesen könnt.

 

Unsere wunderbaren Jahre_Peter Prange_Lesemonat November 2019

 

Und dann bin ich zu Peter Prange zurückgekehrt. „Unsere wunderbaren Jahre“ spielt in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg (also quasi nach „Eine Familie in Deutschland“ – und es gibt sogar einen kurzen „Cross Over“-Moment), wurde vom Autor aber vor seiner epischen Dilogie verfasst. Ich muss sagen, mir hat „Eine Familie in Deutschland“ besser gefallen, da ich finde, dass man merkt, wie sehr sich der Autor weiterentwickelt hat. Trotzdem konnte auch „Unsere wunderbaren Jahre“, eine Geschichte um sechs Freunde und was aus ihnen und ihren Träumen wird, die sie direkt nach Ende des 2. Weltkriegs haben, mich begeistern. Zwei kleine Wermutstropfen waren, dass das Hörbuch nur gekürzt verfügbar ist und dass Peter Prange teilweise extrem schnell durch die Zeit nach 1945 bis zum Millennium galoppiert. Das mag auch an der gekürzten Hörbuchfassung liegen. Trotzdem habe ich viel über eine Zeit erfahren, die traditionell im deutschen Geschichtsunterricht eher stiefmütterlich behandelt wird.

 

Der Rest vom Lesemonat November 2019

 

Lesemonat November 2019 Der Rest vom Fest

 

Bei „Mit dem Rucksack durch die Friendzone“ von Jules Lieven hatte ich die typische Geschichte einer lange unerfüllten Liebe erwartet. Bekommen habe ich eine nicht vorhersehbare Liebesgeschichte und vor allem die sehr lebensnahe Schilderung einer Thailand-Reise. Mehr erfahrt Ihr in meiner ausführlichen Rezension.

„Die drei ??? – Das Ritual der Schlangen“ sind eine ganz wundervoll illustrierte Graphic Novel, die ich ebenfalls auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt habe. Besonders gut gefallen hat mir neben der graphischen Darstellung von Justus, Peter und Bob der Witz, den der Autor in die Geschichte gebracht hat. Ich muss immer noch grinsen, wenn ich an Justus‘ quietschenden Schaukelstuhl denke.

Ich lese schon seit einigen Jahren nurmehr wenig „Fantasy“, aber wenn Kira Licht ein Buch veröffentlicht, ist das ein „musst read“ für mich. „Erbin der Finsternis“ hat mir erneut gezeigt, warum das so ist. Ich liebe ihren Schreibstil und wie sie das Leben eines Highschool-Girls mit all diesen Jungs- und „ich will unbedingt dazugehören“-Problemen darstellt. Diese Geschichte hat mir sehr viel Spaß gemacht.

 

Ihr seht, meine Lesemonat November 2019 war ein voller Erfolg. Mal schauen, was der letzte Monat des Jahres bringen wird. Ich wünsche Euch auf alle Fälle eine tolle Lesezeit!

 

2 Kommentare

  1. 10. Dezember 2019 / 18:07

    Hallo liebe Steffi,
    da hast du aber einiges erlebt. Ich finde das Foto von dir ist richtig gut geworden. Ich kann verstehen, dass du dich da ein wenig prominent gefühlt hast :o)
    Was die Erkältung angeht: Egal wo man momentan hinschaut. Irgendwie hat es so viele Leute erwischt. Ich hatte auch schon das Gefühl, dass sich da ein Virus in mir regt. Mein Immunsystem war aber dann wohl doch erfolgreich *aufHolzklopf`*
    Dass es ein Musical zu„Ghost – Nachricht von Sam“ gibt, war mir neu. Das hätte ich mir allerdings auch ansehen wollen. Schade, dass die Musik dann so mittelmäßig gut war.
    Und ich freue mich, dass du das TKKG Livehörspiel besuchen durftest. Das klingt nach einem sehr schönen Abend.
    Ich wünsche dir einen mindestens genauso schönen und aufregenden Dezember.
    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • glimrende
      Autor
      14. Dezember 2019 / 06:51

      Hi Tanja,
      ja, irgendwie sind die letzten Monate/Wochen des Jahres immer besonders vollgepackt. Aber ich mag es 🙂 So lange ich zum Lesen komme 😉

      Viele Grüße und eine letzte, wundervolle Vorweihnachtswoche wünsche ich Dir.

      Steffi

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