|Leseliebe| „Wunderbare Zeiten“ von Brigitte Riebe

Eigentlich mag ich keine gekürzten Hörbücher. Mir ist ehrlich gesagt sogar schleierhaft, warum so etwas überhaupt produziert wird. Da es von „Wunderbare Zeiten“, dem zweiten Teil der „Die Schwestern vom Ku’damm“-Reihe, aber kein Hörbuch in ganzer Länge gibt, habe ich nach kurzem Zögern doch zur gekürzten Version gegriffen. Ich bin gerade hörbuchmäßig total auf dem historischen Trip und habe deshalb dringend Nachschub benötigt.

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Die Schwestern vom Ku'damm Wunderbare Zeiten von Brigitte Riebe

 

„Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind.“

Silvi Thalheim, die mittlere und in früheren Jahren sehr rebellische der drei Thalheim-Schwestern, hat mittlerweile zumindest beruflich ihren Platz im Leben gefunden und präsentiert erfolgreiche eine eigene Sendung im Radio. Trotzdem ringt sie mit sich selbst, ob sie im familieneigenen Modekaufhaus nicht mehr Verantwortung übernehmen müsste. Und dann gibt es da auch noch ihr Privatleben, das eine einzige Baustelle zu sein scheint. „Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind.“ Ob da ein exzentrischer Jungschauspieler der richtige Mann fürs Leben ist?

 

Neubewertung

Eins vorneweg, ich liebe es mit den Schwestern vom Ku’damm in die Nachkriegszeit einzutauchen. Nachdem wir im ersten Teil zusammen mit der verantwortungsbewussten Rieke die dunklen Jahre direkt nach dem Krieg durchlebt haben, geht es mit Silvi in die Zeit des Wirtschaftswunders. Ich muss zugeben, im ersten Teil fand ich Silvi mit ihrer aufgedrehten Art und dem mangelnden Pflichtbewusstsein eher anstrengend. In dem aus ihrer Sicht erzählten „Wunderbare Zeiten“ lernte ich sie und ihre Beweggründe viel besser kennen und meine Meinung hat sich um 180 Grad gedreht. Nun ist mir die spießige, immer super korrekte Rieke ein wenig unsympathisch geworden. Mit der ich mich im ersten Band super identifizieren konnte.

 

Die Schwestern vom Ku'damm Wunderbare Zeiten von Brigitte Riebe

 

Wohlfühlatmosphäre

Ich mag die Atmosphäre in den Ku’damm-Büchern super gerne. Für mich sind die manchmal dramatischen Geschichten, die trotzdem eine gewisses „Wohlfühlambiente“ schaffen, die perfekte Unterhaltung auf Autofahrten. Ich weiß, dass unter meinen Lesern welche sind, denen die ZDF-Serie „Ku’damm 56“ und „Ku’damm 59“ genauso gut gefallen hat wie mir. All denen kann ich auch „Wunderbare Zeiten“ von ganzem Herzen empfehlen.

 

Gekürzt

Und inwiefern hat mich nun das „gekürzte“ an diesem Hörbuch gestört? Nun ja, ich weiß natürlich nicht, was weggelassen wurde. Aber eins ist mir aufgefallen: es muss umformuliert worden sein, denn nur so kann ich mir den Fehler erklären, dass zweimal beinahe wortgleich erwähnt wurde, dass Flori, die dritte der Thalheim-Schwestern, durchs Abitur gefallen ist.

 

Die Schwestern vom Ku'damm Wunderbare Zeiten von Brigitte Riebe

 

Die Sprecherin

Stefanie Stappenbeck, die ich bislang nur als Schauspielerin und nicht als Sprecherin von Hörbüchern kannte, hat bis auf eine Ausnahme einen guten Job gemacht: ihre Darstellung der italienischen Schwiegermutter von Rieke in „Wunderbare Zeiten“ war mir zu übertrieben. Das hatte was von Bauerntheater.

 

Und es ist noch nicht zu Ende…

Ich freue mich schon darauf, im April 2020 zum großen Finale mit der dritten Thalheim-Schwester auf den Ku’damm und zu den großen und kleinen Dramen der Familie Thalheim zurückzukehren.

 

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