|Leseliebe| Mein Lesemonat Juni 2021

Whoop, whoop, mein Lesemonat Juni 2021 lief ziemlich perfekt. Ich konnte in Summe 11 Bücher beenden, die sich in 6 klassische Bücher, 4 E-Books und 1 Hörbuch aufteilen. Davon waren 3 im englischen Original und der Rest auf Deutsch. Auch qualitativ habe ich am Lesemonat Juni 2021 wenig auszusetzen, denn nur 2 Bücher haben mir nicht gefallen. Der Rest fällt in die Kategorie gut bis „Jahreshighlight“.

Falls beim einen oder anderen die Frage aufkommen sollte: ‚Steffi, wie schaffst Du es eigentlich, mehr als 10 Bücher im Lesemonat Juni 2021 zu lesen?‘ (Kann natürlich genauso sein, dass jemand die Zahl klein findet, weil sie/er 15 Bücher im Monat lässig weg liest – alles eine Frage der Perspektive).  So bleibt mir als Antwort nur: ‚Ich habe keinen blassen Schimmer.‘ Echt nicht. In den letzten Jahren waren 8 Bücher ein absoluter Spitzenwert für mich, aber in 2021 scheine ich ganz besonders im Flow zu sein. Ob es noch immer die mangelnden Pandemie-Alternativen sind, wird sich im nächsten Jahr weisen.

 

Jahreshighlight

 

Lesemonat Juni 2021 Ever von Nikola Hotel

 

„Ever – Wann immer Du mich berührst“ von Nikola Hotel

Ich bin verliebt. Verliebt in dieses Buch und seine Protagonisten. Denn ich mochte einfach alles an dieser Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Charaktere. Auf der einen Seite Abbi, die nach einem schweren Autounfall noch immer mit den körperlichen Folgen kämpft und beinahe traumatisiert scheint. Auf der anderen Seite David, der einfühlsame Physiotherapeut, der nach dem Tod der Mutter versuchen muss, sich und seine Schwester alleine durchzubringen. Es prallen Welten aufeinander, denn während David jeden Cent zweimal umdrehen muss, ist Abbi die Tochter eines schwerreichen Politikers. Und trotzdem fühlen sich die beiden ab Minute eins an zueinander hingezogen. Gegen alle Widerstände. Denn neben den offensichtlichen Unterschieden gibt es auch noch ein dunkles Geheimnis, das das Leben beider verbindet. Ganz abgesehen von dem Grundproblem, dass David aus berufsethischen Gründen nichts mit einer Patientin anfangen darf. Vor allem letzteres hat Nikola Hotel ganz fantastisch einfühlsam gelöst. Denn eigentlich möchte man als Leser im Rausch des Verliebtseins in die Protagonisten rufen: ‚Dann sollen sie sich halt bei einer Übung betatschen!‘ Sobald ich mir diese Situation jedoch im realen Leben vorstelle, weiß ich, dass so etwas ein No-Go ist. Zum Glück wählt Nikola Hotel diesen lebensnahen Ansatz, denn der Grat zwischen Herzklopfen und Belästigung ist ein schmaler.

Von mir gibt es volle Punktzahl für dieses Buch – das ich am liebsten direkt noch einmal lesen würde.

 

Super gute Bücher

 

Lesemonat Juni 2021 What If We Trust von Sarah Sprinz

 

„What If We Trust“ von Sarah Sprinz

Wer mich und meinen Lesegeschmack ein bisschen kennt, der weiß, „Rockstar“-Geschichten und ich, das klickt nur in den seltensten Fällen. Umso erstaunlicher, dass der finale Teil der „What If“-Trilogie genau meinen Geschmack getroffen hat. Wahrscheinlich liegt das daran, dass hier nicht die Geschichte eines feierwütigen Musikers zwischen Sex, Drugs & Rock’n Roll erzählt wird, sondern die eines sensiblen Künstlers, der sich eine Auszeit nimmt, um zu studieren.

An der Uni trifft er auf Hope, die ihn als absolutes „Fangirl“ sofort erkennt. Die beiden teilen nicht nur denselben Kurs an der Uni, sondern auch die Leidenschaft fürs Schreiben. Es dauert etwas, bis es Hope gelingt, den Panzer, den Scott um sich errichtet hat, zu durchdringen. Doch dann kommen sich die beiden immer näher und Hope läuft die Zeit davon. Denn eigentlich gibt es da etwas aus ihrer Vergangenheit, dass sie Scott dringend beichten muss.

Was für eine wunderschöne Liebesgeschichte, an der ich besonders mochte, dass sie weniger dramatisch als die beiden Vorgängerbände verläuft. Die Kombi aus angesagtem Musiker, der an seinem Karriereweg zweifelt, und introvertiertem Fangirl hat mir extrem gut gefallen. Besonders mochte ich, mit wieviel Herzblut Sarah Sprinz die Fanfiction-Thematik eingewoben hat. Hier war für mich offensichtlich, dass sie selbst früher Fanfiction geschrieben hat und sie sich deshalb a) damit auskennt und b) das Thema sensibel behandelt. Das werde ich für immer mit diesem Buch in Verbindung bringen.

 

Lesemonat Juni 2021 Well Met von Jen DeLuca

 

„Well Met“ von Jen deLuca (auf Deutsch: „A History of Us – vom ersten Moment an“)

Eigentlich wollte ich dieses Buch auf keinen Fall lesen. Denn mit dem Thema Mittelaltermärkte kann man mich jagen. Als jedoch eine begeisterte Rezension nach der nächsten aufgetaucht ist (inklusive „Gilmore Girls“-Assoziationen), wurde ich neugierig und habe mir die englische Originalversion auf meinen E-Reader geladen. Was kann ich sagen, es hat keine 5 Seiten gedauert, und ich war war von der Geschichte gefangen genommen.

Emily verschlägt es eher unfreiwillig ins idyllische „Willow Creek“, wo sie sich um ihre verunfallte Schwester und ihre Nichte im Teenie-Alter kümmern soll. Nicht minder unfreiwillig zieht sie einen „Job“ als Mitwirkende (Kostüm inklusive!) auf dem jährlich stattfindenden Mittelalterfestival an Land. Direkt beim ersten Meeting der Teilnehmer gerät sie mit Lehrer Simon aneinander, für den das Festival eine echte Herzensangelegenheit ist. Der Beginn einer herzlichen Feindschaft – komisch nur, dass Simon so ganz anders zu sein scheint, sobald er sich in sein Piratenkostüm schmeißt. Irgendwie wirft er Emily da auch ganz andere Blicke zu…

Hach, das war sooo schön. Wirklich eines der überraschendsten Buchhighlights des ersten Halbjahrs 2021. Ganz viel Atmosphäre, ein Schwung toller Charaktere und eine super süße Liebesgeschichte. Ich bin noch immer hin und weg.

 

Gute Bücher

 

Lesemonat Juni 2021 Herkunft von Sasa Stanisic

 

„Herkunft“ von Saša Stanišić

Ja, ich lese auch „ernste“ Literatur. Zwar nicht in der Masse, aber zwischendrin wage ich mich auch gerne an solche Werke. „Herkunft“ hat mich hier im Lesemonat Juli 2021 richtig beeindruckt. Neben dem eher episodenhaften Aufbau des Buches hat mich Saša Stanišić vor allem mit seinem Einblick in die Welt der Geflüchteten und dem Leben auf dem Balkan beeindruckt. Als jemand, der in Deutschland als Kind deutscher Eltern, die schon seit Generationen am selben Ort leben, geboren wurde, kann ich immer nur versuchen, mich in Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, hineinzuversetzen. Die großen und kleinen Probleme, die so ein Schicksal mit sich bringt, werde ich nie vollständig erfassen können. Gerade deshalb finde ich es so interessant, Bücher wie „Herkunft“ zu lesen. Denn Saša Stanišić berichtet, wie es sich anfühlt, wenn man irgendwo völlig fremd und nur geduldet ist. Wenn Ziel Nummer eins ist, „bloß nicht auffallen!“. Und immer wieder die Abschiebung droht.

Ab und an musste ich auch unfreiwillig schmunzeln, z.B. wenn Saša Stanišić davon berichtet, dass er sich manchmal als Slowene ausgibt, einfach weil dann jeder Deutsche antwortet: „Ich liebe die Alpen“. Apropos Ex-Jugoslawien, ich fand es erschreckend zu lesen, wie tief die Gräben zwischen den verschiedenen Ethnien dort noch immer sind (etwas, was nur Tage später durch die Aktion von Arnautovic bei der EM wieder top aktuell wurde).

Ich würde mir wünschen, dass die ganze „Herkunftsgeschichte“ immer mehr an Bedeutung verliert. Es irgendwann wirklich egal ist, woher jemand kommt. Die Frage gar nicht mehr gestellt wird.

 

Lesemonat Juni 2021 Take Me Home Tonight von Morgan Matson

 

„Take Me Home Tonight“ von Morgan Matson

Morgan Matson war eine der ersten Autorinnenneuentdeckungen dich ich über das Internet gemacht habe. Damals, als Instagram noch nicht programmiert war und Blogs in den Kinderschuhen steckten. Lange ist es her, aber ich habe Morgan Matson über all die Jahre die Treue gehalten und bin bei jedem ihrer Bücher direkt mit der englischen Originalausgabe am Start. Denn Morgan Matson ist für mich die unangefochtene Queen der leichten „Young Adult“-Literatur mit Tiefgang.

Auch „Take Me Home, Tonight“ hat mir wieder richtig gut gefallen. In dieser Geschichte planen zwei High School Girls eine unvergessliche Nacht in New York – von der ihre Eltern natürlich nichts erfahren dürfen. Diese Nacht wird auch tatsächlich einmalig – aber auf ganz andere Art und Weise als geplant. Dabei spielen ein verlorenes Handy, ein „Adoptivhund“ und eine zugeschlagene Tür eine entscheidende Rolle.

Ich habe die typische New York-Atmosphäre geliebt – genau wie alle Szenen, die in der Theatertruppe an der High School spielen. Das hat für mich ein besonders hohes Faszinationspotential, denn eine Theater AG mit einem ähnlich hohen Professionalisierungslevel wird man an einer deutschen Schule kaum finden.

Wer echte New York-Atmosphäre sucht, wird hier fündig werden. Außerdem ein Tipp für alle Fans von „Kate in Waiting“ (da ähnliches Setting).

 

Lesemonat Juni 2021 Well Played von Jen DeLuca

 

„Well Played“ von Jen deLuca (auf Deutsch: „A History of Us – Erst auf den zweiten Blick“)

Nach Band 1 habe ich direkt mit Band 2 der Mittelalterfestival-Reihe weitergemacht. Auf Englisch ist der schon erschienen, in Deutschland wird er bald folgen.

In diesem Teil der Trilogie steht Stacey, die wir in „Well Met“ als Freundin und „Kollegin“ von Emily kennenlernen durften, im Fokus. Nach außen wirkt Stacey stets gut gelaunt und eher oberflächlich. Dabei sehnt sich Stacey tief in ihrem Inneren nach mehr Verantwortung im Job und einer ernsthaften Beziehung. Ob der heiße Musiker, mit dem sie eine Festival-Affäre pflegt, der richtige Ansprechpartner ist? Und warum schreibt der plötzlich ellenlange E-Mails mit Tiefgang?

Die Atmosphäre war wieder top, nur Stacey und ihr „love interest“ konnten mich nicht so recht in ihren Bann ziehen. Mit den beiden habe ich bei weitem nicht so gefühlt wie mit Emily und Simon.

Davon, dass der finale Band „Well Matched“ wieder ein Highlight werden wird, bin ich trotzdem ziemlich überzeugt. Denn Emilys eigensinnige  und organisierte Schwester April und der passionierte Kilt-Träger Mitch klingen nach einem „match made in heaven“. Das Buch erscheint am 19.10.2021 auf Englisch und wird direkt auf meinen E-Reader wandern.

 

Lesemonat Juni 2021 New Chances von Lilly Lucas

 

„New Chances“ von Lilly Lucas

Die „Green Valley“-Reihe begleitet mich seit 2019 als Garant für absolute Wohlfühlatmosphäre durch meinen Lesealltag. Ich liebe es einfach, immer wieder nach Colorado in die idyllische Kleinstadt zurückkehren zu dürfen. Leider ist „New Chances“ das letzte richtige Buch der Reihe (es folgt noch eine Kurzgeschichte).

In „New Chances“ strandet Brauerin Leonie aus Deutschland in Green Valley und findet dort eher unfreiwillig einen Job als Kindermädchen. Zum Glück ist der alleinerziehende Vater ihres Schützlings mehr als attraktiv und ein guter Grund, nicht direkt in den nächsten Flieger nach Deutschland zu steigen…

Die Bücher von Lilly Lucas sind sicher nicht spektakulär anders als ähnlich angelegte Liebesromane. Aber sie sind einfach richtig gut gemacht. Die Atmosphäre, die Charaktere, der Schreibstil – es passt einfach alles. Wenn ich zu einem von Lilly Lucas‘ Büchern greife, weiß ich, dass ich durch die Seiten fliegen und viel Spaß haben werde. Deshalb freue ich mich schon sehr auf neue Projekte von ihr.

 

Lesemonat Juni 2021 Suche Platz auf Wolke 7 von Franziska Jebens

 

„Suche Platz auf Wolke Sieben“ von Franziska Jebens

Es gab Zeiten, da habe ich richtig viel „Chick Lit“ (leichte Unterhaltungsliteratur, die sich primär an Frauen richtet) gelesen. In den letzten Jahren wurde dieses Genre jedoch nach und nach durch „New Adult“ abgelöst. Auch weil ich finde, dass sich „New Adult“ mehr traut. Sich nicht davor scheut, heiße (feministische) Eisen anzupacken.

Deshalb ist es jedes Mal eine kleine Umstellung für mich, wenn ich doch einmal wieder zu „Chick Lit“ greife. Genauso erging es mir mit „Suche Platz auf Wolke Sieben“. In meinem Kopf sind beim Lesen plötzlich die folgenden Fragen aufgepoppt: „Warum dauert es so lange, bis die Protagonistin mit ihrem Traumtypen zusammenkommt?!“ „Wo sind die heißen Szenen?“ Einfach, weil das Dinge sind, die ich von „New Adult“ anders gewöhnt bin.

Trotzdem hat mich die Geschichte rundum Marli, die nach einer großen Enttäuschung in Liebesdingen eine Partnervermittlung für sozial engagierte Liebessuchende aus dem Boden stampft, im Lesemonat Juni 2021 gut unterhalten. Das Setting war originell und die Charaktere ziemlich schrullig. Mich hat das Buch an die Romane von Petra Hülsmann erinnert. Dadurch, dass einige Szenen auf Sardinien spielen, halte ich „Suche Platz auf Wolke Sieben“ auch für eine ziemlich gute Strandlektüre.

 

Geheimprojekt

Ich durfte als „Experte“ das neueste Werk einer nicht ganz unbekannten Autorin testlesen. Das hat viel Spaß gemacht, und ich freue mich schon sehr auf den Moment, wenn das Buch in den Handel kommt. (Bevor Gerüchte aufkommen: in dem Buch wird Steuerrecht KEINE Rolle spielen 😀 ).

 

Not My Cup of Tea

 

Lesemonat Juni 2021 Kissing in the Rain von Kelly Moran

 

„Kissing in the Rain“ von Kelly Moran

Endlich habe ich mich dazu durchgerungen, den Büchern von Kelly Moran eine Chance zu geben. Ihre sehr gehypte „Redwood Love“-Reihe hat mich immer wieder angelacht, aber so recht überzeugt war ich nicht. Denn ich befürchtete, an eine zu kitschige, zu sehr „and they lived happily ever after“- angehauchte Geschichte zu geraten.

Mein Bauchgefühl hat mich nicht getrogen, denn ihr neuestes Werk „Kissing in the Rain“ konnte mich in meinem Lesemonat Juni 2021 so gar nicht vom Hocker reißen. Warum genau, davon erzähle ich Euch ausführlich hier.

 

Lesemonat Juni 2021 Mittsommerliebe von Lina Hansson

 

„Mittsommerliebe“ von Lina Hansson

Ein Buch das im schwedischen Sommer spielt – das klingt nach Perfektion. Schnell bin ich beim Lesen jedoch auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Denn da war wenig mit Natur und Sonnenschein – und dafür sehr, sehr viel Fitnessstudio. Noch mehr Gründe, warum dieses Buch nicht zu meinen Highlights im Lesemonat Juni 2021 gehört hat, findet ihr hier.

 

Fazit

Das war mein Lesemonat Juni 2021. Ich hoffe, Euer Lesemonat war nicht minder spektakulär. Ich freue mich sehr auf viele gute Bücher im Juli!

 

3 Kommentare

  1. Huhu Steffi,

    ach, ich freue mich, dass du so einen guten und erfolgreichen Lesemonat hattest. Bei mir lief der Juni auch überraschend gut. Warum auch immer. Ich hatte es eigentlich gar nicht darauf angelegt ;o)

    Du hast so tolle Bücher gelesen! Beim ersten Buch musste ich kurz stutzen. Der Autorenname sagte mir doch was. Ich habe dann gleich mal gegoogelt. Von N.Hotel lese ich gerade It was always you. Ein Buch, dass ich schon lange auf der Wunschliste hatte und das mich ganz besonders wegen dem Thema Handlettering angesprochen hat. Was soll ich sagen? Ich wollte gestern eigentlich gar nicht aufhören zu lesen. Aber irgendwann musste ich dann doch – leider – schlafen :o)

    A History of Us ist auch so ein Wunschlistenkandidat. Dass du so begeistert von der Geschichte warst, lässt meinen Wunsch es einzukaufen nur noch wachsen!

    Überhaupt wirkt deine Begeisterung total ansteckend. Momentan bin ich so richtige im Liebesgeschichtenfieber. Und davon hast du ja einige im Juni gelesen.

    Ich wünsche dir einen ganz wundervollen Juli <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • glimrende
      Autor
      14. Juli 2021 / 10:25

      Hallo Tanja,
      ach wie cool, dass Du gerade „It Was Always You“ liest. Das und den zweiten Band (den ich fast noch ein klitzekleines bisschen besser fand), habe ich letztes Jahr gelesen.

      Die Mittelalter-Festival-Reihe von Jen DeLuca ist echt super. Die würde Dir bestimmt auch gefallen.

      Viele Grüße und danke für den Kommentar.

      Steffi

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