|Leseliebe| Lesemonat November 2021

Im Lesemonat November 2021 habe ich die Marke von 100 Büchern in 2021 geknackt, whoop, whoop… Das ist, seitdem ich die Anzahl meiner gelesenen Bücher aufzeichne, der mit Abstand früheste Zeitpunkt, zu dem mir das gelungen ist. Ich bin noch immer  geplättet davon, dass ich in 2021 so viele Bücher gelesen habe. Bei meiner Ursachenforschung bin ich nicht auf den Grund schlechthin gestoßen, denke aber, dass es mit der Pandemie und damit, dass ich seit Mitte 2019 keinen TV besitze, zusammenhängt.

Insgesamt 10 Bücher habe ich im Lesemonat November 2021 beendet. Diese setzen sich aus 9 klassischen Büchern und 1 Hörbuch zusammen – eine komplett untypische Aufteilung für mein Leseverhalten. Denn normalerweise lese ich in einem Lesemonat mindestens so viele E-Books wie klassische Bücher. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal kein E-Book gelesen habe. Kurios.

 

Jahreshighlight

 

Lesemonat November 2021_Shining Stars_Gabriella Santos de Lima

 

„Shining Stars“ von Gabriella Santos de Lima

Ich kann es nicht glauben, dass diese grandiose Reihe um drei Londoner Flugbegleiterinnen mit diesem Band ihr Ende findet. Auf keinen Fall bin ich bereit, mich von den drei Mädels zu verabschieden…

Was für ein großartiges, anrührendes und wichtiges Finale dieser Trilogie. Hatten schon die beiden Teile davor unglaublich viel an Gefühlen und Leidenschaft zu bieten, so setzt „Shinging Stars“ dem allen die Krone auf. Ich habe selten so mit einer Protagonistin gelitten wie mit der verletzlichen und tief verletzten June. Nach und nach werden ihre Wunden sichtbar. An der Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, aber meine ganze Bewunderung gilt Gabriella Santos de Lima, der es gelungen ist, so behutsam und trotzdem lebensnah mit Junes Schicksal umzugehen. Ich fürchte, sie wusste viel zu gut, von was sie schreibt…

Mir ist bewusst, aufgrund des poetischen Schreibstils sind die Bücher von Gabriella Santos de Lima nicht jedermanns Sache. Wenn es einem jedoch gelingt, sich auf ihre Art zu erzählen, einzulassen, bekommt man wunderbare Lesestunden geschenkt. Und viel Stoff zum Nachdenken.

 

Super gute Bücher im Lesemonat November 2021

 

Lesemonat November 2021_The Sky in Your Eyes_Schwedischer Todesfrost

 

„The Sky in Your Eyes“ von Kira Mohn

Ein Nicht-Thriller, der auf Island spielt – da musste ich sofort zugreifen. Gehört doch Island seit den Pferdegeschichten aus Kindertagen zu meinen liebsten Handlungsorten in Büchern.

Ich wurde nicht enttäuscht, denn „The Sky in Your Eyes“ gehört zu den eindrücklichsten Büchern, die ich in 2021 gelesen habe. Noch nie habe ich so sehr verstanden, was im Kopf einer „nicht normschönen“/übergewichtigen Frau vorgeht. Dabei ist nicht einmal klar, wie „kräftig“ Elín ist. Als Leser|in erfährt man lediglich, dass sie sich zu dick fühlt. Was nach meinen Erfahrungswerten bei Frauen alles mögliche bedeuten kann.

Elín steckt in einer Gedankenspirale  aus „Wenn ich das jetzt essen, denken alle, ‚wie verfressen ist die denn‘. Aber wenn ich es nicht esse, glauben sie alle, dass ich nur hier darauf verzichte und mir daheim alles rein stopfe!“ festhängt. Mir hat die Lektüre die Augen geöffnet. Denn selbst ich – so reflektiert und sensibel ich sein möchte – habe in der Vergangenheit an der Kasse den Einkauf der Person vor mir betrachtet und gedacht „mit den Lebensmitteln würde ich auch zunehmen…“. Oder den ebenfalls im Buch auftauchenden Klassiker über ein Paar ausgesprochen: „Also irgendwie passen die beiden nicht so recht zusammen. Sie wirkt so unscheinbar und er sieht echt heiß aus.“

Ich gelobe Besserung, denn der Einblick in Elíns Gedankenwelt war ein Schlag ins Gesicht. Ich hätte sie so gerne aus ihrem Gedankenstrudel befreit.

„The Sky in Your Eyes“ mag auf den ersten Blick als klassische Love Story daherkommen, ist tatsächlich aber sehr viel mehr. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Liebesgeschichte eine eher untergeordnete Rolle spielt und mentale Gesundheit, Vorurteile, sexuelle Belästigung, Fatshaming etc. weit mehr im Fokus stehen.

Lasst Euch darauf ein, lest dieses Buch!

 

„Schwedischer Todesfrost“ von Christoffer Holst

Ab und an muss einfach ein guter Krimi auf meiner Leseliste stehen. Genau das liefert mir die vier Bände umfassende Schwedenkrimi-Reihe rundum die Abenteuer der Podacastredaketeurin und ehemaligen Klatschjournalistin Cilla. Im dritten Band reist der geneigte Leser mit ihr in ein schwedisches Skigebiet. Leider wird die vorweihnachtliche Idylle jäh zerstört, als Cillas mütterliche Freundin Rosie über die Leiche eines jungen Mannes stolpert. Urplötzlich ermitteln die beiden in der Welt der Superreichen und lernen ein an den Rollstuhl gefesseltes „Wunderkind“ kennen.

Falls Ihr auf der Suche nach vorweihnachtlicher Lektüre seid und nicht nach den typischen Weihnachtsromanzen greifen möchtet, kann ich Euch dieses Buch von ganzem Herzen empfehlen. Ich hatte so viel Spaß beim Lesen.

Meine ausführliche Rezension findet Ihr hier.

 

Gute Bücher im Lesemonat November 2021

 

Lesemonat November 2021_Like Snow We Fall_Regenglanz

 

„Like Snow We Fall“ von Alya Ade

Noch eine Geschichte, bei der ich erst mein Mindset richten musste. Denn auch hier gingen meine Erwartungen und der Inhalt zunächst auseinander. Ich hatte mir eine realistische Eiskunstlaufgeschichte gewünscht. Bekommen habe ich eine an die Netflix-Serie „Spinning Out“ erinnernde, märchenhafte Romanze mit leichten „Gilmore Girls“-Anleihen.

Als jahrzehntelanger Eiskunstlauffan bin ich bei Geschichten rundum diesen Sport besonders kritisch. So dass mir direkt ein paar „Ungereimtheiten“ aufgefallen sind. Zum Beispiel würde es in echt nie im Leben vorkommen, dass sich die US Läuferinnen, die auf Weltniveau laufen und denen die Möglichkeit eingeräumt wird, bei Skate America zu starten, nicht kennen. Im Zweifel sind die schon bei Kinderwettbewerben gegeneinander angetreten. Spätestens im Juniorenbereich laufen sie sich über den Weg.

Besonders ärgerlich finde ich einen Fehler auf der Rückseite von „Like Snow We Fall“: denn da wird Paisley als Eistänzerin bezeichnet. Was mit dem Einzellaufen, was Paisley tatsächlich betreibt, so rein gar nichts zu tun hat (für das Eistanzen braucht man einen Partner, jedoch keine Sprünge).

Nachdem ich mich von dem Gedanken verabschiedet hatte, einen Einblick in die echte Eiskunstlaufwelt zu erhalten, hatte ich Spaß mit der dramatischen und gleichzeitig romantischen Geschichte um Eisprinzessin Paisley und Snowboarder Knox. Aber ich musste mich definitiv erst daran gewöhnen, dass „Like Snow We Fall“ mehr Märchen denn Realismus liefert. Denn neben dem bereits ausführlich geschilderten Eislaufaspekt war ich auch überrascht, wie schnell sich Paisley trotz ihrer persönlichen Geschichte auf Knox einlassen konnte.

Trotzdem freue ich mich auf Teil 2 rundum Aria und Wyatt, der unter dem Titel „Like Fire We Burn“ am 10.01.2022 erscheinen wird.

 

„Regenglanz“ von Anya Omah

Auch bei diesem Titel habe ich mich bei Klischeedenken ertappt. Denn aufgrund des Namens der Autorin war ich mir sicher, dass es sich um die Übersetzung einer englischsprachigen Autorin handeln würde.

Tatsächlich kommt Anya Omah aus Deutschland und ihre „New Adult“-Reihe spielt in Hamburg. Mir hat ihr Debüt um Tätowiererin Alissa und ihren Kunden Simon, die eine denkbar schlecht verlaufende erste Begegnung haben, gut gefallen. Zu Beginn der Geschichte war ich sogar richtig begeistert, gegen Ende hat mich die Autorin aufgrund einer entscheidenden Wendung, die für mich als sehr großer, nicht unbedingt realistischer Zufall daherkam, ein bisschen verloren.

Trotzdem werde ich der Reihe treu bleiben, denn ich mochte Hamburg als Setting und die Art, wie Anya Omah erzählt, sehr gerne. Außerdem sind die Bücher wegen ihrer knalligen Cover und des bunten Buchschnitts echte Hingucker.

 

Lesemonat November 2021_Behind Me_Step Into My Heart

 

„Step Into My Heart“ von Maren Vivien Haase

Der zweite Teil der „Move District“-Reihe hat mir besser gefallen als Teil 1. Das lag vor allem an den beiden Protagonisten Olivia und Dax, die für mich ziemlich gut als Paar funktioniert haben. „Enemies to Lovers“ ist halt immer wieder ein Erfolgsrezept.

Jedoch hätte die Love Story der beiden für meinen Geschmack ein bisschen mehr „slow burn“ sein können. Gerne auch mit mehr Versteckspiel, damit die Clique sowie die anderen Tänzer, die gemeinsam mit Olivia unter Dax‘ Anleitung trainieren, nichts von den Gefühlen der beiden zueinander erfahren.

Trotzdem erschafft Maren Vivien Haase eine faszinierende Tanzwelt, in der ich zumindest in Gedanken zurück nach New York reisen konnte. Ich mag die Clique und ihren Zusammenhalt. Trotzdem fehlt mir auch in Band 2 das gewisse Etwas, um die Geschichte zu einem echten Highlight zu machen.

Am 17.01.2022 erscheint mit „Fly Into My Soul“ der finale Band der Trilogie. Ich denke, ich werde auch diesem die Chance geben, mich endgültig zu überzeugen.

 

„Behind Me“ von Nina Schilling

Dieses Buch befand sich in einer Goodie Bag von Piper Digital, das ich auf der Frankfurter Buchmesse geschenkt bekommen habe. Die Geschichte wurde ursprünglich auf der Plattform Wattpad veröffentlicht. Der Verlag hat Nina Schilling dort entdeckt und ihr Mammutschreibprojekt auf die Länge eines normalen Romans von ca. 500 Seiten eingedampft.

Ich habe die Geschichte von Tessa und Bad Boy Dyan innerhalb eines Wochenendes verschlungen und hatte trotz kleiner Kritikpunkte viel Spaß beim Lesen. Mich hat „Behind Me“ ein bisschen an eine (nicht ganz realistische) Fanfiction erinnert. Außerdem meine ich dem Aufbau der Geschichte angemerkt zu haben, dass diese ursprünglich viel länger war. Denn am Ende ging alles ganz schön schnell.

Mit dem richtigen Mindset (keine realistische Highschool-Romanze sondern eher eine märchen- manchmal alptraumhafte Cinderella-Story) kann „Behind Me“ viel Spaß machen.

 

Lesemonat November 2021_Unser Weg nach morgen

 

„Unser Weg nach morgen“ von Jana Voosen

Historische Romane auf zwei Zeitebenen – I like it. Die Geschichte von Lilo aus den Jahren rundum den Zweiten Weltkrieg und Nele im hier und heute hat mich sehr gut unterhalten. Ich mochte, wie die beiden Frauen sehr unterschiedlichen Herausforderungen gegenüberstanden – die im Kern jedoch dieselbe Botschaft vereint haben: macht das, was ihr wirklich wollt, wofür ich wirklich steht.

Zu meinen ausführlichen Gedanken kommt Ihr über den folgenden Link.

 

Not My Cup of Tea…

 

Lesemonat November 2021_Zwischen Himmel und Erde

 

„Zwischen Himmel und Erde“ von Live Bonnevie

Eigentlich hätte es das perfekte Jugendbuch für mich sein können: Islandpferde, Norwegen, Island und ein bisschen aufkeimende Liebe. Leider hat mich die Geschichte so gar nicht gekriegt.

Die Protagonistin Amanda war mir über weite Strecken unsympathisch – versteht mich nicht falsch, das hat perfekt zur Story und ihrer Entwicklung gepasst, mir ist es trotzdem schwergefallen, eine Verbindung aufzubauen. Auch die Art und Weise, wie schlecht Pferde teilweise behandelt wurden, hat die Geschichte vorangebracht. Trotzdem hat es mir keinen Spaß gemacht, davon zu lesen, wie versucht wurde, den Willen der Pferde zu brechen.

Vielleicht hatte ich falsche Erwartungen. Anstatt ein bisschen nordeuropäischer Wohlfühlatmosphäre (Stichwort „hygge“ oder „koselig“) habe ich im Lesemonat November 2021 eine traurige und depressive Grundstimmung bekommen. Für mich nicht das richtige, andere werden hingegen ein besonders „realistisches“ Pferdebuch feiern.

 

„One Last Act“ von Nicole Böhm

Nachdem mir Teil 2 gut gefallen hat, habe ich auch den finalen Band als Hörbuch konsumiert. Leider bin ich mit der Geschichte nie so richtig warm geworden. Was sowohl mit den beiden Protagonisten – Schauspielschülerin Allyson und Ex-Sänger und Neuschauspieler Ethan – als auch der in der Geschichte an prominenter Stelle auftauchenden „Drogenproblematik“ zusammenhing. Kein schlechtes Buch aber irgendwie nicht meins…

Meine komplette Rezension gibt es hier.

 


 

Das war mein Lesemonat November 2021! Auf in den Lesemonat Dezember 2021. Hoffentlich hält er ein paar schöne, schneereiche und weihnachtliche Geschichten bereit.

 

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