|Leseliebe| „Hard Land“ von Benedict Wells

Die Werke von Benedict Wells sind schon seit einigen Jahren in aller Munde und ungefähr genauso lange möchte ich ein Buch von ihm lesen. Aber wie es manchmal so ist, es gibt einfach zu viele Bücher und irgendwie bin ich trotz aller Faszination (auch bezüglich der Familiengeschichte von Benedict Wells – dessen Name ein Pseudonym ist, denn in Wahrheit ist er mit dem Autorenkollegen Ferdinand von Schirach verwandt) bislang nicht dazu gekommen, etwas von Benedict Wells zu lesen. Als ich entdeckt habe, dass im Frühjahr mit „Hard Land“ ein neuer Roman von ihm erscheinen wird, habe ich direkt zugeschlagen und das E-Book bei „netgalley“ angefordert. Heute möchte ich Euch erzählen, ob Benedict Wells dem Ruf, der ihm vorauseilt, für mich persönlich gerecht geworden ist.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Hard Land von Benedict Wells Rezension

 

 

Der Sommes seines Lebens

Der 15jährige Sam erlebt im Jahr 1985 in Missouri/USA den Sommer seines Lebens. Eigentlich sind die Voraussetzungen denkbar schlecht, denn Sam fristet in der Schule ein Außenseiterdasein. Als auch noch sein einziger Freund wegzieht, ist er völlig auf sich alleine gestellt. Hinzu kommt, dass seine Mutter krank ist und sein Vater wenig mit ihm anzufangen weiß.

Das Blatt wendet sich, als Sam einen Job im örtlichen Kino annimmt. Denn dort trifft er auf eine eingeschworene Clique bestehend aus dem schweigsamen, dunkelhäutigen Sportstar der Highschool, einem exzentrischen Jungen aus gutem Haus und der flatterhaften Tochter des Kinobesitzers. Letztere verdreht Sam gehörig den Kopf. Obwohl die drei zwei Jahre älter sind als Sam, nehmen sie ihn in ihrer Mitte auf und zeigen ihm eine Vielzahl an Dingen, die zum Erwachsenwerden dazu gehören. Das läuft nicht immer glatt, bringt Sams Leben aber auf ein ganz anderes Level.

 

Prädikat wunderbar

Oh dieses Buch war so wunderbar! Ich habe es wirklich von Seite eins an geliebt. Das lag zum einen am Schreibstil. Denn Benedict Wells schafft es, seinen Teenie-Erzähler völlig altersgerecht klingen zu lassen. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, als ob Sam mir seine Geschichte tatsächlich selbst erzählen würde.

Zum anderen ist „Hard Land“ zwar ein typisches „Coming of Age“-Buch, trotzdem hatte ich nie den Eindruck, als würde ich eine bereits tausendmal erzählte Geschichte lesen. Mich haben Sams Erlebnisse und Gedanken total in ihren Bann gezogen. Was dazu geführt hat, dass ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin.

Hinzu kommt, dass Benedict Wells für mich genau die richtige Mischung aus Tragik und Komik gefunden hat. Es gab sowohl die heiteren als auch die ernsten Momente. In den düsteren habe ich richtig mit Sam mitgelitten.

 

Größtes Kompliment: ich hatte John-Irving-Vibes…

Für mich war „Hard Land“ ein absolutes Highlight, denn es hat in mir das Gefühl eines Sommers in den 80er Jahren heraufbeschworen. Das größte Kompliment, das ich „Hard Land“ machen kann, ist, dass es mich an eines meiner absoluten Lieblingsbücher (EVER!) erinnert hat: „Owen Meany“ von John Irving. Wahrscheinlich weil es in beiden Büchern um das Erwachsenwerden in den USA in einem vergangenen Jahrzehnt geht.

Bleibt mir nur Euch allen den Rat zu geben: lest dieses Buch. Es ist grandios.

 

 

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