|Leseliebe| „Sommernachtserwachen“ von Meg Rosoff

Wow, was für eine wunderschöne Familiengeschichte über einen endlos langen Sommer am Meer. Poetisch geschrieben und so mitreißend, dass ich geradezu durch die Seiten geflogen bin. Meine Gedanken zu „Sommernachtserwachen“ muss ich Euch unbedingt in dieser Rezension zusammenfassen.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Sommernachtserwachen von Meg Rosoff

 

Ein Sommer am Meer

In „Sommernachtserwachen“ erzählt Meg Rosoff die Geschichte einer sechsköpfigen englischen Familie, die den Sommer traditionell in ihrem Ferienhaus am Meer verbringt. Aber dieses Mal ist alles anders, denn dieser Sommer soll durch eine Hochzeit gekrönt werden. Zudem schickt die Patentante der Braut – eine leicht abgehalfterte Hollywooddiva – ihre beiden Söhne vorbei. Zwei Jungs, die unterschiedlicher nicht sein könnten: den nahezu überirdisch schönen Kit, der mit seinem Charisma alle in seinen Bann zieht, und den verschlossenen, unscheinbaren Hugo, der im Schatten seines Bruders unterzugehen droht. Es scheint, als würde sich die gesamte Familie in Kit verlieben – und in der Folge beinahe in den Abgrund stürzen.

 

Poesie

Wow, ich bin beeindruckt, wie es Meg Rosoff schafft, auf nur ca. 250 Seiten diese komplexe Familiengeschichte eines ganz besonderen Sommers am Meer zu erzählen. Mich hat die Autorin von Beginn an mit ihrem poetischen Schreibstil begeistert. Die Geschehnisse rundum Kit fand ich zudem sehr spannend. Hinzu kommt, dass mich „Sommernachtserwachen“ an „Call Me By Your Name“ von Andre Aciman erinnert hat – eines meiner absoluten Lieblingsbücher.

 

Retro-Gefühl

Interessanterweise hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass die Geschichte in „Sommernachtserwachen“ – genau wie besagtes „Call Me By Your Name“-  in der Vergangenheit spielt. Ich konnte zunächst nicht so recht festmachen, woher dieses Gefühl rührt. Mittlerweile glaube ich, dass ich die Lösung gefunden habe: in „Sommernachtserwachen“ spielen moderne Kommunikationsmittel wie Handys keine Rolle. Für mich hatte die Geschichte einen wunderbaren Retro-Touch, weshalb mich beim Lesen das heimeliges Gefühl eines entschleunigten Sommers begleitet hat.

 

Nicht „nur“ ein Jugendbuch

Für mich zeigt „Sommernachtserwachen“ auf ganz wunderbare Weise, wie vielfältig das Genre Jugendbuch sein kann. Denn ich hatte beim Lesen keine Sekunde das Gefühl, eine Geschichte zu lesen, die sich primär an Jugendliche richtet. Im Gegenteil. Ich habe „Sommernachtserwachen“ als sehr erwachsen und vielschichtig empfunden. Einfach eine rundum gelungene Erzählung, die von allen Altersklassen gelesen werden sollte. Ein grandioses Buch!

 

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