|Leseliebe| Mein Lesemonat März 2020

Nach meinen Ausführungen zum „Social Distancing“ dürfte es wenig überraschen, dass mein Lesemonat März 2020 ein sehr erfolgreicher war. Das Lesen war in diesem Monat meine Flucht in eine bessere Welt. Sogar beim Arbeiten im Home Office liegt immer eine Buch neben mir. Damit ich, wenn es im VPN-Tunnel mal wieder ein bisschen länger dauert, schnell zwischendurch eine Seite lesen kann. Das gute, alte „Bin ich schon drin?“ von Boris Becker kriegt da eine ganz neue Bedeutung…

Meinen Lesemonat März 2020 möchte ich – wie auch schon den Februar – in Form einer Hitliste präsentieren.

Ich konnte 9 Bücher beenden. Diese teilen sich in 6 deutsche und 3 englische Bücher bzw. 3 E-Books, 3 Hörbücher und 3 klassische Bücher auf.

 

Belmonte von Antonia Riepp

 

1. „Belmonte“ von Antonia Riepp

Eine deutsch-italienische Familiensaga zwischen „Bella Italia“ und dem schönen Allgäu. Das war genau das, was ich in diesen Zeiten, in denen niemand reisen darf, gebraucht habe. Hinzu kommt, dass die Rückblicke ins vom Krieg gezeichnete Italien gezeigt haben, dass es in jeder Epoche dunkle Zeiten gegeben hat. Und irgendwie hat die Menschheit immer überlebt… Wenn die Geschichte dann auch noch mit überraschenden Wendungen aufwartet, ist sie erste Anwärterin auf die Pole Position in meinem Lesemonat März 2020. Für mehr Details klickt hier.

 

The Gravity of Us von Phil Stamper

 

2. „The Gravity of Us“ von Phil Stamper

Nerdigen Großstadt-Teenie aus New York mit großer Gefolgschaft in den sozialen Medien verschlägt es in die texanische Einöde, da sich sein Vater für die Mars-Mission der NASA qualifiziert hat. Dort angekommen legt Cal sich mit dem TV-Sender an, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Mars-Mission als Seifenoper zu inszenieren. Und dann gibt es da auch noch den ruhigen, manchmal traurigen Sohn einer Kollegin seines Vaters, der Cals Herz höher schlagen lässt.

Ich habe „The Gravity of Us“ als Hörbuch gehört, und es hat mir so, so gut gefallen. Ich mochte sowohl die sehr modernen und „diversen“ Charaktere als auch das Setting auf der NASA-Base. Hinzu kommt, dass ich es großartig finde, wenn die Liebe zwischen zwei Jungs genauso selbstverständlich inszeniert wird wie die zwischen einem Mädchen und einem Jungen. Ganz viel Liebe für dieses Buch und den Autor, der sich als Teenie gewünscht hätte, so eine Liebesgeschichte lesen zu dürfen.

 

Dichterkinder von Armin Strohmeyr

 

3. „Dichterkinder“ von Armin Strohmeyr

Wenn ein Sachbuch bzw. eine Biografie sich anfühlt wie ein Roman, dann hat der Autor sehr viel richtig gemacht. Und die Personen, aus deren Leben er erzählt, haben ein besonders spannendes gelebt. Exakt so erging es mir mit den „Dichterkindern“ Erika & Klaus Mann und ihren Freunden. Ausführlich habe ich dieses Buch hier vorgestellt.

 

Mädelsabend von Anne Gesthuysen

 

4. „Mädelsabend“ von Anne Gesthuysen

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich die Reihenfolge von Platz 3 und 4 auch hätte umkehren können. Denn mir haben beide Bücher gleich gut gefallen.

Beim „Mädelsabend“ mochte ich sehr gerne, wie Anne Gesthuysen die Geschichte dreier Frauen aus unterschiedlichen Generationen einer Familie „zusammengebaut“ hat. So ergibt sich ein toller Überblick über die typisch deutschen Frauenschicksale der letzten ca. 80 Jahre. Mehr Details findet Ihr hier.

 

Das Leuchten über dem Gipfel von Lenz Koppelstätter

 

5. „Das Leuchten über dem Gipfel“ von Lenz Koppelstätter

Dass Lenz Koppelstätter in den Top 3 meiner Lieblingsregionalkrimiautoren ist, dürfte kein Geheimnis sein. Auch in diesem neuen Teil bin ich unglaublich gerne mit ihm nach Südtirol – heuer ins Pustertal – gereist. Dieses Mal war es eine wilde und spannende Mischung aus Fußball, Wettmafia und Mahler-Enthusiasten.

Trotz aller Begeisterung für Lenz Koppelstätters Art zu schreiben und zu plotten, gab es für mich Kritikpunkte. An der ein oder anderen Stelle war es mir eine Spur zu abgedreht (die „Orgie“ zwischen Kommissaren und Fußballern im Hotelzimmer). Und der Kniff, dass sich ganz am Ende noch einmal eine überraschende Wendung ergibt, nutzt sich für mich langsam aber sicher ab…

 

Aljona Savchenko von Alexandra Ilina

 

6. „Aljona Savchenko – der lange Weg zum olympischen Gold“ von Alexandra Ilina

Sportbiografien gehören zu meinen großen Leseleidenschaften und insbesondere bei einer Eiskunstlaufbiografie kann ich nie „nein“ sagen. Und so habe ich mir „Aljona Savchenko – der lange Weg zum olympischen Gold“ selbst zum Geburtstag geschenkt, obwohl ich bereits „Ein perfektes Paar“ über Aljona und ihren ehemaligen Partner Robin Szolkowy gelesen hatte.

Inhaltlich fand ich es wahnsinnig spannend, von Aljonas steinigem Weg aus der ukrainischen Provinz über Kiev und Chemnitz bis ins schöne Allgäu zu lesen. Gerade ihr Verhältnis zu Robin Szolkowy (man möchte die beiden am liebsten im Nachhinein noch schütteln und fragen, warum redet ihr nicht einfach einmal miteinander und kehrt stattdessen alles unausgesprochen unter den Teppich?!) und ihrem ehemaligen Trainer und Lebensgefährten Ingo Steuer (Sätze wie „wenn du XY nicht machst, schicke ich dich zurück in die Ukraine!“ lassen es einem eiskalt den Rücken hinablaufen) beinhaltet viel Brisanz. Und das, obwohl Aljona nicht zu viel Preis gibt und sich durchaus um Neutralität in der Darstellung bemüht. Sie wäscht definitiv keine schmutzige Wäsche.

Vom Schreibstil her konnte mich die Biografie hingegen nicht überzeugen. Ich hoffe, ich habe es richtig recherchiert, aber die Autorin ist keine „Muttersprachlerin“ und das merkt man an der ein oder anderen wenig eleganten oder grammatikalisch ungeschickten Formulierung (siehe auch der Titel, da hätte in meinen Augen „der lange Weg zu olympischem Gold“ besser geklungen). Auf Seite 172 ganz oben gab es außerdem einen Flüchtigkeitsfehler: „Oh sorry, war irgendwie abgelehnt.“

Kurz zusammengefasst würde ich sagen: Inhalt top, die Form hingegen ausbaufähig.

 

Always and Forever Lara Jean von Jenny Han

 

7. „Always and Forever, Lara Jean“ von Jenny Han

Das ist der dritte und finale Teil der wirklich süßen Teenie-Geschichte „To All the Boys I’ve Loved Before“, in der Lara Jean zu Beginn mit Entsetzen feststellen muss, dass jemand heimlich all die Liebesbriefe verschickt hat, die sie einst an die diversen „Schwärmereien“ ihres jungen Lebens geschrieben hat (und selbst nie versenden wollte). In diesem Teil hat sie längst einen „richtigen“ Boy-Friend, weshalb weniger die Liebesbriefe und vielmehr die Frage, wie es mit dieser Liebe am College weitergehen wird, im Mittelpunkt steht.

Für mich beste und leichte Unterhaltung auf meinen Anfang März noch stattfindenden Fahrten zur Arbeit.

 

"Only Mostly Devastated" von Sophie Gonzales

 

8. „Only Mostly Devastated“ von Sophie Gonzales

Noch eine süße „Coming of Age“-Geschichte mit einer gleichgeschlechtlichen Romanze, die ich im englischen Original gehört habe.

Wie tragisch: da triffst du aufgrund eines Umzugs überraschend den Jungen wieder, mit dem du einen wunderschönen Sommer und den Zauber der ersten Liebe erlebt hast. Und was muss du feststellen? Er verleugnet seine Sexualität und sitzt tatenlos daneben, wenn seine Kumpels homophobe Sprüche vom Stapel lassen. Und dennoch sucht er heimlich deine Nähe. Aber kannst du ihm vertrauen?

Einerseits hat mir die Geschichte und das Setting gut gefallen. Andererseits konnte mich „Only Mostly Devastated“ trotz dieser guten Voraussetzungen nicht fesseln. Manchmal ist es einfach so, dass einem als Leser die Chemie zwischen den Protagonisten – das große Knistern – fehlt. Deshalb leider kein Platz weiter vorne in meinem Ranking.

 

"Bis es Sterne regnet" von Ava Blum

 

9. „Bis es Sterne regnet“ von Ava Blum

„Bis es Sterne regnet“ konnte mich nicht komplett überzeugen. Aber dass das Buch hier in meinem Ranking für den Lesemonat März 2020 auf dem letzten Platz liegt, gründet eher darauf, dass ich in diesem Monat so viele gute Bücher gelesen habe, denn auf der Qualität der Geschichte.

Ich mag „alles mit Ballett“ nicht erst seit dem Film „Center Stage“. Bereits als Kind habe ich sowohl die Weihnachtsserie „Anna“ geschaut als auch das Begleitbuch zur Serie gelesen (über das Thema könnte ich einen eigenen Post verfassen, denn ich habe als Kind wirklich zu allen TV-Serien, die ich geliebt habe, auch die Bücher besessen. Über die Sinnhaftigkeit mag man sich streiten, für mich war das absolut logisch. Wenn mir eine Serie gefallen hat, wollte ich auch das Buch lesen. „Die Schwarzwaldklinik“, „Eine glückliche Familie“, „Nicht von schlechten Eltern“ – you name it, ich hatte sie alle als Buch).

Den Beginn von „Bis es Sterne regnet“ mochte ich gerne. Wie Balletttänzer Yuri nach dem Krebstod seiner Mutter nach Russland zieht, um bei seinem entfremdeten Vater zu leben, und wie er an der Ballettakademie neue Freunde und insbesondere seine Pas-de-Deux-Partnerin Mae kennenlernt, hat mir gut gefallen. Es hat mich sogar ein bisschen an den tollen Film „Save the Last Dance“ erinnert.

Nicht überzeugen konnte mich hingegen das letzte Drittel, das für meinen Geschmack zu dramatisch und voller Intrigen ausfiel. Entsprechend reichte es für „Bis es Sterne regnet“ nur zum letzten Platz in meinem Lesemonat März 2020…

 

Ich hoffe auf einen ähnlich erfolgreichen Lesemonat April 2020. Und wünsche allen ganz viel Spaß in der Welt der Bücher!

 

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Steffi,
    das klingt nach einem sehr gelungenen Lesemonat. Du hast einige Bücher „verschlungen“. Bis es Sterne regnet steht auf meiner Wunschliste aktuell auch weit oben. Ich habe bislang noch nie einen Tanzroman gelesen. Dafür schaue ich mir jeden Tanzfilm an, den ich unter die Fittiche bekomme. Schade, dass das Buch in deinem Ranking ein wenig abgefallen ist. Ich bin gespannt, ob die von dir genannen Kritikpunkte auch bei mir anschlagen werden.

    Ich wünsche dir wunderschöne Osterfeiertage.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    • glimrende
      Autor
      14. April 2020 / 19:22

      Hi Tanja,

      dann bin ich schon mal gespannt wie Deine Rezension zu „Bis es Sterne regnet“ ausfallen wird.

      Ich hoffe, Du hattest schöne Ostern mit vielen tollen Büchern.

      Viele Grüße.

      Steffi

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