|Leseliebe| Lesemonat Februar 2022

Da der Februar der Monat ist, in dem ich traditionell die wenigsten Bücher lese (in der Vergangenheit manchmal nur 5 Bücher), bin ich sehr glücklich über meinen Lesemonat Februar 2022, denn ich habe es tatsächlich geschafft, 9 Bücher zu beenden. Diese teilen sich auf in 4 klassische Bücher, 3 Hörbücher und 2 E-Books. Das lässt den Anteil der Hörbücher ungewöhnlich hoch erscheinen. Was jedoch dem Beenden eines aus dem Januar übertragenen Hörbuch direkt zu Beginn des Folgemonats geschuldet ist.

Auf Englisch habe ich leider überhaupt nicht gelesen. Denn ich habe den Lesemonat Februar zum einen dem „SUB-Abbau“ (bei mir: SUB = deutsche Bücher) gewidmet. Zum anderen habe ich einige deutschsprachige Rezensionsexemplare angenommen und direkt gelesen.

 


Super gute Bücher

 

Lesemonat März 2022 Erstmal für immer Dunbridge Academy

 

„Erstmal für immer“ von Madeleine Becker

Die Autorin kennen die meisten wahrscheinlich eher unter ihrem Instagramnamen „Frau Freudig“. Dort teilt sie auf ihrem Account ihre Erfahrungen als Quereinsteigerin in die Landwirtschaft. Sie lebt und arbeitet mit ihrem Freund auf dem Bauernhof seiner Eltern in Mörtschach in Österreich.

Genau um dieses Thema dreht sich auch ihr Buch: wie kam es überhaupt dazu, dass sie in Österreich „kleben“ geblieben ist? Wie romantisch ist das echte Leben auf einem Bauernhof? Spielt sie den ganzen Tag mit kleinen Kälbchen? Oder ist Madeleine vielmehr damit beschäftigt, diese unter Einsatz all ihrer Kräfte großzuziehen, bis sie beim Schlachter landen?

Da ich selbst aus einem 150-Seelen-Dorf stamme, ist mir die Landwirtschaft nicht fremd. Hätte das Schicksal ein paar Weichen anders gestellt, wäre mein Vater vermutlich sogar Bauer geworden. Da ich aber nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, durfte ich dank „Erstmal für immer“ im Lesemonat Februar 2022 einiges dazu lernen. Zum Beispiel hatte ich mir vorher nie Gedanken darüber gemacht, wie entscheidend für einen Milchviehbetrieb die Geburt von möglichst vielen weiblichen Kälbchen ist.

Das war übrigens das bewegendste Kapitel für mich: das kurze Leben eines kleinen Stiers. Ich hatte Tränen in den Augen. Ich würde mir wünschen, dieser Abschnitt würde zur Schaffung von mehr Bewusstsein – für ein Ende der Abkoppelung vom Fleischkonsum von der Produktion – an jeder Fleischtheke aushängen.

Ein tolles Sachbuch, das sich wie ein Roman gelesen hat.

 

„Dunbridge Academy – Anywhere“ von Sarah Sprinz

Müsste ich eine Kurzzusammenfassung für dieses Buch schreiben, würde sie in etwa so lauten: „Deutsche Schülerin wechselt für ein Auslandsjahr auf ein schottisches Internat und verliebt sich in einen heißen Schotten. Leider ist der bereits in in einer auf den ersten Blick perfekten Beziehung. Trotzdem unterstützt er das deutsche Mädchen bei der Integration, beim Kampf gegen unfaire Lehrer und auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater.“

Hach, „Dunbridge Academy“ ist genau meine Welt. Ich habe es als Kind geliebt, Internatsgeschichten zu lesen. Ich glaube, es gibt keine, die ich nicht gelesen habe. „Dolly“, „Hanni und Nanni“, „Burg Schreckenstein“ – you name it, I read it. Jetzt kommt Sarah Sprinz um die Ecke und liefert genau so eine Geschichte für „erwachsenere“ Leser ab. Dafür bin ich ihr super dankbar, denn ich hatte so viel Spaß beim Lesen und Schwelgen in Erinnerungen. Sogar die legendären Mitternachtspartys wurden thematisiert. Fun fact, ich habe gemeinsam mit einer Freundin regelmäßig geplant, wenn wir beieinander übernachtet haben, nachts aufzustehen und so eine Party zu feiern. Hinbekommen haben wir es nie. Einmal haben wir sogar ihre kleine Schwester und deren Freundin wieder weggeschickt, die es im Gegensatz zu uns aus dem Bett geschafft hatten…

Ihr seht, ich bin begeistert vom ersten Teil der „Dunbridge Academy“-Reihe. Mein einziger, minikleiner Kritikpunkt ist, dass ich eine dramatische Wendung im letzten Drittel des Buches nicht gebraucht hätte. Das war so abrupt, als würde ein neues Buch beginnen.

Ich habe einige kritische Stimmen zum Thema „love triangle“ und zum zeitlichen Ablauf der Auflösung desselben gelesen. Hier bin ich anderer Meinung, denn ich finde es gerade sehr realistisch, dass hier von einem der Protagonisten kein knallharter Schnitt gezogen wird. Stattdessen gibt es eine Grauzone, in der diese Person bereits Gefühle für jemand Neues hat und trotzdem die alte Beziehung nicht beendet. In meinen Augen kann sich niemand davon freisprechen, in einer solchen Situation nicht ähnlich zu handeln. Speziell, wenn es sich auch noch um einen Teenager handelt.

Ganz viel Liebe für diese grandiose Internatsgeschichte und Vorfreude auf die weiteren Teile.

 

Lesemonat März 2022 Kaiserstuhl Alles, was ich in dir sehe

 

„Alles, was ich in dir sehe“ von Kyra Groh

Noch ein Auftakt zu einer „New Adult“-Reihe, der mir im Lesemonat Februar 2022 super gut gefallen hat. Drei frischgebackene Abiturientinnen in einer deutschen Kleinstadt stehen im Fokus von Kyra Grohs Reihe. Also ganz weit weg von Schottland und der elitären „Dunbridge Academy“.

Anna bekommt zum Abitur eine Reise nach Portugal geschenkt, die sich als verkappter Businesstrip des Fitnessimperiums von Annas Eltern entpuppt. Entnervt, weil sie auf keinen Fall jemals wieder für den Instagramaccount der Firma modeln will, seilt Anna sich ab und landet auf einem kleinen Hunderettungshof im portugiesischen Hinterland. Dort stürzt sie sich mit viel Enthusiasmus in die wenig glamouröse Arbeit. Alles könnte so schön sein, wäre da nicht der ernste Fynn, der jede ihrer Bewegungen kritisch zu beäugen scheint…

Dieses Buch kam genau zum richtigen Zeitpunkt, denn ich spürte beim Lesen regelrecht die Sonnenstrahlen auf der Haut. Richtig schönes Urlaubsfeeling mit ernsten Themen (und überraschend realistischer „sexy time“). Ich glaube, ich muss nicht nur diese neue Reihe von Kyra Groh weiterverfolgen sondern auch einen Blick auf ihre bereits erschienenen Jugendbücher werfen.

 

„Kaiserstuhl“ von Brigitte Glaser

Brigitte Glaser ist eine meiner liebsten deutschen Autorinnen, wenn es um historische Themen geht. Ich finde, es gibt niemanden, der es schafft wie sie, die Geschichte der jungen Bundesrepublik mit fiktiven Figuren zu verweben.

„Kaiserstuhl“ reiht sich nahtlos ein und bietet einen geradezu erschreckenden Bezug zur Realität. Steht hier doch das Elsass und die südbadische Grenzregion im Fokus – ein Landstrich, der jahrhundertelang von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt war.

Für mich war dieses Buch deshalb einerseits Hoffnungsschimmer dafür, dass sich die Dinge eben doch ändern können. Andererseits Mahnmal, dass wir den Frieden in der Mitte Europas in den letzten Jahren als viel zu selbstverständlich hingenommen haben.

Hier geht es zu meiner ausführlichen Rezension.

 


 

Gute Bücher

 

Lesemonat März 2022 Lilian Kaliner In ewiger Freundschaft

 

„In ewiger Freundschaft“ von Nele Neuhaus

Ich  gebe es ehrlich zu, eigentlich war ich aus der Krimireihe rundum Oliver von Bodenstein und Pia Sander raus. Als ich jedoch entdeckt habe, dass es in dem neuesten Band um einen Mord im Verlagsmilieu geht, war mein Interesse geweckt. Konnte ich aufgrund des profunden Erfahrungsschatzes von Nele Neuhaus doch mit einem spannenden Blick hinter die Kulissen rechnen.

Genau das liefert die Autorin auch ab. Sie paart eine fesselnde Krimihandlung mit einem Einblick in die Verlagswelt. Das hat Spaß gemacht!

Hier erzähle ich Euch mehr über das (Hör-)Buch.

 

„Sehnsucht in deinem Herzen“ und „Das Glück findet dich“ von Lilian Kaliner

Ich habe im Lesemonat Februar 2022 Teil 1 und 2 dieser Reihe über fünf Brüder, die auf der väterlichen Farm im australischen Nirgendwo leben, gehört. Als Fan „Der fliegenden Ärzte“ hat es mir gut gefallen, für diese Geschichten nach Australien zurückzukehren.

Für mich war es perfekt, die beiden Bände als Hörbuch zu konsumieren. Denn während mir das Setting in Australien gut gefallen hat, haben mir bei den zwei Liebesgeschichten die fliegenden Funken gefehlt. Das hätte mich beim aktiven Lesen mehr gestört als beim „nebenher“ Hören.

Meine ausführliche Rezension gibt es hier.

 


 

Not My Cup of Tea

 

Lesemonat März 2022 Frankreich wir kommen Love Me Snowly

 

„Frankreich, wir kommen!“ von Brigitte Guggisberg

Brigitte Guggisberg ist eine Autorin, die meine Mutter gerne liest. Ihren Roman „Die Weinbergfrauen“ fand ich auch sehr charmant, „Frankreich, wir kommen!“ hingegen war für meinen Geschmack zu langatmig.

Im Fokus stehen zwei Frauen, die sich mit einem klapprigen Food Truck vom Südbadischen auf einen Roadtrip durch Frankreich machen, um an der finalen Destination Nizza an einem Festival teilzunehmen.

Wieder eine Geschichte, die ich mir gut als Freitagabend-Wohlfühlfilm in der ARD vorstellen kann, die mich jedoch zu keiner Sekunde so richtig gepackt hat. Irgendwie konnten mich weder die Figuren noch ihre Erlebnisse begeistern. Schade.

 

„Love Me Snowly“ von Jessica Wismar

Eine Gruppe junger Menschen, die einen gemeinsamen Skiurlaub in Österreich verbringt – das klingt nach genau meinem Setting. Für mich toppt nichts einen sonnigen Urlaubstag im klirrendkalten Schnee.

Leider war die Umsetzung ziemlich katastrophal: zu viele Charaktere, wie aus dem Nichts auftauchende Wendungen und Gefühlsausbrüche, Rechtschreibfehler sowie ein überladener Plot. Den Grund dafür bekam ich am Ende des Buches geliefert: die Autorin hat dieses Buch in sehr jungen Jahren geschrieben. Daran ist nichts Verwerfliches, aber warum um Himmels Willen geht der Verlag im Lektorat nicht her und dreht die Geschichte einmal auf links? Es ist mir ein Rätsel, wie man diese Geschichte in dieser Rohfassung veröffentlichen konnte. Es ist mir wichtig, zu betonen, dass ich an der Stelle nicht die Autorin sondern den Verlag angreife. Trotzdem schüttele ich noch immer den Kopf über dieses Buch…

Meine ausführliche Meinung findet Ihr hier.

 


 

Das war mein Lesemonat Februar 2022. Bleibt mir nur, Euch allen einen wundervollen Lesemonat März 2022 wünschen. Mögen viele tolle Geschichten auf uns alle warten.

 

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