|Sportsgeist| YEZ Yoga Festival 2020 in Stuttgart

Ich war gestern bei der zweiten Ausgabe vom YEZ Yoga Festival in Stuttgart. Und da einige Fragen dazu kamen („Wie schafft man es, einen ganzen Tag Yoga zu machen?“), wurde in mir die Idee geboren, hier auf dem Blog darüber zu schreiben.

 

2020 YEZ Yoga Festival

 

Als ich die erste Werbung für das YEZ Yoga Festival 2020 gesehen habe, stand sofort für mich fest, dass ich da unbedingt dabei sein möchte. Denn der Besuch dieses Yoga Events im letzten Jahr gehört definitiv in die Top 5 meiner schönsten Tage 2019 (und ja, ich reflektiere am Ende des Jahres immer die für mich schönsten Tage). Mir hat es super gefallen, den ganzen Tag mit Yoga zu verbringen, die Location war toll, die Atmosphäre ebenfalls und das vegane Essen fand ich perfekt.

Wir hatten uns erneut für den Samstag entschieden (denn so kann man sich am Sonntag „erholen“ bzw. – let’s face reality – den Sonntag dazu nutzen, um die liegengebliebene Hausarbeit nachzuarbeiten) und uns zur ersten Stunde morgens um 9:00 Uhr getroffen. Die Parkmöglichkeiten direkt gegenüber der Carl Benz Arena sind top. Und eigentlich auch nicht zu verfehlen. Wenn man nicht zu faul ist, nach der Hausnummer zu suchen und stattdessen nur „Mercedesstraße“ ins Navi eingibt. Die ist ziemlich lang, und man landet an einem komischen Ende dieser Straße. Für Euch getestet.

 

„Flow Your Mind“ mit Susanne Klingenstein aus Stuttgart (Vinyasa / Level 1)

Die erste Session des Tages ist traditionell dazu gedacht, in den Tag „hineinzukommen“. Also eher relaxt und meditativ. Hat auch gut zum dämmrigen Licht, das von draußen in die Halle fiel, und den Kerzen in der Halle gepasst.

 

„Herz weit offen“ mit Gabriela Bozic aus München (Jivamukti / Level 2)

Für mich DIE Erkenntnis des YEZ Yoga Festivals: ich finde Jivamukti klasse. Das ist ein sehr schneller, dynamischer und schweißtreibender Yogastil, der gerne durch entsprechende Beats unterlegt wird. Jivamukti kommt aus New York und das passt sehr gut, finde ich. Zumindest kann ich mir super vorstellen, wie hippe New Yorker/innen morgens mit der Yogamatte unter dem Arm vor der Arbeit zum „Jivamukti“-Yoga marschieren. Da ich jemand bin, der sich gerne beim Yoga auspowert, passt der Stil perfekt zu mir, und ich möchte mich unbedingt mehr mit Jivamukti beschäftigen. Auch weil ich finde, dass es die passende Ergänzung zum sehr genauen, auf die Ausrichtung achtenden „Anusara“-Stil ist, denn ich normalerweise betreibe.

 

„Feel Free“ mit Kat Swenson aus Schwäbisch Hall (Anusara / Level 1)

Die dritte Stunde des Tages wollte ich unbedingt mitnehmen, wurde sie doch von einer Yogalehrerin aus meiner alten Heimat angeleitet. Ich finde es ziemlich cool, dass neben den ganzen Metropolen (München, Wien, Frankfurt…) auch eine Kleinstadt aus meiner Heimat vertreten war. Außerdem gut zu wissen, dass es dort ein tolles Yogastudio mit genau meinem Yogastil gibt. Sollte ich jemals in die Heimat zurückkehren, weiß ich, wo ich mich anmelden werde.

Die Stunde mit Kat fand ich klasse, aber natürlich nicht so „augenöffnend“ wie die Stunde davor, da „Anusara“ der Stil ist, den ich jede Woche praktiziere und bei dem ich die Ansagen quasi auswendig kann.

 

Mittagspause

Danach war es Zeit für die halbstündige Mittagspause, die wir um eine weitere Stunde ausgedehnt haben. D.h. wir haben auf die folgende Yin Yoga-Einheit mit Helga Baumgartner verzichtet. Nicht weil wir sie im letzten Jahr schlecht fanden, sondern weil eine halbe Stunde schlicht nicht zum Essen (und ein bisschen Verdauen) gereicht hätte. „Yin Yoga – der Weg der Akzeptanz“ war auch ohne unsere Teilnahme am Samstag die beliebteste Stunde. Die Halle war brechend voll.

Das vegane Essen war sehr lecker. Ich habe eine gebackene Süßkartoffel mit Mango Chutney, Linsen und Blattsalat gegessen. Ich wünschte, bei sonstigen Events in der Porsche-Arena oder Hanns-Martin-Schleyer-Halle wäre das Essen ähnlich gut. Bin mal gespannt, was es im Juni bei den „Toten Hosen“ geben wird. Ich tippe auf „vegane“ Pommes…

 

„The Ninja Class“ mit Carola Fassl aus Wien (Budokon Mobility & Movement / Level 1)

Das war definitiv die ungewöhnlichste Stunde des ganzen Tages. Denn hier durfte man sich als Teilnehmer über den Boden rollen. Dabei galt es, darauf zu achten, dass man immer die Hände und Füße auf dem Boden hat. So kommen Ninja ähnliche Moves zustande. Das ganze beinhaltet Anleihen an Martial Arts und Contemporary Dance. Beim Stichwort „Contemporary“ mussten K. und ich hart grinsen, sahen wir uns doch schon wie Papadakis & Cizeron in ihren Eistanzküren über den Boden gleiten. (Kleine Info am Rande: überhaupt nicht mein Eistanzstil).

Ich fand diese Stunde sehr speziell, aber trotzdem cool. Wir alle mussten unsere Komfortzone verlassen und uns auf etwas komplett Neues einlassen. So fehlten z.B. die üblichen präzisen Ansagen aus dem Yoga und auch der Platz auf der Matte musste aufgegeben werden. Mit der Folge, dass man sich auf dem nackten Boden wiederfand. Sehr spannend. Meiner Meinung nach hat so eine außergewöhnliche Klasse bei einem Yoga Festival genauso ihre Berechtigung wie ein klassischer Vinyasa Flow.

Es war übrigens viel anstrengender, als man meinen sollte, sich über den Boden zu rollen. Blöderweise hat bei mir mein „Schwindelproblem“ voll zugeschlagen und mir wurde durch die „Rollerei“ etwas schlecht (so, als hätte ich auf der Schaukel oder einem Schiff bei Seegang gesessen).

 

„Check Your Head“ mit Tobias Holzinger aus Stuttgart (Jivamukti / Level 2)

Vielleicht die für mich schönste Stunde des Tages. Die Dynamik, die Musik, die trotzdem lockere und witzige Atmosphäre – das hat einfach so viel Spaß gemacht. Auch der Moment, als alle in der einbeinigen Vorbeuge total gestöhnt und gewackelt haben, und ich das Problem gar nicht verstanden habe, weil die bei mir super geklappt hat. Klar, man soll immer auf seiner Matte bleiben, aber als absolute Sportniete aus Kindertagen freue ich mich trotzdem, endlich eine Sportart gefunden zu haben, die mir liegt.

Hier beim YEZ Yoga Festival mag ich übrigens auch das Singen total. Eigentlich kann ich überhaupt nicht singen und meide das deshalb in der Öffentlichkeit. Aber in der Kirche und beim Yoga Festival mache ich eine Ausnahme. „Ohhhmmm“ und „Stille Nacht“ – finde ich gut.

 

„Wie im siebten Himmel“ mit Afia Joy Adu-Sanyah aus Frankfurt (AcroYoga / Level 1)

Absolutes Neuland. AcroYoga – also quasi „Yoga zu zweit“ – hatte ich davor noch nie probiert. Es war eine wacklige, aber durchaus interessante Erfahrung. Hat mich ein bisschen an Voltigieren in der Gruppe erinnert. Nur dass man als Kind irgendwie mutiger war… Ich könnte mir trotzdem vorstellen, da mal einen Workshop zu machen.

 

Viel zu schnell…

Und dann war dieser super tolle Tag auch schon wieder vorbei (auf „Liberating Yoga Dance & Movement“ haben wir verzichtet). Die Zeit ist einfach nur so dahin geflogen. Kaum saß man zur ersten Stunde auf der Matte, schwups, war das Ende da. Sollte das YEZ Yoga Festival im nächsten Jahr in die dritte Runde gehen, bin ich definitiv wieder dabei.

Vielen Dank an die Veranstalter, für diese tolle Idee und die super Umsetzung. (Besonders klasse finde ich, dass Timo Hildebrandt voll hinter der Idee steht und nicht nur seinen Namen hergibt). Hoffentlich bis zum nächsten Jahr.

 

4 Kommentare

  1. 14. Januar 2020 / 08:10

    Liebe Stefanie,

    was für schöne Worte!! Herzlichen DANK!!
    Wir freuen uns wirklich sehr, dass du mit dabei warst!

    Alles Liebe und Gute wünscht das YEZ Team

    • glimrende
      Autor
      14. Januar 2020 / 19:38

      Vielen Dank für das tolle Event! Bis hoffentlich zum nächsten Jahr 🙂

  2. Hallo liebe Steffi,
    dein Tag hört sich unglaublich spannend und interessant an. Ich war auch sehr fasziniert, als ich das erste Mal erfahren habe, was es doch alles für unterschiedliche Yoga-Stile gibt. Dass du an diesem Tag in so viele verschiedene Praktiken hineinschnuppern konntest, finde ich richtig klasse. Das Event sagte mir bis eben noch gar nichts. Vielen Dank, dass du es hier einmal im Detail vorgestellt hast.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    • glimrende
      Autor
      1. März 2020 / 16:55

      Hi Tanja,
      ich bin auch mega glücklich, dass ausgerechnet in Stuttgart so ein tolles Yoga Event stattfindet. Wenn es weitergeht, bin ich gerne jedes Jahr mit dabei.

      Viele Grüße.

      Steffi

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