|Leseliebe| „Unterm Schinder“ von Andreas Föhr

Andreas Föhr ist endlich mit einem neuen Krimi zurück! Ich gebe es ehrlich zu, ich hatte regelrechte Entzugserscheinungen, denn die Geschichten rundum Kommissar Wallner und Polizist Kreuthner sind die Nummer 1 in meiner persönlichen Hitliste der besten Regionalkrimis. Entsprechend gespannt war ich, ob Andreas Föhr sein gewohnt hohes Niveau auch in „Unterm Schinder“ würde halten können.

Werbung: das Rezensionsexemplar (Hörbuch) wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Unterm Schinder von Andreas Föhr

 

„Leichen-Leo“ schlägt wieder zu!

Polizist Leo Kreuthner möchte eine attraktive Nachwuchskollegin durch einen spektakulären Polizeieinsatz beeindrucken und inszeniert denselben auf dem heruntergekommenen Hof seines Vaters. Zu blöd, dass er dabei einem echten Verbrecher in die Quere kommt. So entkommt Kreuthner nur knapp dem Kugelhagel (und einem herabfallenden Fensterladen) und macht ganz nebenbei seinem Ruf als „Leichen-Leo“ alle Ehre. Denn er stolpert bei dieser äußerst absurden Aktion über eine Frauenleiche.

Besagte Frauenleiche stellt Kommissar Wallner und sein Team vor viele Rätsel. Warum wurde die Fitnessstudiobesitzerin ca. zwei Jahre nach ihrem Ehemann erschossen? Welche historischen Verbindungen ins kriminelle Milieu hatte der tote Ehemann? Und welche Rolle spielt die ehemalige „Haushälterin“, die wegen des angeblichen Mordes an ihrem Vorgesetzten im Gefängnis sitzt? Die Ermittlungen führen das Team zurück in die Autoverkäuferszene der 90er Jahre. Eine wilde Jagd beginnt, die „unterm Schinder“ (einem Berg an der deutsch-österreichischen Grenze) endet.

 

Inhalt und Sprecher top

Hach, das hat wieder so viel Spaß gemacht! Ich habe das Hörbuch innerhalb kürzester Zeit beendet. Die in gewohnt großartiger Manier von Michael Schwarzmaier gelesene Geschichte hat für mich alles vereint, was ich an Regionalkrimis liebe: Spannung, Lokalkolorit und schräge Charaktere (die jedoch nie der Lächerlichkeit preisgegeben werden oder in den Klamauk abrutschen). Das kann echt keiner so gut wie Andreas Föhr – und vor allem nicht über so viele Bände.

Michael Schwarzmaier ist ein persönlicher Favorit von mir unter den Hörbuchsprechern. Denn er findet genau die richtige Mischung aus bayrischer Mundart und schauspielerischem Einsatz. Ohne es zu übertreiben.

Die eigentliche Krimihandlung fand ich spannend. Obwohl ich betreffend der Hintergrundgeschichte der Frauenleiche bereits früh auf der richtigen Spur war, habe ich eine Wendung kurz vor Ende erst spät erahnt. Genauso muss es in einem guten Krimi sein.

 

Perfekte Mischung aus Krimi und Spaß

Neben der ernsthaften Ermittlungsarbeit von Kommissar Wallner (der mir zusammen mit seiner Daunenjacke von Band zu Band mehr ans Herz wächst) und seinem Team gab es dank Opa Wallner und den zwielichtigen Gestalten in der Mangfallmühle auch in „Unterm Schinder“ wieder ausreichend Grund zum Schmunzeln. Das ist einer der größten Pluspunkte der Regionalkrimis von Andreas Föhr für mich: er schafft es, dass die Krimihandlung zentraler Punkt bleibt und die lustigen Momente diese nie in den Schatten stellen. Das kann ich leider nicht über alle Regionalkrimiautoren – insbesondere bei fortschreitender Anzahl der Bände – sagen.

 

Minuspunkt gekürzte Hörbuchfassung

Schade finde ich lediglich, dass es sich beim Hörbuch um eine gekürzte Version handelt. Warum Bücher für die Hörbuchausgabe  „verstümmelt“ werden, wird sich mir nie erschließen.

 

Fazit

Andreas Föhr stellt auch in Band 9 sein Können unter Beweis und weiß sowohl zu unterhalten als auch einen komplexen Spannungsbogen über drei Zeitebenen aufzubauen. Ich freue mich schon heute auf den nächsten Band der Reihe (oder einen neuen „Eisenberg“?!) und bedaure es, dass es nun wieder heißt, ein oder zwei Jahre zu warten.

 

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