|Leseliebe| Meine Urlaubslektüre

Ich war letzte Woche recht spontan im Urlaub. Ein detaillierter Urlaubsbericht mit wundervollen Herbstbildern wird folgen. Heute möchte ich Euch jedoch zunächst von meiner Urlaubslektüre erzählen. Denn obwohl es eher ein Aktivurlaub war (mit im Schnitt mindestens 20.000 Schritten pro Tag), ist es mir tatsächlich gelungen, drei Bücher zu beenden. Yay!

 

Neun Fremde von Liane Moriarty

 

1. Spannende Urlaubslektüre mit dichter Atmosphäre

Werbung: das Buch wurde mir vom Bloggerportal kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Kennt Ihr das? Eigentlich nimmt Euch ein Buch total gefangen, aber trotzdem schafft Ihr es im Alltag nicht, genug Lesezeit abzuknapsen? Weil Buchmesse und andere Termine in die Quere kommen und dann ist das (wunderschöne) Hardcover auch noch viel zu dick, um es auf S-Bahn-Fahrten mitzunehmen. So ging es mir mit „Neun Fremde“ von Liane Moriarty. Bereits nach wenigen Seiten war ich total in dieser Geschichte um neun Besucher eines Wellness-Resorts versunken. Neun Personen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen eine Auszeit vom Alltag nehmen möchten. In der Abgeschiedenheit angekommen, fällt es den meisten zunächst schwer, sich auf das strenge Reglement, die Ernährungsumstellung und bizarre Vorgaben – wie eine ausgedehnte Schweigemeditation – einzulassen. Und irgendwie werden weder die Teilnehmer noch ich als Leser das Gefühl los, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht…

 

Neun Fremde von Liane Moriarty

 

Das war mein erstes Buch von Liane Moriarty, wird aber ganz bestimmt nicht mein letztes bleiben. Denn die Autorin ist eine virtuose Erzählerin, die es schafft, von der ersten Seite an einen mitreissenden Spannungsbogen aufzubauen. Ich war während der gesamten Lektüre gespannt darauf, was als nächstes passieren würde. Denn irgendwie schien die ganze Zeit etwas Unbekanntes unter der Oberfläche zu brodeln.

Beeindruckt war ich auch davon, dass ich keinerlei Schwierigkeiten hatte, die verschiedenen Personen (neun Fremde plus mehrere „Betreuer“ im Wellness-Resort) zu unterscheiden. Das lag daran, dass es Liane Moriarty ganz wunderbar gelungen ist, die unterschiedlichen Charaktereigenschaften ihrer Protagonisten herauszuarbeiten. So bestand keinerlei Verwechslungsgefahr und auch wenn eine Person länger nicht aufgetaucht ist, konnte ich mich sofort an sie erinnern.

 

Neun Fremde von Liane Moriarty

 

Ich finde es gar nicht so einfach, das Genre von „Neun Fremde“ zu beschreiben. Ein klassischer Roman mit leichten Thriller-Elementen und romantischen Anflügen? Egal, nicht jedes Buch muss in eine Schublade passen. Mich hat „Neun Fremde“ auf alle Fälle in seinen Bann gezogen. Ich möchte unbedingt weitere Bücher von Liane Moriarty entdecken. In ein abgeschiedenes Wellness-Resort hingegen wird es mich in dem Leben wahrscheinlich nicht mehr ziehen…

 

Everything I Didn't Say von Kim Nina Ocker

 

2. Urlaubslektüre aus dem Bereich „New Adult“, die mich – oh Wunder – überzeugen konnte

Eigentlich hatte ich mich mit diesem Post aus dem Genre „New Adult“ verabschiedet. Zwischenzeitlich hat es jedoch Lilly Lucas mit „New Beginnings“ und „New Promises“ geschafft, mich ein bisschen mit diesem Genre zu versöhnen. Und als ich auf der Buchmesse an einem wunderbaren Lesertreff mit Kim Nina Ocker teilnehmen durfte, wusste ich, dass ihr neues Werk „Everything I Didn’t Say“ mit in meinen Urlaub kommen muss. Völlig egal, dass es eigentlich viel praktischer gewesen wäre, Bücher auf dem E-Reader zu lesen.

Und was kann ich Euch sagen, es war die genau richtige Entscheidung. „Everything I Didn’t Say“ war die perfekte Lektüre für Entspannungsmomente nach der Sauna oder ein paar Leseminuten vor dem Einschlafen. Am liebsten hätte ich sogar noch mehr gelesen, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Die Geschichte von Jamie & Carter spielt auf zwei Zeitebenen. Die Geschichte der beiden beginnt im Jahr 2015, als sie sich in Chicago am Set einer Seifenoper begegnen. Er, der aufstrebende Schauspieler, der als ungebundener Frauenschwarm aufgebaut werden soll, und sie, die kleine Praktikantin in der Dramaturgieassistenz. Zwei, die wissen, dass sie eigentlich die Finger voneinander lassen sollten. Ob sie das auch hinbekommen, steht auf einem anderen Blatt.

 

Everything I Didn't Say von Kim Nina Ocker

 

Die zweite Zweitebene spielt im hier und heute. Es wird schnell klar, dass etwas zwischen Jamie & Carter vorgefallen sein muss. Zudem hat sich beider Leben sehr verändert und Carter z.B. spielt plötzlich (im wahrsten Sinne des Wortes) in einer ganz anderen Liga. Kim hat uns beim Lesertreff auf der Buchmesse erzählt, dass sie sehr gespannt ist, ob einer von uns das „große Geheimnis“ / den Knalleffekt errät, der eine zentrale Rolle spielt. Und ich kann an der Stelle verkünden, ja, ich war von Anfang an auf der richtigen Spur. Aber ich habe da auch irgendwie ein Händchen für. Ich erinnere nur an einen Kinofilm, den ich mit Freunden besucht habe, in dem eine der Hauptfiguren gehustet hat. Und ich prompt verkündet habe: der ist bestimmt schwer krank und wird sterben. Was dann auch so eingetreten ist.

Trotz dessen, dass ich dem Geheimnis recht schnell auf der Spur war, hat Kim Nina Ocker in diesem Buch etwas geschafft, was bei „New Adult“-Büchern nur selten vorkommt: ich war mir nie sicher, wie die Geschichte ausgehen wird. Deshalb hat es sehr viel mehr Spaß gemacht, „Everything I Didn’t Say“ zu lesen. Es gab Überraschungseffekte und durch die verschiedenen Zeitebenen war die Geschichte komplett anders aufgebaut als sonst bei „New Adult“-Büchern üblich. Das war so erfrischend zu lesen!

 

Everything I Didn't Say von Kim Nina Ocker

 

Hinzu kommt, dass die Charaktere zwar mit den üblichen Problemen (gefühlskalte Eltern, wenig Geld etc.) zu kämpfen hatten, das ganze aber nie überzogen war (von wegen Hauptperson wurde von den Eltern geschlagen, haust in einem Auto, hat seit Wochen nichts gegessen und muss vom Ritter auf dem weißen Pferd gerettet werden). Auch das Setting „Soap Opera“ mochte ich sehr gerne. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass ich mir gewünscht hätte, dass die Besonderheiten von Chicago (z.B. das oft eher ungemütliche Wetter) eine größere Rolle gespielt hätten.

„Everything I Didn’t Say“ ist also nicht nur ein Buch, das durch sein wunderschönes Cover direkt ins Auge sticht. Auch der Inhalt konnte mich überzeugen. So sehr, dass ich (sobald ich meinen SUB von der Buchmesse abgearbeitet habe) unbedingt weitere Bücher von Kim Nina Ocker lesen möchte. „Everything I Didn’t Say“ werde ich auf alle Fälle für immer mit meinem grandiosen Herbsturlaub in Verbindung bringen. Danke dafür an die Autorin und den Lyx-Verlag (für das Rezensionsexemplar).

 

Schneeflocken und Winterklänge von Amanda Kissel

 

3. Ein dramatisches Weihnachtsbuch als herbstliche Urlaubslektüre

Ich habe es schon öfters erwähnt, ich bin jemand der total auf Weihnachtsbücher steht und jedes Jahr auf der Jagd nach dem perfekten Weihnachtsbuch ist. Meine unangetasteten Favoriten in dem Bereich sind noch immer „Für immer und einen Weihnachtsmorgen“ und „Winterzauber wider Willen“ von Sarah Morgan. Vor allem der „ship wreck hunter“ Alec gehört zu meinen liebsten „book crushes“. Den Kerl würde ich sofort heiraten (okay, den „Schnarchtest“ und das morgendliche Schweigegeblübde müsste er vorher bestehen/ablegen).

Werbung: die Urlaubslektüre wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Als erstes Weihnachtsbuch 2019 habe ich „Schneeflocken und Winterklänge“ von Amanda Kissel herausgepickt. Eine junge Frau, die gemeinsam mit einem attraktiven Journalisten in ihrer Vergangenheit wühlt, um einem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen. Das klang spannend. Auch das Setting zwischen einem Musikladen und einem einsamen Forsthaus inklusive eines Großvaters, der einst ein ein gefeierter Opernsänger war, hat mich direkt angesprochen.

 

Schneeflocken und Winterklänge von Amanda Kissel

 

Obwohl sich die Geschehnisse in „Schneeflocken und Winterklänge“ recht dramatisch entwickeln und die Atmosphäre düster daherkommt, hat mir die Geschichte gut gefallen. Ich war gefesselt, obwohl es kein typisches Weihnachtsbuch ist. Dazu hat Weihnachten eine zu kleine Rolle gespielt, und es gab auch keine typisch kuschelige Wohlfühlatmosphäre.

Ein bisschen übertrieben fand ich den extremen Wintereinbruch, von dem Bad Dürkheim pünktlich zu Weihnachten heimgesucht wurde. Das halte ich in Zeiten des Klimawandels für eher unrealistisch. Da wären Überschwemmungen verursacht durch das übliche „Weihnachtshoch“ realistischer gewesen.

Trotz dass ich wegen des Covers eine romantischere Geschichte erwartet hätte, bin ich mit meinem Auftakt in die Weihnachtsbuchsaison sehr zufrieden. Mir haben die Jagd nach der Lösung eines Familiengeheimnisses und die Suche einer alleinerziehenden Mutter nach dem Liebesglück (verbunden mit den typischen Problemen mit pubertierenden Kindern) gut gefallen. Den Herbst werde ich noch ein bisschen genießen, freue mich aber trotzdem auf Weihnachten.

 

Ich hoffe, Euch hat dieser kleine Einblick in meine Urlaubslektüre gefallen. Ich selbst bin mit meiner Auswahl an Urlaubslektüre ziemlich zufrieden.

 

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