|Leseliebe| Bye, bye „New Adult“… („Just Three Words“)

Mein heutiger Post ist mein (zumindest vorläufiger) Abschied vom Genre „New Adult“. Mit „Just Three Words“ von Iris Fox habe ich in der vergangenen Woche noch einmal einen Versuch gestartet, aber nun muss ich mir eingestehen, das wird aktuell nix mit uns beiden. Dabei würde ich so gerne eine Geschichte, die bei mir Herzklopfen verursacht, lesen. Nur wenn mich die Plots langweilen und die Protagonisten nicht auf einer Wellenlänge mit mir liegen, dann funktioniert das nicht. Deshalb gibt es an dieser Stelle eine Kombination aus Rezension und Abgesang auf das Genre „New Adult“.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Just Three Words von Iris Fox

 

Stille Wasser sind tief

Als ich denn Klappentext von Just Three Words“ gelesen habe, dachte ich mir: ‚Ja, das hört sich nach einer charmanten Geschichte an.‘ Offenherziges Partygirl trifft auf unbeholfenen Nerd, bei dem sie nicht ahnt, was sich hinter seiner unscheinbaren Schale verbirgt. Erst als sie ihn durch einen dummen Zufall mit nacktem Oberkörper sieht, merkt sie, wie viel mehr unter seiner unauffälligen Oberfläche brodelt. Ben hingegen ist schon lange von Patricia fasziniert und versucht für sie, seine Grenzen zu sprengen.

(Verschenktes) Potential

Mir hat an dieser Beschreibung gut gefallen, dass die üblichen „New Adult“-Rollen quasi umgekehrt verteilt wurden. Normalerweise prallen schüchterne Mädels und klassische Bad Boys aufeinander. Genau aus diesem Grund hatte „Just Three Words“ für mich viel Potential.

Das nur leider verschenkt wurde. Das liegt zum einen an der Charakterbeschreibung von Ben. Der bleibt sehr blass und steht im Schatten der dominanten Patricia. Bei der für mich erschwerend hinzukommt, dass sie mir komplett unsympathisch ist. Ich kann es nicht richtig greifen, sie ist einfach NICHT nett. Ich hätte viel lieber mehr von Ben gelesen. Jedoch nicht von seiner traumatischen Vergangenheit sondern von seinem aktuellen Alltag. Um ihn besser kennenzulernen, denn er wirkt einfach so liebenswert auf mich.

Der Plot plätschert dahin, bis er am Ende aus heiterem Himmel mit einer überraschenden, kriminellen Wendung aufwartet.  Die für mich aber keinen Spannungshöhepunkt bedeutet hat. Eher hat sie merkwürdig aufgepfropft gewirkt.

 

Just Three Words von Iris Fox

 

Wechsel der Perspektive – yay or nay?

Außerdem bin ich überhaupt kein Fan vom im Genre „New Adult“ äußerst beliebten – und auch hier ausgiebig zelebrierten – ständigen Wechsel der Erzählperspektive. Das liest sich in 99% der Fälle furchtbar hölzern. So auch hier. Und wird meiner Meinung nach ständig eingesetzt, weil es die einfachste Art ist, den Leser in die Gefühlswelt von mehreren Protagonisten blicken zu lassen. Das ist bei einem einzigen Ich-Erzähler oder beim Schreiben aus übergeordneter Perspektive ungleich schwerer. Aber genau das ist für mich Erzählkunst.

 

Schwaches Lektorat

Störend finde ich auch, dass ich bei Büchern dieses auf Masse ausgerichteten Genres oft merke, wie lieblos diese Bücher (auch von großen Verlagen) lektoriert werden. Ich habe „Just Three Words“ bestimmt nicht übermäßig aufmerksam „durchgeackert“, trotzdem bin ich in Kapitel 10 direkt über einen Rechtschreibfehler gestolpert: „Denn wie du seit ein paar Minuten weist…“

 

Just Three Words von Iris Fox

 

Bye-bye New Adult…

Das war’s fürs Erste für mich mit „New Adult“-Büchern. Das klappt derzeit einfach überhaupt nicht. Vielleicht bin ich dem Genre entwachsen, vielleicht waren die Geschichten früher besser, vielleicht liest man sich an diesem sehr schematischem Genre auch einfach mit der Zeit ab. Ich für meinen Teil werde als nächstes zu einem Sachbuch, zu einer Biografie oder einem klassischen Roman von einem begnadeten Erzähler greifen. Alles drei liegt bereits neben mir…

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