|Leseliebe| „Ein Sommer, der nach Liebe schmeckt“ von Susanne Rößner

Eine romantische Geschichte von Susanne Rößner, die im Trentino spielt? Da musste ich bei „Ein Sommer, der nach Liebe schmeckt“ direkt zuschlagen. Zum einen, weil ich schon zwei gute Romane von Susanne Rößner gelesen habe („Nur einen Sommer lang“ und „Schlittenfahrt ins Glück“), zum anderen weil das Trentino direkt an Südtirol angrenzt (und Aksel Lund Svindal vor ein paar Jahren fürs Trentino Werbung gemacht hat: „Wo Pulverschnee und Dolce Vita auf Dich warten!“).

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Ein Sommer der nach Liebe schmeckt_Susanne Rössner_Rezension

 

Flucht nach „Bella Italia“

Eigentlich müsste Anna auf Wolke 7 schweben, hat sie doch gerade von ihrem Freund Lars einen Heiratsantrag bekommen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, denn Anna fühlt sich von Lars unter Druck gesetzt und missverstanden. Als sie das Angebot bekommt, beruflich für einen längeren Zeitraum nach Italien zu reisen, packt sie die Gelegenheit beim Schopf und fährt Hals über Kopf gen Süden. Im Trentino findet sie bei einer sympathischen Winzerfamilie Unterschlupf. Die harte körperliche Arbeit im Weinberg und der enge familiäre Zusammenhalt lenken Anna von ihrem Liebeskummer ab. Und auch ein attraktiver, wenn auch anfangs etwas mürrischer Kellermeister sorgt für die nötige Zerstreuung.

 

Liebe & Wein

Das war ein richtig schöner Sommerroman, der mich in eine eher unbekannte Ecke Italiens entführt hat. Nebenbei erfährt man auch einiges über den italienischen Weinanbau und die Region Trentino, was mir super gefallen hat. Die Dreiecksgeschichte zwischen Anna, ihrem Verlobten und dem Kellermeister mochte ich ebenfalls sehr. Ich habe mit Anna gelitten und gehofft, dass Susanne Rößner ihr ein milderes Schicksal angedeihen lässt als ihrer Protagonistin in „Nur einen Sommer lang“.

 

Rezension Ein Sommer der nach Liebe schmeckt_Susanne Rößner

 

Zu perfekt

Beim Lesen ein bisschen „too much“ war für meinen Geschmack das extrem harmonische Familienlebens der Winzerfamilie. Da waren sowohl die Eltern als auch die beiden erwachsenen Kinder komplett ohne Fehl und Tadel, wahnsinnig großzügig und immer freundlich und gut gelaunt. Das empfand ich beim Lesen als unglaubwürdig, denn so perfekt ist kein Mensch. Als ich das Nachwort gelesen habe, wurde mir klar, warum Susanne Rößner diese vier Charaktere so fehlerlos geschildert hat. Die Winzerfamilie gibt es in echt und die Autorin ist mit ihnen befreundet! Kein Wunder, dass sie sich in „Ein Sommer, der nach Liebe schmeckt“ nicht traut, die vier Charaktere kritischer und distanzierter anzulegen. Wobei ich trotzdem bei meiner Meinung bleibe: mir waren sie zu wenig realistisch und zu sehr „Friede, Freude, Eierkuchen“.

 

Auf ins sonnige Italien!

Wenn man von diesem Kritikpunkt absieht, hat mich „Ein Sommer, der nach Liebe schmeckt“ wunderbar unterhalten. Allen, die aktuell die sommerlichen Temperaturen vermissen, kann ich dieses Buch von ganzem Herzen empfehlen. In Nullkommanix ist man als Leser gedanklich im sonnigen Italien. Das hat Spaß gemacht!

 

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