|Leselaunen| Mein Lesemonat August 2019

Als ich die Statistik zu meinem Lesemonat August 2019 gesehen habe, war ich auf den ersten Blick ein bisschen enttäuscht, denn ich habe in diesem Monat nur 6 Bücher beendet (was ca. 2 Bücher unter meinem üblichen Schnitt liegt). Aber a) ist die monatliche Lesestatistik natürlich kein Wettbewerb und b) war mein diesjähriger August beruflich und privat so turbulent, dass es kein Wunder ist, dass ich nicht so zum Lesen gekommen bin wie sonst üblich. Die Außergewöhnlichkeit meines Lesemonats August 2019 dokumentiert sich schon allein darin, dass in meiner Statistik die Hörbücher mit 3 an der Zahl führend sind. Dieses Ergebnis gab es so noch nie. Die restlichen Bücher des August teilen sich in 2 E-Books und 1 klassisches Buch auf. (Und ja, ich bin mit diesem Rückblick viel zu spät dran, argh…).

 

Mein Lesemonat August 2019_Autoboyography_Highlight

 

Mein Highlight

Mein persönliches Lesehighlight im August war das Hörbuch zu „Autoboyography“ von Christina Lauren. In dieser Geschichte geht es um Tanner, der vor wenigen Jahren mit seiner Familie aus dem liberalen Kalifornien ins mormonische Utah gezogen ist. Mit der mormonischen Kirche hat er wenig Berührungspunkte, bis Sebastian, ein aufstrebender Jungautor und Sohn eines wichtigen, mormonischen Predigers, in Tanners Highschoolkurs zum kreativen Schreiben zu assistieren beginnt. Und Tanner sich auf den ersten Blick in Sebastian verliebt.

Es gibt einige Faktoren, die „Autoboyography“ zu einem ganz besonderen Buch für mich machen. Da wäre zum einen die Art und Weise, wie sich die Beziehung von Tanner und Sebastian entwickelt. Immer wieder kommt es zu wirklich goldigen „Bromance“-Momenten im Zusammenspiel der beiden, ohne dass das ganze vorhersehbar wird. Das gilt übrigens auch für das Ende, denn ich war mir bis zum letzten Kapitel völlig unsicher, wie das Buch ausgehen wird. Das muss ein Jugendbuch erst einmal schaffen! Super spannend fand ich auch all das, was ich über die mormonische Kirche erfahren habe. Diese Eindrücke haben mich mit zwiespältigen Gefühlen zurückgelassen. Einerseits ein toller Zusammenhalt und lauter höfliche und nach außen hin mit sich selbst im Reinen befindliche Menschen. Andererseits strenge Regeln und Ablehnung von jeder Art der abweichenden Lebensführung. Schwierig. „Autoboyography“ kann ich Euch auf alle Fälle ohne jegliche Vorbehalte empfehlen. Ein tolles Buch.

 

Mein Lesemonat August 2019_Gute Bücher

 

Gute Bücher

Biografie

Ich schrecke bekanntermaßen vor Sachbüchern nicht zurück. Insbesondere alles (Auto)Biografische fasziniert mich. Claus Schenk von Stauffenberg ist eine der faszinierendsten historischen Persönlichkeiten, die ich kenne. Deshalb stand für mich außer Frage, dass ich auch „Stauffenberg -Mein Großvater war kein Attentäter“ von seiner Enkelin Sophie von Bechtolsheim lesen möchte. Da die Autorin ihre verstorbene Großmutter ausführlich zu Wort kommen lässt, ist dieses Buch in meinen Augen ein wichtiger Beitrag, die Erinnerung der Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs zu bewahren. Als relativ kurzes Buch bzw. Essay ist es auch für Leser, die eher selten zu Sachbüchern oder Biografien greifen geeignet. Mehr darüber erzähle ich Euch hier.

 

Chick Lit

Mein Start mit „Dich schickt der Himmel“ von Sophie Kinsella war ein bisschen unglücklich, denn ich habe die Flasche Rosé-Sekt, die der Verlag gemeinsam mit dem Buch übersandt hat, fallen lassen und stand plötzlich in einer großen Sektpfütze. Und auch das Buch ist mir noch in die Lache aus Sekt hineingestürzt, bah… „Dich schickt der Himmel“ war dann aber trotzdem genau das perfekte Buch zur richtigen Zeit, denn ich habe diesen witzigen, locker-leichten Frauenroman während meines Umzugs verschlungen. Und da hätte es keine bessere Geschichte für mich geben können als die von Fixie, die versucht den Haushaltswarenladen ihrer Familie in stürmische Zeiten (und gegen ihre nervigen Geschwister – einen Möchtegern-Geschäftsmann und eine verträumte Yoga-Tante) zu retten. Ich kann nun verstehen, warum Sophie Kinsella so beliebt ist.

 

Historisches

„Effi liest“ von Anna Moretti gehört zu den vielen Büchern, die ich durch Social Media entdecke. Da ich gerne historische Romane aus dem 19. Jahrhundert lese, hat mich auch diese Geschichte aus der Zeit Sigmund Freuds direkt angesprochen. Warum ich einiges über die Rolle der Frau in der Oberschicht der damaligen Zeit gelernt habe, erzähle ich Euch hier.

 

Young Adult

Ich war im August bei meinen Hörbüchern offensichtlich ein bisschen auf dem „Bromance“-Trip, denn mit „Openly Straight“ von Bill Konigsberg habe ich ein weiteres Hörbuch konsumiert, in dem sich ein Junge in einen anderen Jungen verliebt. Dieses Mal quasi unter umgekehrten Vorzeichen, denn Rafe hatte sich in seiner alten Schule geoutet. Mit allen Konsequenzen. U.a. der, dass er fest in der Außenseiter-Schublade verankert war. Weit weg von den Jungs, die die coolen Sportarten wie Football, Baseball oder Soccer betrieben haben. Als er auf ein Internat wechselt, entschließt er sich zu einem Experiment: kein Outing für ihn.

Ich fand es sehr spannend zu lesen, wie anders sich Rafes Leben in Vergleich zu dem an seiner alten Schule entwickelt. Wie glücklich er zunächst in seiner Rolle als „everbody’s darling“ ist. Wie schnell er aber auch feststellen muss, dass sein altes Leben gar nicht so schlecht war. Und dass die „Nerds“ eben doch cooler sind als die „Jocks“.

Hervorheben möchte ich (jedoch ganz ohne Spoiler) das Ende. Das fand ich RICHTIG gut.

 

Regionalkrimi

„Release-Date“ eines neuen Krimis von Andreas Föhr ist für mich gleichbedeutend mit einem Feiertag. Denn ich liebe die Regionalkrimis dieses Autors. Für mich der absolute Könner in diesem Genre. Und einer der wenigen, die über ungefähr 10 Jahre das Niveau halten konnten. Das beweist er erneut mit „Tote Hand“. Bereits der Anfang, in dem das Karma des Leichen-Leos wieder zuschlägt und Kreuthner unter mysteriösen Umständen an meinem absoluten Lieblingsschauplatz – der Mangfall-Mühle – einen Toten ausbuddelt, ist großartig. Außerdem gelingt es Andreas Föhr wie keinem Zweiten die Balance zwischen Klamauk (Wallners Opa entwickelt ein neues, skurriles Geschäftsmodell) und ernsthaften Themen zu wahren. In „Tote Hand“ liefert er einen eindringlichen Einblick darin, wie schnell es im Alltag aufgrund von beruflichen Abhängigkeiten zu sexuellen Übergriffen kommen kann. Quasi sein ureigener Beitrag zur #metoo-Debatte. Als einzigen kleinen Schwachpunkt konnte ich das Ende ausmachen, in dem etwas zufällig der Täter aus dem Hut gezaubert wird. Zu schade, dass ich nun wieder ein Jahr auf einen neuen Föhr warten muss…

 


 

Frei nach dem Motto „better VERY late than never“ war das mein Rückblick auf den Lesemonat August 2019. Den Lesemonat September 2019 werde ich schon bald nachschieben.

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