|Leseliebe| „Truly“ von Ava Reed

„New Adult“ und ich, das ist nicht immer zwingend ein Volltreffer. Trotzdem wollte ich „Truly“ von Ava Reed unbedingt eine Chance geben, denn irgendwie hat mir die Idee gefallen. Und ich hatte eine vage Ahnung, dass mir Avas Schreibstil gefallen könnte.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Truly von Ava Reed

 

Neustart am College

Mit kaum Geld in der Tasche und einem illegalen Schlafplatz im Wohnheimzimmer ihrer besten Freundin June kommt Andie am College an. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, um ins Studium zu starten. Erschwerend kommt hinzu, dass Andie mit dem Krebstod ihrer Mutter auch mental ihr Päckchen zu tragen hat.

Durch einen glücklichen Zufall findet sie einen Job in einem Club und in der Folge eine Unterkunft in einer Männer-WG. Ziemlich beste Freunde gibt es gratis dazu. Inklusive Cooper, der Andies Herz höher schlagen lässt, sie aber durch seine heiß-kalte Art auch in ziemliche Verwirrungen stürzt.

 

Same old – but different

Ja, das ist alles nichts Neues. Wurde schon tausendfach so oder so ähnlich erzählt. Und trotzdem hat „Truly“ mir richtig viel Spaß beim Lesen bereitet. So viel, dass ich es direkt an einem Tag beendet habe.

Das lag zu allererst an Ava Reeds Schreibstil. Ich möchte hier keine Plattitüden aufführen, aber sie schreibt einfach auffallend flüssig, witzig und direkt. Das hat bei mir einen großen Teil zum Lesevergnügen beigetragen.

 

Truly von Ava Reed

 

Plus und Minus

Ein weiterer, riesiger Pluspunkt war für meinen Geschmack, dass zwar sowohl Andie als auch Cooper schwer vom Schicksal gezeichnet sind, ihre Verhaltensweise und die Hintergründe aber logisch und nachvollziehbar aufgelöst wurden. Das ist, um es vorsichtig auszudrücken, bei „New Adult“ nicht immer der Fall. Da denke ich mir beim Lesen öfter „Häh? Und was soll das jetzt bitte?“

Andie ist für mich als Protagonistin etwas Besonderes. Sie ist ein kleiner „Monk“ (möchte also immer alles ordnen und aufräumen) und neigt dazu, sich in ihren Kopf zurückzuziehen. Ich finde es gut, dass immer mehr Charaktere in Genres mit „seichtem Ruf“ auftauchen, die nicht der Norm entsprechen (siehe z.B. auch „When We Dream“ von Anne Pätzold).

Als kleinen Kritikpunkt möchte ich die Liebesszene gegen Ende anführen, die zunächst aus Andies und im Anschluss direkt noch einmal aus der Perspektive von Cooper erzählt wurde. Das ist zwar einerseits ein interessanter, dramaturgischer Griff, ich hätte den jedoch nicht gebraucht. Mir war das zu wiederholend.

 

Vorfreudiger Ausblick

Davon abgesehen konnte mich „Truly“ überzeugen. Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil „Madly“. Ganz besonders, weil ich schon gespickt habe, und herausfinden konnte, dass da meine absoluten Lieblinge June und Mason im Mittelpunkt stehen werden. Das spricht übrigens auch sehr für die Geschichte: die Nebenfiguren haben alle wahnsinnig viel Potential. Ich möchte unbedingt mehr über die Jungs aus der Bar, der WG und ganz speziell über Junes verfeindete Mitbewohnerin erfahren.

Zurück zu June und Mason: deren Geschichte könnte die absolute Krönung werden. Die beiden sind einfach grandios zusammen. Und ja, ich gebe es zu: ich bin zu 100% Team „Mason“! Ich bin bereit, einen Fanclub zu gründen, Banner zu malen oder was sonst noch so dazugehört…

Zum Abschluss möchte ich meine Hoffnung ausdrücken, dass Ava Reed dem Genre „New Adult“ auch nach der „Truly“-, „Madly“- & „Deeply“-Trilogie treu bleiben wird. Denn sie kann’s einfach.

 

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