|Leseliebe| „In Love with Adam“ von Liam Erpenbach / Rezension

Klassische „New Adult“-Bücher sprechen mich aktuell so überhaupt nicht an. „In Love with Adam“ von Liam Erpenbach wollte ich trotzdem eine Chance geben. Denn ich erwartete bei dieser Male/Male-Liebesgeschichte ein Buch abseits des Mainstreams.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

In Love with Adam Liam Erpenbach

 

Rettung aus der Einsamkeit?!

Samuel fühlt sich seit dem Unfalltod seines besten Freundes als Außenseiter. An der Highschool wird er gemobbt, weshalb er jeglichen Kontakt zu seinen Mitschülern meidet. Er hat sich gänzlich in sein Schneckenhaus zurückgezogen und lässt niemanden an sich heran. Denn wenn er eines nicht noch einmal ertragen könnte, dann ist es einen geliebten Menschen zu verlieren. Doch manchmal ist es nur ein Moment, der alle auf den Kopf stellt: Samuel trifft seinen Mitschüler Adam in einem Buchladen und plötzlich scheint es da jemanden zu geben, der unbedingt an Samuels Leben teilhaben möchte. Wird Samuel es wagen, sich Adam zu öffnen?

 

In Love with Adam Liam Erpenbach

 

Große Pluspunkte

Auch wenn ich später einige Kritikpunkte an der Umsetzung der Geschichte anbringen werde, so möchte ich vorab bereits erwähnen, dass Samuel und Adam ein tolles Paar sind. Da die Geschichte aus Sicht von Samuel erzählt wird, hätte ich – trotz meiner Abneigung gegen Perspektivwechsel – wahnsinnig gerne einen tieferen Einblick in Adams Seelenleben gehabt. Einfach weil ich beide Hauptcharaktere super gerne mochte.

Genauso gut hat mir die Art und Weise, wie zart und vorsichtig Liam Erpenbach die Liebesgeschichte der beiden erzählt, gefallen. Ich konnte total nachvollziehen, wie Samuel zu seinem eigenen Erstaunen entdeckt, dass es da einen Jungen gibt, der seine Seele berührt. 

 

In Love with Adam Liam Erpenbach

 

Kleine Schwächen

Die Sprache von „In Love with Adam“ war an der ein oder anderen Stelle zu blumig und zu weitschweifig für meinen Geschmack. Das war mir zu sehr Rosamunde Pilcher und zu wenig zeitgemäß.

So gut mir die Idee mit den Tagebuchaufzeichnungen von Samuels Großvater grundsätzlich gefallen hat, die Umsetzung war mir zu langatmig. Dadurch, dass von Beginn an (zumindest für mich) klar war, worauf diese Tagebucheinträge hinauslaufen, hätte man diesen Teil des Buchs unbedingt kürzer und knackiger gestalten müssen. So konnten mich diese leider überhaupt nicht fesseln, weshalb ich die Passagen aus Sicht von Samuels Großvater nur überflogen habe.

Das Ende kam für mich völlig überraschend und sehr plötzlich. Das lag zum einen daran, dass mein E-Reader 15% als ausstehend angezeigt hat (einer ewig langen Leseprobe im Anhang geschuldet). Zum anderen wurde die Geschichte von Samuel und Adam nicht komplett auserzählt. Es blieben viele Fragen offen, was ich grundsätzlich mag. In diesem Fall lässt es mich jedoch eine Fortsetzung vermuten. Und da hätte man das Ende diesen ersten Bands etwas eleganter gestalten können.

Gelungener Erstling

Ich finde, Liam Erpenbach ist mit „In Love with Adam“ ein tolles Debüt gelungen. Jedoch hätten das Lektorat und der Verlag mit etwas mehr Hilfe für den Jungautoren deutlich mehr aus der Geschichte herausholen können. 

 

2 Kommentare

  1. 17. Februar 2019 / 08:19

    Hallo liebe Steffi,
    mich haben Cover und Inhaltsangabe in deiner Rezension auch sofort angesprochen. Deine genannten Kritikpunkte finde ich aber sehr nachvollziehbar. Ein zu blumiger Schreibstil hätte mich vermutlich auch etwas gestört. Gerade Konflikte machen die Handlung ja erst spannend. Ich finde es gut, dass du genau benannt hast, wie man das Problem mit den langatmigen Szenen hätte besser machen können. Das könnte Autor und Verlag helfen, diesen Fehler beim nächsten Buch zu vermeiden. Was du über das Ende schreibt, so hoffe ich sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird, damit du die Geschichte auch zu Ende verfolgen kannst.

    Eine sehr gelungene und hilfreiche Rezension <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • 18. Februar 2019 / 08:55

      Danke für das Kompliment 🙂

      Mir hat das Schreiben der Rezension auch echt Spaß gemacht, einfach weil ich etwas Konstruktives anbringen konnte.

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