|Leseliebe| „Fadeaway“ von Anabelle Stehl

Mir hat „Breakaway“, der erste Teil der Debüt-Reihe von Anabelle Stehl, ziemlich gut gefallen. Wenn ich mir die anderen Meinungen zu dem Buch anschaue, habe ich jedoch den Eindruck, dass ich mit dieser Meinung eher alleine dastehe. Nachdem das Feedback zum zweiten Teil in meiner Wahrnehmung deutlich besser ausgefallen ist, war ich sehr gespannt, wie mir „Fadeaway“ gefallen würde.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Fadeaway von Anabelle Stehl

 

 

Feminismus & Liebe

In „Fadeaway“ steht die Schwester von Noah – der im ersten Teil der Reihe der männliche Protagonist war – im Fokus. Kyra studiert im ersten Semester Psychologie. Wer „Breakaway“ gelesen hat, wird ahnen, mit welchen Dämonen aus der Vergangenheit sie kämpft. Nicht nur deswegen sondern weil ihr feministische Themen generell am Herzen liegen, beschließt sie, einen Podcast zu starten, in dem jeder seine persönliche Geschichte von Benachteiligung, Ausgrenzung etc. teilen kann. Als Kyra den Handballer Milan kennenlernt, muss sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen. Genau wie der Frage, warum sie sich auf Fremde beruft und nicht ihre eigene Geschichte teilt…

 

Warum ich zunächst skeptisch war…

Bei „Fadeway“ war ich auf den ersten Seiten skeptisch, denn Anabelle Stehl machte mehr als deutlich, dass dieses Buch einen feministischen Fokus haben wird. Mir war das auf den ersten Blick zu „into your face“, zu eindimensional. Dieser Eindruck hat sich im Laufe des Buches jedoch nicht bestätigt, denn ihr ist es wirklich gut gelungen, alles aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und die männlichen Charaktere nicht nur in zwei Kategorien (die Guten und die Bösen) einzuteilen.

Auch die eingeschobenen Podcastinhalte haben mir – entgegen meiner Erwartung – gut gefallen.

 

Was ich gut fand – und was ich am Lektorat kritisiere…

Genau wie im ersten Teil fand ich es sehr erfrischend, ein „New Adult“-Buch zu lesen, das in Berlin und nicht in den „üblichen verdächtigen Städten“ wie Chicago oder Vancouver spielt. Außerdem mag ich den flüssigen Schreibstil von Anabelle Stehl, würde mir jedoch an der ein oder anderen Stelle weniger Umgangsprache wünschen (kein „eh“ und anstatt „die er dank meinem Bruder hatte“ lieber „die er dank meines Bruders hatte“ – denn der Genetiv darf nicht sterben!). Apropos, am Lektorat sollte der Verlag etwas arbeiten, siehe z.B. Position 404 in der Kindle-Version, in der im Rahmen einer Konversation die Ich-Erzählerin Kyra mit ihrer Freundin verwechselt wird, was ich ausgesprochen verwirrend fand.

 

Ein Herz für Milan und den Handball <3

Richtig gerne mochte ich Milan als männlichen Gegenpart zu Kyra. Mir hat seine Leidenschaft für den Sport gefallen. Das fand ich sowieso klasse: dass er Handball und kein Fußball spielt. Hinzu kommt, dass er einfach ein netter Kerl ist. Von denen lese ich viel lieber als von den klassischen Bad Boys. Denn das ist in meinen Augen die größere Kunst: einen aufrichtigen, lieben Charakter spannend und vielschichtig zu gestalten.

 

Fazit

Ihr seht, mir hat „Fadeaway“ gut gefallen. Ich mag es, dass „New Adult“-Autor|innen mittlerweile auch ernste Themen aufgreifen und so ein Bewusstsein schaffen. Entsprechend freue ich mich auf den finalen Teil „Runaway“, der Ende Juli erscheinen wird.

 

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