|Leseliebe| „Crazy in Love“ von Emma Winter

In meiner eigenen Einschätzung gehöre ich zu den Lesern, die vielfältig lesen. Neben Biografien und Sachbüchern befindet sich in meinem Bücherregal ernste Literatur direkt neben sehr leichter Kost. Und Letzteres gerne zu lesen – also z.B. Chick Lit, New und Young Adult – ist in meinen Augen nichts, was einem peinlich sein muss. Und trotzdem gibt es auch in diesen Genres Bücher, die nicht meinen Geschmack treffen. Und – Spoileralarm – von so einem Buch möchte ich Euch heute erzählen. Es wird um das in den sozialen Medien aktuell sehr präsente „Crazy in Love“ von Emma Winter gehen.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Crazy in Love von Emma Winter

 

Neue High School, neues Glück

Sasha möchte unbedingt in Yale als Medizinstudentin angenommen werden, um in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters zu treten.  Deshalb setzt sie für ihr letztes High-School-Jahr alles auf eine Karte und siedelt von der entspannten Westküste der USA an die versnobte Ostküste über. Dort lebt sie bei der ihr völlig fremden Familie ihres Onkels und hat einen schweren Start ins neue Schuljahr. Nicht genug, dass ihre Cousine sie zu hassen scheint und die neuen Mitschüler sie ignorieren. Da gibt es auch noch einen absoluten Womanizer an ihrer High School, dessen grüne Augen sie trotz aller Arroganz, die er ausstrahlt, nicht vergessen kann…

 

Pro…

Der Anfang von „Crazy in Love“ hat mir gut gefallen. Sasha ist eine sympathische Protagonistin, die einen als Leser direkt mitnimmt auf ihrer Reise in ein neues Leben. Ihr leicht nerdige Art, die immer wieder durchblitzt, wenn sie z.B. die Anzahl der Buchstaben in Worten zählt, mochte ich sehr gerne. Auch fand ich es bewundernswert, wie sehr sie sich auf ihr Traumziel „Yale“ fokussiert und wie wenig sie sich von ihren neuen Mitschülern aus der Bahn werfen lässt.

 

Crazy in Love von Emma Winter

 

… und Contra

Zu Beginn haben mir sogar die Interaktionen mit Ben (der wievielte Bad Boy mit strahlend grünen Augen in New-Adult-Büchern ist er eigentlich? Garantiert nicht proportional zur tatsächlichen Anzahl von grünen Augen in der Weltbevölkerung…) gefallen. Leider ging diese Faszination ziemlich schnell verloren. Denn das war einfach viel zu viel hin und her für meinen Geschmack. Erschwerend hinzu kommt, dass die Beweggründe für besagtes „hin und her“ teilweise überhaupt nicht nachvollziehbar waren. Im einen Moment ist die Welt in Ordnung, im nächsten tickt Ben völlig aus oder Sasha stellt plötzlich wieder alles in Frage. Ich saß mit großen Fragezeichen in meinen Augen vor dem Buch und dachte nur: „warum?“

Etwas richtig Neues bietet dieser Auftakt zu einer Reihe auch nicht. Mich erinnert das alles sehr an die „Paper“-Reihe von Erin Watt oder „Save Me“ von Mona Kasten.

 

Not My Cup of Tea…

Auch der Schreibstil war nicht wirklich meins. Ich erwarte bei einer „New Adult“-Reihe keine Poesie. Es darf durchaus eher „einfach“ und sehr flüssig geschrieben sein, so dass ich durch die Seiten fliege. Aber hier war es mir eine Spur zu umgangssprachlich. Etwa beim nicht selten vorkommenden „Sch…“-Wort. Weiteres Beispiel gefällig? „Manchmal, wenn ich es nach einem der üblichen Streite mit meinem Vater …“

„Crazy in Love“ hat leider sogar nicht meinen Geschmack getroffen. Deshalb werde ich die Reihe – trotz des immensen Cliffhangers – nicht weiterverfolgen.

 

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Steffi,
    das Buch hatte ich auch schon im Blick. Ich muss sagen, dass ich die Bad Boys ja immer noch nicht über habe. Ich kann aber deinen Kritikpunkt hier gut nachvollziehen. Das Verhalten sollte schon irgendwie nachvollziehbar sein. Dein Vergleich mit der „Paper“- bzw. „Save Me“-Reihe hat mich wieder ein wenig neugierig werden lassen. Aber ich glaube, deine aufgezählten Kritikpunkte würden auch bei mir anschlagen.

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Start ins Wochenende.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    • glimrende
      Autor
      12. Mai 2020 / 19:45

      Hi Tanja,
      solltest Du „Crazy in Love“ tatsächlich lesen, bin ich schon sehr gespannt auf Deine Meinung.

      Viele Grüße.

      Steffi

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