|Leseliebe| „Beautiful on the Outside“ von Adam Rippon

Leute, die mich (einigermaßen gut) kennen, wissen Bescheid: ich bin ein Eiskunstlauf-Nerd. Meine „Hochzeit“ hatte ich in den 90er- und Millennium-Jahren, trotzdem mag ich den Sport noch immer sehr gerne. Und für Eiskunstlauf-Trivia bin ich nach wie vor der richtige Ansprechpartner. Die Weltmeister von 1999 benennen? Kein Problem für mich. Unter Umständen sogar inklusive der Namen ihrer Programme. Auch Nicht-Eiskunstlauffans sollten bei dieser Rezension dran bleiben, denn „Beautiful on the Outside“ von Adam Rippon deckt so viele mehr Themen neben dem Sport ab.

 

Beautiful on the Outside von Adam Rippon

 

Ein ganz besonderer Mensch

Wow. Einfach nur wow. Diese Autobiografie des amerikanischen Eiskunstläufers Adam Rippon hat mich total geflasht. Ich kenne Adam Rippon schon seit seiner Zeit als zweifacher Juniorenweltmeister. Einem breiten Publikum wurde er während der letzten Olympischen Spiele in Südkorea bekannt, als er als einer der ersten beiden „openly gay“ (offen homosexuellen) Athleten dort hingereist ist (und sich ganz nebenbei mit dem amerikanischen Vize-Präsidenten und dem Trump-Clan angelegt hat).

Aber nicht nur diese eine Geschichte macht Adam Rippon zu etwas ganz Besonderem. Seine (in den USA mega teure) Sportart Eiskunstlauf musste er – der aus einer kinderreichen, eher armen Familie kommt – sich teilweise im wahrsten Sinne des Wortes vom Munde absparen.

 

Warmer Humor

Außerdem hat er einen wunderbar warmen Humor, der in „Beautiful on the Outside“ in beinahe jedem Wort durchscheint. Speziell dieser Aspekt hat das Buch für mich zu einem wahren Lesevergnügen gemacht. Plus die Tatsache, dass er sich – im Gegensatz seinen eislaufenden Landsleuten – kein Blatt vor den Mund nimmt. Und frei von der Leber weg von einem Ex-Trainer berichtet, der voll gekotzt zum Training erscheint. Trotzdem wird Adam Rippon nie verletzend.

 

Nicht nur für Eiskunstlauf-Nerds

Ich finde es wichtig, dass dieses Buch nicht nur von Eiskunstlauf-Nerds wie mir gelesen wird. Denn gerade für junge Menschen, die sich z.B. aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in einer Außenseiterrolle gefangen fühlen, könnte „Beautiful on the Outside“ ein Hoffnungsschimmer sein. Der zeigt, dass es okay ist, anders zu sein. Deshalb eine ganz große Leseempfehlung von mir. Verbunden mit der Hoffnung, dass sich ein deutscher Verlag erbarmt und diese Autobiografie übersetzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu