|Leseliebe| „Ashington“ von Abbi Glines

Die erste Staffel „Bridgerton“ – gesehen und geliebt. Den ersten Band „Bridgerton“ – gelesen und geliebt. So hätte es gerne weitergehen können. Aber leider… Den zweiten Band „Bridgerton“ – gelesen und gelangweilt gewesen. Deshalb habe ich die zweite Staffel (bislang) erst gar nicht geschaut. Das hat mich jedoch nicht davon abgehalten, es mit „Ashington – verliebt in einen Earl“ von Abbi Glines zu versuchen. Schließlich mochte ich ihre „New Adult“-Reihen vor einigen Jahren sehr gerne.

Werbung: das Rezensionsexemplar (Hörbuch) wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Ashington von Abbi Glines

 

Auf der Suche nach dem geeigneten Heiratskandidaten

„Ashington“ ist in derselben Ära angesiedelt wie die superbeliebte Netflix-Reihe „Bridgerton“ – die wiederum auf der Buchvorlage von Julia Quinn basiert. Entsprechend ist das Setting sehr ähnlich: prunkvolle Bälle, ausladende Herrenhäuser, Klatsch und Tratsch der feinen Gesellschaft und junge Gentlemen, die in den Salons ihrer Angebeteten vorstellig werden.

Auch die junge Miriam ist extra nach London gereist, um den passenden Mann zu finden. Ihre eigene Familie ist verarmt. Deshalb ist es Miriams Mission, einen gute Partie zu machen, um ihrer kleinen, gehbehinderten Schwester eine Operation zu ermöglichen.

Miriams Erscheinen versetzt die Londoner Gesellschaft in Aufruhr, ist sie doch bildhübsch – und auch noch ausgesprochen schlagfertig. Es dauert nicht lange, bis Miriam sowohl die Aufmerksamkeit des wohlhabenden Earl of Ashington als auch seines Halbbruders auf sich zieht. Eine gefährliche Dreiecksgeschichte beginnt, bei der beide verfeindeten Brüder ihre ganz eigenen Interessen verfolgen. Wird Miriam dabei unter die Räder geraten? Oder ist sie nicht nur mit gutem Aussehen sondern auch mit einem messerscharfen Verstand gesegnet und kann sich so selbst aus der Schusslinie bringen?

 

„Ashington“ = eine Hommage an „Bridgerton“

Wer – wie eingangs beschrieben – eine Geschichte ganz im Stile der „Bridgertons“ erwartet, wird von „Ashington“ nicht enttäuscht sein. Denn Abbi Glines orientiert sich in ihrem Buch sehr nah an der „Vorlage“. Das ist einerseits gut, da die meisten Leser*innen genau das bekommen werden, was sie möchten. Andererseits empfand ich es auch als ein kleines bisschen langweilig – da eben wenig überraschend.

Trotzdem kann ich Abbi Glines nicht absprechen, dass sie in „Ashington“ die genau richtige Atmosphäre für so eine im frühen 19. Jahrhundert angesiedelte Geschichte schafft. Als positiv empfunden habe ich auch, dass neben den ernste Momenten auch der Humor nicht zu kurz kam. So hat mir die angeheiratete, amerikanische Tante von Miriam sehr gut gefallen. Der Unterschied zwischen den steifen Briten und der sich nicht um Konventionen scherenden Amerikanerin war einfach großartig herausgearbeitet.

 

4 verschiedene Perspektiven – Stärke oder Schwäche?

Die Geschichte wird aus insgesamt vier Perspektiven erzählt: neben einer Nebenrolle, die ich aus Spoilergründen außen vor lassen möchte, aus der von Miriam und den beiden Brüdern, die um sie buhlen. Das bot einerseits Platz für alle wichtigen Sichtweisen. Andererseits war es in meinen Augen dem Spannungsbogen nicht förderlich, da ich so immer über alle Gedankengänge der Prota- und Antagonist*innen Bescheid wusste. Das nahm manchmal recht viel vorweg.

 

Fazit

Für mich war bei dieser Geschichte erneut der Griff zum Hörbuch die richtige Entscheidung. Denn als Unterhaltung beim Aufräumen und Putzen war „Ashington“ für mich perfekt. Wohingegen ich mir nicht sicher bin, ob die Geschichte es beim Lesen geschafft hätte, meine volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

 

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Steffi,
    ich habe die Serie Bridgerton mit Begeisterung verfolgt. Daher war ich auch sehr neugierig, was dieses Buch betrifft. Ich verstehe deine Kritikpunkte sehr gut. Verschiedene Perspektiven können funktionieren oder – wie in diesem Fall – auch eher hinderlich sein,wenn man sich in die Charaktere hineinfühlen möchte.

    Auch die Serie Bridgerton ist ja sehr klischeebeladen. Dennoch kommt da immer noch genügend Spannung auf und die Serie macht trotzallem unglaublich viel Spaß. Ich denke das liegt u.a. an den Figuren, in die man sich gut hineinfühlen kann aber – ganz besonders bei der ersten Staffel – auch an dem Spannungsbogen, der bei der Frage aufkommt, wer sich hinter der geheimen Schreiberin versteckt.

    Ich wünsche dir einen schönen Start in den Mai.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • glimrende
      Autor
      4. Mai 2022 / 08:32

      Hallo Tanja,

      ich halte Bridgerton auch für eine unglaublich gut produzierte und inszenierte Serie. Wenn ich allein an die Kostüme denke.

      Außerdem finde ich es faszinierend, dass man so viele Jahre nach Erscheinen der Bücher auf die Idee gekommen ist, diese zu verfilmen. Vor allem auch, da diese ja eher als „guilty pleasure“ galten und so in meinen Augen nicht automatisch klar war, dass man daraus eine hochwertige Serie machen kann.

      Viele Grüße.

      Steffi

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