|Leseliebe| „Weißwurst-Connection“ von Rita Falk – Neues vom Eberhofer…

"Weißwurst-Connection" von Rita Falk - Neues vom Eberhofer...

„Weißwurst-Connection“

  • Rita Falk
  • Franz Eberhofer #8
  • Krimi
  • Deutsch
  • Hörbuch
  • 3 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Endlich wurde es eröffnet, dass Nobelhotel von Niederkaltenkirchen, das passenderweise den Namen „Heimatwinkel“ trägt und doch die Dorfgemeinschaft in Befürworter und Gegner gespalten hat. Wer glaubt, der Eberhofer könnte nun als Dorfpolizist wieder eine ruhige Kugel schieben, der irrt sich, denn bereits in der Eröffnungswoche wird ein Gast tot in der Badewanne aufgefunden. Der Eberhofer unterstützt die Hotelchefin nicht nur beim diskreten Abtransport der Leiche sondern macht sich auch auf die Suche nach dem Mörder.

Allerdings eher halbherzig und unkonzentriert, denn in seinem Privatleben geht es gerade hoch her: der Babba ist in Spanien, dafür lungert sein ungeliebter Bruder Leopold ständig auf dem Hof herum und stört Eberhofers himmlische Ruhe im Saustall durch hochfliegende Pläne vom Bau eines gemeinsamen Doppelhauses im hofeigenen Garten. Sowohl der Flötzinger als auch der Simmerl kämpfen mit Eheproblemen (die beim Metzgerehepaar dadurch verstärkt werden, dass es den von Gattin Gisela verhätschelten Sohnemann Max vom Gaul haut – frag‘ nicht…), so dass überraschenderweise der Eberhofer aktuell die glücklichste Beziehung von ganz Niederkaltenkirchen mit der Susi und dem kleinen Paul führt. Wäre da nicht die bereits erwähnte und von Susi durchaus forcierte Doppelhaushälfte, die wie ein Damoklesschwert über dem Eberhofer schwebt. Zum Glück kann sich der Eberhofer in diesen turbulenten Zeiten der Unterstützung vom Rudi sicher sein, der zwar noch immer in manchen Situationen ein weibisches Getue an den Tag legt, der sich aber auch bereitwillig im „Heimatwinkel“ Undercover einschleicht…

Eigentlich bin ich großer Fan vom Eberhofer, denn aufgrund der eigenwilligen, dialektlastigen Schreibweise von Rita Falk und des brillanten Vortrags von Christian Tramitz gehört es zum unterhaltsamsten, was deutsche Hörbücher zu bieten haben. Zu Beginn war ich auch durchaus angetan von diesem achten Band der Reihe, denn schon alleine das „Wiederhören“ von all den altbekannten und liebgewonnenen Charakteren wie dem Eberhofer, der Oma und dem fränkischen Leichenfledderer macht einfach Spaß. Im letzten Drittel hat dieser Spaßfaktor für mich jedoch deutlich gelitten, denn Eberhofers sowieso noch nie sonderlich strukturierten Ermittlungen waren hier dermaßen wirr, dass ich nur den Kopf schütteln konnte.

Außerdem wird ein zwar überschaubarer – aber trotzdem in ausreichender Zahl vorhandener – Kreis von verdächtigen im Laufe der Geschichte ins Spiel gebracht, der sich aber plötzlich und völlig unausgegoren in Luft auflöst. Mit dem Ergebnis, dass ich bis zum abrupten Ende der letzten CD darauf gewartet habe, dass sich vielleicht doch noch eine Wendung ergibt.

Mir ist durchaus klar, dass ich beim Eberhofer keine durchdachte Ermittlungsarbeit und eine Thriller artige Krimihandlung erwarten darf, aber dieses Mal war der Mordfall definitiv viel zu nebensächlich, was bei mir das Gefühl zurücklässt, dass das komplette Potential dieses Handlungsstrangs verschenkt wurde.

Auch die privaten Nebenkriegsschauplätze – die in diesem achten Band die Hauptrolle eingenommen haben – sind mit der Zeit ausgelutscht. Wir wissen mittlerweile alle, dass die Oma schlecht hört, der Babba auf die Beatles steht, der Leopold nervt und der Franz bindungsunfähig ist. Hier wird dringend frischer Wind benötigt – aber bitte nicht durch den neu aufgetauchten Bestatter mit untrüglichem Gespür für Mörder, bei dem ich mich noch immer frage, warum er überhaupt im Buch erwähnt wurde.

Ich hoffe, dass das nur eine vorübergehende Schwäche war und der Franz im nächsten Band wieder zur gewohnten Form auflaufen wird. Ich werde ihm noch eine Chance geben – aber auch nur eine!

3 Kommentare

  1. 18. März 2017 / 12:23

    Diese Reihe lese ich (ich bleibe meist bei dem Medium mit dem ich angefangen habe) und bin bei aller anfänglichen Begeisterung inzwischen auch etwas zurückhaltender geworden. Der Franz ist einfach unmöglich -.- Ich hoffe ebenfalls, dass der nächste Band wieder etwas besser wird…

    • 18. März 2017 / 20:18

      Ich kann verstehen, dass Du beim Lesen bleibst, wenn Du beim ersten Band mit dem Buch begonnen hast. Mache ich überwiegend auch so. Nur bei Jörg Maurer hatte ich ursprünglich mit dem Lesen begonnen, war aber nicht sonderlich begeistert und bin deshalb VIEL später bei den Hörbüchern gelandet, die ich mittlerweile liebe.

      Und ja, manchmal führt der Franz sich echt unmöglich auf. Aber dann ist er wieder so lieb – wie hier zu den beiden kleinen Töchtern des Ermordeten…

  2. 19. März 2017 / 09:05

    Mir ging es mit Jörg Maurer genauso 🙂 Band 1 gelesen, mittelmäßig gefunden. Band 2 als Hörbuch, gelesen von Jörg Maurer selbst – WOW! Ich liebe die Reihe.

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