|Leseliebe| “Wolkenschloss” von Kerstin Gier / Rezension

Es mag etwas seltsam klingen, aber ich habe mit einer Ausnahme (und das Buch habe ich geschenkt bekommen) noch nie zu einem der “Frauenromane” von Kerstin Gier gegriffen. Dafür habe ich alle ihre Jugendbücher (sowohl die “Edelstein”- als auch die “Silber”-Trilogie) gelesen. Deshalb stand für mich außer Frage , dass ich mir ihr neuestes Werk “Wolkenschloss” ebenfalls kaufen würde. Dieses Vorhaben habe ich bereits wenige Tage nach dem Erscheinungstermin in die Tat umgesetzt, allerdings habe ich den Lesebeginn mehrfach verschoben, da sich immer wieder neue Rezensionsexemplare vor “Wolkenschloss” geschoben haben. In der Woche vor Weihnachten war es endlich soweit, und ich habe mit der Lektüre begonnen.

Rezension Wolkenschloss von Kerstin Gier

“Wolkenschloss”

Kerstin Gier
Jugendbuch
Deutsch
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)
Empfehlung: für alle, die spannende, leicht mysteriöse Jugendbücher mit starken Mädchencharakteren mögen.

Fanny hat die Schule zum Leidwesen ihrer Eltern kurz vor dem Abitur abgebrochen und verdingt sich nun als Jahrespraktikantin im altehrwürdigen “Wolkenschloss”-Hotel in den Schweizer Bergen. Zur Weihnachtszeit und rundum den Jahreswechsel herrscht Hochbetrieb, und Fanny versucht zwischen Kinderbetreuung und Handtuchservice im Wellnessbereich einen kühlen Kopf zu bewahren. Zu allem Überfluss wirbeln auch noch zwei äußerst attraktive Jungs und ein potentieller Kriminalfall Fannys Leben ordentlich durcheinander.

Rezension Wolkenschloss von Kerstin Gier

Bevor ich auf den Inhalt des Buches eingehe, muss ich ein paar Worte zur äußeren Aufmachung verlieren, denn wie wunderschön ist dieses Cover mal wieder? Ich finde, es gibt im deutschsprachigen Bereich keine Bücher, die optisch mit denen von Kerstin Gier mithalten können. Hier stimmt einfach alles: die Farben, die Haptik, die Schriftart. Genau wie die anderen Jugendbücher von Kerstin Gier ist auch “Wolkenschloss” ein kleines Kunstwerk. Ich liebe wirklich jedes Detail auf dem Cover und würde mir wünschen, dass sich mehr Verlage und Autoren so viel Mühe mit dem Aussehen ihrer Bücher geben würden.

Wie auch in ihren anderen Jugendbüchern gelingt es Kerstin Gier meisterhaft, eine ganz eigene Welt zu erschaffen. Während ich in der “Edelstein”- und “Silber”-Trilogie die von ihr gezeichnete, manchmal royal anmutende, typisch englische Umgebung geliebt habe, bin ich im “Wolkenschloss” genauso schnell in das traditionsreiche Hotelambiente und die verschneite Schweizer Berglandschaft abgetaucht.

Das war auch eines der persönlichen Highlights des Buches: dass ich “Wolkenschloss” rein zufällig genau zur passenden Zeit – rundum Weihnachten – gelesen habe. Ich kann jedem, der das Buch noch nicht gelesen hat, empfehlen, entweder an Silvester oder zumindest im Winter zu beginnen. Ansonsten würde ich schweren Herzens bis November oder Dezember 2018 warten, denn das Ambiente passt einfach nicht in das Frühjahr oder gar in den Sommer.

Rezension Wolkenschloss von Kerstin Gier

Fanny ist mir als Hauptcharakter sofort ans Herz gewachsen. Kerstin Gier schafft es immer wieder, clevere und schlagfertige Mädchencharaktere zu kreieren, deren Abenteuer man als Leser gerne verfolgt. Außerdem mag ich ihren Schreibstil sehr gerne. Die Jugendbücher lesen sich – entsprechend des Genres – locker und leicht, sind aber trotzdem nie zu umgangssprachlich formuliert oder gar fehlerbehaftet.

Ich hatte richtig viel Spaß im “Wolkenschloss”. Mein einziger, kleiner Kritikpunkt ist, dass ich mir an der einen oder anderen Stelle ein bisschen mehr Erzähltempo gewünscht hätte. Ich kann es nicht genau in Worte fassen, aber einige Beschreibungen sind für meinen Geschmack eine Spur zu ausführlich geraten.

Davon abgesehen hat mir “Wolkenschloss” wundervolle Lesestunden beschert und besonders freut mich, dass ich an diesem optischen Juwel auch in den kommenden Jahren viel Spaß in meinem Bücherregal haben werde.

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