Ich liebe Norwegen und als mir der Erfahrungsbericht einer jungen, norwegischen Ärztin aus dem ganz hohen Norden Norwegens angeboten wurde, musste ich zuschlagen.
Werbung: das Buch wurde mir vom Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Auf nach Nordnorwegen!
Ingvild arbeitet als Ärztin in Ausbildung in Norwegens grösstem Krankenhaus in Oslo. Als es darum geht, wo sie ihre zur Ausbildung gehörenden „Turnusmonate“ verbringen möchte, trifft sie eine ungewöhnliche Entscheidung: Um der Fließbandarbeit im Großstadtkrankenhaus zu entkommen, bewirbt sie sich auf eine Stelle in Nordnorwegen. Da dort normalerweise niemand freiwillig hin möchte, bekommt sie prompt die Zusage einer kommunalen Landarztpraxis in einer samischen Ortschaft in Norwegens nördlichstem Zipfel.
Neuanfang voller Herausforderungen
Dort wird sie mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Eine eigene Sprache (Samisch), die sie bislang nicht spricht. Menschen, die aufgrund schlechter Erfahrungen reserviert bis negativ gegenüber nicht-samischen Norwegern eingestellt sind. Sie soll plötzlich eigene medizinische Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Dieses Gefühl, weit weg von der Familie und Freundinnen ganz auf sich alleine gestellt zu sein. Es gäbe viele Gründe, aufzugeben und nach Oslo zurückzukehren.
Aber Ingvild beisst sich durch und wird mit einem entschleunigten Leben, (meist) dankbaren Patienten, überwältigender Natur und sogar der großen Liebe belohnt.
Beeindruckend
Was für ein grandioser Erfahrungsbericht! Mich hat dieses Buch auf so viele Arten und Weisen beeindruckt. Denn ich fand es super spannend, z.B. vom norwegischen Gesundheitssystem zu lesen. Ja, es mag weniger am Rande des Zusammenbruchs stehen als das deutsche. Und trotzdem fühlt sich auch dort das Personal überfordert.
Die Schilderungen über die Lebensrealität der Samen und den Wechsel der Jahreszeiten am Polarkreis werden ebenso lange in mir nachhallen. Genau wie die vielen kleinen Anekdoten, die sie aus ihrem Ärztinnenalltag berichtet.
Fazit
Ich empfehle „Polarherz“ auch Lesenden, die normalerweise nicht zu Sachbüchern greifen. Denn das Leben von Ingvild in Nordnorwegen liest sich an vielen Stellen wie ein Roman. Weshalb ich mir ohne Probleme eine Verfilmung als Arztserie vorstellen könnte. Ganz großes Kino!
