Die Kluftinger-Krimis gehören zu den Regionalkrimis, die ich direkt nach Erscheinen lese. Auch wenn mir manchmal zu viel Comedy und zu wenig Krimihandlung in den einzelnen Bänden vorkommt. Trotzdem überwiegt meine Liebe zum Allgäu und zum – auf gut Schwäbisch – bruddligen Kommissar. Auf den neuesten Band „Blendwerk“ habe ich mich schon allein wegen des wunderschönen, herbstlichen Covers gefreut.
Werbung: das Buch habe ich bei vorablesen.de gewonnen.

Wochenendausflug turned wrong…
Eigentlich wähnt Kluftinger sich auf einem entspannten Wochenendausflug mit seiner heiß geliebten Enkelin Maxima und dem Rest der Verwandtschaft. Doch dann findet ausgerechnet die in Deutschland zu Besuch weilende Schwester seiner japanischen Schwiegertochter im dank Netflix zum Insta-Hotspot hochstilisierten Eistobel die Leiche einer jungen Frau. Kruzifix, das war es mit der Entspannung…
Schnell finden Kluftinger und sein Team heraus, dass es sich bei der Toten um eine bekannte Allgäu-Influencerin handelt. Deshalb führt dieser Fall die Beamt|innen in das Spannungsfeld zwischen echtem Leben und sozialen Medien. Manche ermitteln lieber offline, andere stürzen sich begeistert auf verschleierte Internet-Identitäten und Cybercrime. Versierte Kluftinger-Fans werden ahnen, welcher von Kluftingers Untergebenen zu den genannten Fraktionen gehört…
Private Verwicklungen
Aber auch Kluftingers Privatleben kommt nicht zu kurz. So nimmt seine Karriere im Gemeinderat Fahrt auf und fügt seiner besonderen Beziehung zum Dr. Langhammer eine ganz neue Dimension hinzu. Sein Vater bereitet Kluftinger ebenfalls einiges an Kopfzerbrechen. Angesichts dessen fortgeschrittenen Alters mag man zunächst an altersbedingte Gebrechen denken. Tatsächlich entpuppt sich Vater Kluftinger jedoch als als ausgefuchster Datensammler, der mit seiner Blockwartmentalität jedem Stasispitzel zur Ehre gereicht hätte.
Mein Wunsch: noch mehr Krimi
Mir hat der Krimipart von „Blendwerk“ gut gefallen. Von mir aus hätte es sogar den einen oder anderen weiteren „roten Hering“ geben können, der noch mehr zum Miträtseln eingeladen hätte. Mangels tatsächlich vorhandener weiterer Alternativen war mir die Auflösung des Falls schon recht früh klar.
Die Fremdschammomente Kluftingers hielten sich dieses Mal zum Glück in Grenzen. Trotzdem hätte ich mir etwas mehr Fokus auf die Krimihandlung und weniger Privates gewünscht.
Fazit
Werde ich dem Klufti treu bleiben? Na klar, denn auch dieser Band hat mir beim Lesen viel Spaß gemacht. Außerdem möchte ich unbedingt herausfinden, wer der (oder die?) ominöse neue Chef(in) der Kripo ist.
