|Leseliebe| Mein Lesemonat Januar 2020

Bevor ich auf meinen Lesemonat Januar 2020 zurückblicke, möchte ich Euch von meinen Erlebnissen in diesem Monat berichten:

 

Januar 2020_Sonnenuntergang Neujahr

Abendspaziergang an Neujahr. Mit solch einem wundervollen Sonnenuntergang kann 2020 starten…

 

Ich weiß, der Januar ruft bei vielen keine Begeisterungsstürme hervor. Nass, kalt, dunkel und auch die Faszination Weihnachten ist nicht mehr da. Gefühlt der längste Monat des Jahres. Aber ich muss sagen, das ist genau das, was ich am Januar mag: dass er nicht so rasend schnell vorbeifliegt wie all die anderen Monate. Dass man richtig was von dem Monat hat.

Klar, das Wetter war nervig. Für meinen Geschmack viel zu warm. Schon allein aus Allergiegründen (Haselpollen, anyone?!) wäre mir eine trockene Kälte VIEL lieber. Außerdem vermisse ich den Schnee. Die Dunkelheit und Melancholie machen mir hingegen nichts aus. Wenn ich arbeiten muss, finde ich solche Witterungsbedingungen sogar besser als Affenhitze im August.

Ich habe im Januar viel unternommen. Absolutes Highlight war das YEZ Yogafestival. Allgemein war mein Start ins Jahr von viel Yoga geprägt, denn neben meinem regulären, wöchentlichen Yogakurs habe ich zudem an einer samstäglichen Masterclass teilgenommen. Ein Abo für „Yogaeasy“ habe ich außerdem getestet. Und für gut befunden. Mir hat es gefallen, die verschiedenen Stile und Lehrer zu testen.

 

Januar 2020_Veganuary_Veganuar_Bowl

Leckere Bowls gab es im „Veganuar“ regelmäßig.

 

Nach der Völlerei im Dezember habe ich mich ziemlich unwohl gefühlt. Da kam der „VEGANuary“ perfekt für mich, denn so konnte ich ab dem 02.01. direkt mit gesunder Ernährung durchstarten. Die vegane Ernährung ist mit super leicht gefallen. Fleisch und Wurst esse ich freiwillig sowieso nicht. So musste ich nur schauen, dass ich z.B. Käse und normale Schokolade aus meinem Speiseplan entferne. Als Laktoseintoleranzler hat mir das sehr, sehr gut getan. Denn auch laktosefreie Produkte sind nicht immer komplett verträglich. Allerdings muss ich an der Stelle erwähnen, dass für mich von Anfang an feststand, dass ich an einem Wochenende eine Ausnahme machen werde. An dem bin ich zu meinen Eltern gefahren und da wollte ich durch meine vegane Ernährung nicht für zusätzliche Komplikationen sorgen. Es ist sowieso schon schwierig genug, die Essgewohnheiten von mir und meinem Bruder unter einen Hut zu bringen.

Ich plane auf alle Fälle, bis auf weiteres „In-House-Veganer“ zu bleiben. Das bedeutet, wenn ich es selbst in der Hand habe (=daheim) esse ich vegan. Auswärts werde ich – damit es nicht zu kompliziert und dogmatisch wird – auch mal zu Milchprodukten greifen.

 

Gelesen habe ich natürlich auch. Ganze 8 Bücher – aufgeteilt in 3 klassische Bücher, 3 Hörbücher (da gefühlt auf dem Weg zur Arbeit gar nicht so viel Zeit drauf gegangen ist, muss ich im Januar wohl viel geputzt haben…) und 2 E-Books konnte ich im Lesemonat Januar 2020 beenden. Jeweils zur Hälfte auf Deutsch und Englisch.

 

Mein Highlight im Lesemonat Januar 2020

Someone Else von Laura Kneidl

Am aller letzten Tag vom Lesemonat Januar 2020 habe ich an einem Tag ein komplettes Buch „durchgesuchtet“: „Someone Else“ von Laura Kneidl. Der Grund? Ich habe mich selten so sehr in einer Protagonistin wiedergefunden wie in der introvertierten Cassie. Ein paar mehr Details, inklusive Laura Kneidls Lesung in Stuttgart, findet Ihr hier.

 

Gute Bücher im Lesemonat Januar 2020

Ähnlich wie „Someone Else“ ist auch die Leuchtturm-Trilogie von Kira Mohn aktuell in aller Munde und auch z.B. „optisch“ auf Instagram sehr präsent. Ich habe mich vom Hype anstecken lassen und „Show Me the Stars“ und „Find Me in the Storm“ Anfang Januar kurz hintereinander gelesen. Die beiden Bücher haben es geschafft, meine Irland-Liebe wieder richtig aufflammen zu lassen und in mir den Wunsch zu wecken, bald einmal nach Irland zu reisen. Vom Setting abgesehen, haben mir beide Geschichten auch aufgrund der „Pairings“ gut gefallen.

 

Show me the stars von Kira Mohn

 

Im ersten Band steht eine beruflich vom Pech verfolgte deutsche Journalistin im Fokus, die sich auf einem einsamen, irischen Leuchtturm eine Auszeit nimmt. Und dabei dem lokalen „Bad Boy“ (natürlich mit Tiefgang – und in dem Fall zum Glück nicht zu klischeebeladen dargestellt) verfällt.

 

Find me in the storm von Kira Mohn

 

Im dritten Band quartiert sich bei der Besitzerin einer „Bed & Breakfast“-Pension ein bekannter Moderator ein. Dem nichts besseres einfällt, als den Versuch zu unternehmen, das gesamte Dorf zu verkuppeln – inklusive seiner „Wirtin“.

Hach ja, das waren zwei richtig schöne Bücher mit tollem Schreibstil…

 

Wayward Son von Rainbow Rowell

 

Ich habe sowohl „Fangirl“ als auch „Carry On“ von Rainbow Rowell geliebt. Entsprechend begeistert war ich, dass es mit „Wayward Son“ einen zweiten Teil zur an „Harry Potter“ erinnernden Saga rundum Simone Snow und seine Freunde gibt. Ausgangspunkt der Geschichte ist, dass das Böse besiegt wurde und die Welt nun eigentlich in Ordnung sein sollte. Blöd nur, dass Simon den Sieg sogar nicht genießen kann. Denn er hängt in einer depressiven Phase fest. Zum Glück gibt es Freunde. Und die schleppen ihn auf einen Roadtrip quer durch die USA. Wo sie feststellen müssen, dass es zumindest auf diesem Kontinent noch einiges an Bösem zu besiegen gibt…

Auch dieser zweite Teil hat mir super gefallen. Vor allem die Darstellung von Simons depressiven Verstimmungen fand ich sehr gelungen. Hinzu kommt, dass ich die Liebesgeschichte zwischen Simon und Baz sehr, sehr gerne mag. From sworn enemies to lovers…

 

Top Secret_Sarina Bowen von Elle Kennedy

 

„Him“ und „Us“ von Sabrina Bowen und Elle Kennedy habe ich vor ein paar Jahren verschlungen (Kurzzusammenfassung: zwei Eishockey-Spieler mit gemeinsamer Vergangenheit treffen nach einigen Jahren wieder aufeinander und können die Finger nicht voneinander lassen). Als ich gesehen habe, dass es mit „Top Secret“ ein neues, gemeinsames Projekt der beiden Autorinnen gibt, stand für mich sofort fest, dass ich das auch lesen muss. Dieses Mal stehen zwei College-Boys im Mittelpunkt, die sich im „real life“ auf den Tod nicht ausstehen können. Als sie sich jedoch via „Social Media“ kennenlernen (der eine, soll als Geburtstagsgeschenk für seine Freundin einen flotten Dreier klar machen – wenn ich das jetzt so schreibe, hört sich das ziemlich seltsam an, lasst es Euch gesagt sein, in der Geschichte war es viel weniger „creepy“), „klickt“ es zwischen den beiden.

Obwohl mir „Him“ und „Us“ noch eine Spur besser gefallen haben, konnte auch „Top Secret“ mich überzeugen. Neben der wirklich schönen Liebesgeschichte hat mich vor allem die persönliche Geschichte von Luke berührt, der aus einem miesen familiären Umfeld kommt. Die Eltern von Keaton („der Dritte“, weil sein Großvater und Vater denselben Namen tragen) hingegen sind reich und auch eher anstrengend, werden aber zum Glück nicht einfach nur eindimensional dargestellt. Genauso wenig wie Keatons Freundin, die ein nettes Mädel ist und keine Bitch. Alles in allein sehr unterhaltsames Buch.

 

Konnte im Lesemonat 2020 die Erwartungen nicht ganz erfüllen

Find Me von Andre Aciman

 

Es dürfte hier auf dem Blog schon das eine oder andere Mal sichtbar geworden sein: seit letztem Jahr bin ich großer Fan von André Aciman. Entsprechend groß war meine Vorfreude, als ich entdeckt habe, dass er mit „Find Me“ eine Fortsetzung zu „Call Me By Your Name“ – einem meiner Jahreshighlights 2019 – schreiben wird. Leider konnte dieses Buch meine – zugegebenermaßen hohen – Erwartungen nicht in allen Teilen erfüllen. Und Teile ist genau das richtige Stichwort, denn ich würde das Buch tatsächlich in drei Teile unterteilen:

  • Im 1. Abschnitt steht Elios Vater im Mittelpunkt, der auf einer Zugreise eine sehr viel jüngere Frau kennenlernt. Mein Urteil zu diesem Teil lautet „ganz okay“.
  • Im folgenden Abschnitt geht es erneut um eine Kennenlernphase. Dieses Mal mit Elio und einem älteren Intellektuellen im Mittelpunkt. Hier muss ich leider anmerken, dass dieser Teil mich gelangweilt hat. Zu verworren, zu wenig Chemie zwischen den beiden.
  • Das Finale hingegen hat mich wirklich begeistert. Kein Wunder, kommt es dort doch zum großen Wiedersehen von Elio und Oliver. Zwei Personen, die für mich zu den ganz großen (und wichtigen!) Paaren der Literaturgeschichte zählen. Das war sooo schön wieder von den beiden zu lesen. Trotzdem muss ich hier ein bisschen auf die Euphoriebremse treten, denn im Gegensatz zu den ersten Abschnitten ist dieses Finale wirklich super kurz. Und kann deshalb insbesondere den schwachen Mittelteil für mich nicht aufwiegen. Schade…

 

Regionalkrimis in Form von Hörbüchern sind meist eine gute Wahl für mich. Und den Hygieneinspektor Fellinger aus der Feder von Oliver Kern hatte ich bereits in den Vorgängerbänden in mein Herz geschlossen. Warum „Hirschhornharakiri“ trotzdem nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, könnt Ihr hier nachlesen. Genau wie was es mit dem „Klobürsten-Gate“ auf sich hat.

 

American Royals von Katharine McGee

 

Nicht erst seit dem absolut großartigen „Red, White & Royal Blue“ (das in diesem Jahr endlich auf Deutsch erscheinen wird. Ich sehe mich schon das Buch all meinen Freunden als Geburtstagsgeschenk aufdrängen…) mag ich Geschichten, in denen eine royale Familie im Blickpunkt steht. Deswegen ist recht spontan auch „American Royals“ von Katharine McGee in meinem Warenkorb gelandet, kurz nachdem ich es entdeckt hatte.

Hintergrund der Geschichte ist quasi eine Utopie, denn die USA werden von einer königlichen Familie regiert. Und um just diese Royals geht es: die brave Kronprinzessin, die sich völlig unstandesgemäß in den Bodyguard verliebt. Die rotzige kleine Schwester, die ihr Herz an den Verlobten der Kronprinzessin verliert. Der ein bisschen ahnungslos daher kommende kleine Bruder, der sich zwischen seiner berechnenden Langzeitfreundin und der besten Freundin seiner Zwillingsschwester aufreibt.

Ihr seht, viele Kombinationen und ein gigantisches „Liebesmehreck“ (den von einem Dreieck kann man da beim besten Willen nicht mehr sprechen). Einerseits hat mich dieser Geschichte ganz gut unterhalten, andererseits hat mir auch etwas gefehlt. Das mag am ständigen Springen zwischen den Perspektiven und Einzelgeschichten liegen. Dadurch hat z.B. die Erzählung von der Kronprinzessin und ihrem Bodyguard nie die Tiefe erreicht, die ich mir gewünscht hätte. Auch haben mich so manche Intrigen mit der Zeit sehr ermüdet. So dass für mich nur bleibt, ein durchwachsenes Fazit zu ziehen. Ob ich den nächsten Teil auch lesen werde, weiß ich trotz des Cliffhangers nicht.

 

Das war mein in Summe sehr zufriedenstellender Lesemonat Januar 2020. So kann das Jahr gerne weitergehen.

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Steffi,
    das klingt nach einem sehr gelungenem Monat. Die Idee den Januar vegetarisch einzuleiten, gefällt mir sehr. Das Foto von der Bowl sieht auch so gut aus, dass man direkt Lust bekommt, es dir gleichzutun :o)
    Schade finde ich, dass dir die Fortsetzung von Call me by your name nicht ganz so gut gefallen hat. Dennoch waren ja einige sehr schöne Lesehighlights im Januar mit dabei.
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Februar/März <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    • glimrende
      Autor
      1. März 2020 / 16:54

      Hi Tanja,
      die Bowl könnte ich auch direkt noch einmal vertilgen 🙂

      Ich hoffe Dein Lesemonat Februar war ebenfalls toll und auch der März wird Dir viele, tolle Lesestunden bringen.

      Viele Grüße.

      Steffi

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