|Leseliebe| „Marwani – Mitten ins Herz“ von Maren Dammann / Rezension

Ich habe hier schon öfters von meiner seit Kindertagen andauernden Liebe zu Pferdebüchern berichtet. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich „Marwani – Mitten ins Herz“ von Maren Dammann als Rezensionsexemplar lesen durfte.

Werbung: das Rezensionsexemplar wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Rezension zu Marwani von Maren Dammann

 

Neuanfang auf dem Land

Mira lebt das Leben eines ganz normalen Teenagers zwischen ihrer Freundesclique, den ersten Schmetterlingen im Bauch und ihrem Schulalltag. Doch dann wird durch einen Autounfall ihr komplettes Leben auf den Kopf gestellt und sie landet im Rollstuhl. Ihre Eltern versuchen ihr einen Neustart auf dem Land zu ermöglichen und ziehen in ein altes Haus direkt neben einem Pferdehof. Während ihre kleine Schwester direkt Feuer und Flamme ist, verschanzt sich Mira in ihrem Zimmer und lässt niemanden an sich heran. Erst als die ebenfalls traumatisierte Stute Marwani auf dem Hof einzieht, verlässt Mira langsam ihr Schneckenhaus. Und dann ist da ja auch noch ein Pferdepfleger, der ihr Herz höher schlagen lässt…

 

Rezension zu Marwani von Maren Dammann

 

Pro & Kontra

Vorneweg die positiven Punkte. Mich hat „Marwani – Mitten ins Herz“ definitiv super unterhalten. Ich mochte den Schreibstil der Autorin. Die Geschichte war fesselnd und ließ sich – passend für ein Jugendbuch – sehr leicht lesen.

Trotzdem lässt mich das Buch ein bisschen zwiespältig zurück. Denn manch eine Wendung war mir zu „fantasievoll“, zu unrealistisch. Andererseits bin ich mir nicht sicher, wie hoch der Maßstab ist, den ich an ein Jugendbuch anlegen darf. Sicher nicht denselben wie an einen Roman für Erwachsene. Trotzdem denke ich, dass auch Jugendliche eine realitätsnahe Geschichte „verdient“ haben.

Den Alltag auf einem Pferdehof fand ich grundsätzlich zutreffend und nicht zu „romantisch“ dargestellt. Trotzdem gab es eine Szene, die für mich meilenweit weg vom echten Leben war. Soweit ich weiß, werden Stuten mittlerweile alle quasi künstlich befruchtet, und es findet keine echte Begegnung zwischen Stute und Hengst statt. Das wurde in „Marwani – Mitten ins Herz“ komplett anders (und äußerst dramatisch) dargestellt.

 

Rezension zu Marwani von Maren Dammann

 

Schwachpunkte…

Die kleine Schwester von Mira war mir viel zu erwachsen angelegt. Mit dem Ergebnis, dass ich total überrascht war, als ihr wahres Alter im Buch genannt wurde. Insbesondere ihre Art zu reden, erschien mir nicht altersgerecht.

Auch kann ich verstehen, dass man als Autorin gerne ein spannendes Buch abliefern möchte, aber hier waren mir einige Abenteuer, die Mira im Laufe der Geschichte durchmachen musste, zu sehr „over the top“. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Außerdem frage ich mich, warum sich alle Pferdehöfe seit „Immenhof“ (also seit irgendwann kurz nach dem 2. Weltkrieg) in finanzieller Schräglage befinden müssen. Ich würde mir etwas mehr Facettenreichtum in Pferdegeschichten wünschen.

 

… und trotzdem kein negatives Gesamtfazit

Das klingt jetzt alles recht negativ, weshalb ich nochmals betonen möchte, dass mir „Marwani – Mitten ins Herz“ trotz dieser Schwächen gut gefallen hat. Denn ich habe mich auf dem Pferdehof und in der Geschichte wohl gefühlt.

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