|Leseliebe| „Affenhitze“ von Klüpfel & Kobr

Ja, ich weiß, manche mögen auf das Genre herabschauen, aber ich mag Regionalkrimis. Vor allem als Hörbuch funktioniert die Mischung aus spannendem Kriminalfall und augenzwinkernder Leichtigkeit perfekt für mich. Deshalb stand für mich von Anfang an fest, dass ich auch bei „Affenhitze“ – dem 12. Teil der „Kluftinger“-Reihe – wieder am Start sein werde.

Werbung: das Rezensionsexemplar (Hörbuch) wurde mir von netgalley kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Affenhitze Kluftinger von Klüpfel Kobr

 

Klimakatastrophe und Allgäuer Wissenschaftssensation

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Klüpfel & Kobr hatten das Ziel, DEN Krimi passend zur Klimakatastrophe zu schreiben. Denn das gesamte Allgäu stöhnt im 12. Band der beliebten Krimi-Reihe rundum Kommissar Kluftinger unter einer gigantischen Hitzewelle. Doch die titelgebende „Affenhitze“ ist nicht nur auf die klimatischen Verhältnisse zurückzuführen sondern steht auch mit dem Tatort von Kluftis aktuellem Fall in Zusammenhang. In einer Kiesgrube wurde die Leiche eines Wissenschaftlers gefunden, der gemeinsam mit Kolleg*innen, Studierenden und Laien Ausgrabungen vornimmt und einer Weltsensation auf der Spur ist: kann es sein, dass der erste aufrechtgehende Mensch/Primat nicht aus Afrika sondern aus dem Allgäu stammt?

 

Berufliche Ermittlungen und private Verwicklungen

Stellt sich die Frage, wer dem Wissenschaftler nach dem Leben getrachtet hat. Verfeindete Kollegen, die auf demselben Gebiet geforscht haben? Der Kiesgrubenbesitzer, der sich in seinem Unternehmertum durch die Forschungsarbeiten eingeschränkt sah? Oder die Mitglieder einer dubiosen Sekte, die auf dem Nachbargrundstück ihr Unwesen treiben?

Kommissar Kluftinger wird nicht nur mit einem bunten Strauß an Tatverdächtigen konfrontiert. Auch privat sieht er sich Herausforderungen wie dem Umgang mit den sozialen Medien, dem Kindermädchen seiner Enkelin und nicht zuletzt Erika, die er davon abhalten muss, seine „alten Schätze“ (die ihn komischerweise in den letzten 30 Jahren nicht interessiert haben) auf dem Flohmarkt zu verkaufen, gegenüber.

 

Dieses „Dahoam“-Gefühl…

Ich habe mich bereits nach wenigen Hörminuten wieder super wohl gefühlt in der Welt von Kommissar Kluftinger. Die beiden Autoren und der Erzähler machen beim Hörbuch einen ausgezeichneten Job, weshalb es ein Fest ist, ins Allgäu zurückzukehren.

Neben liebgewonnenen/gerne gehassten Charakteren wie dem Kollegen Maier oder Kluftis Eltern, tragen auch wiederkehrende Elemente wie Kluftis uralter Passat oder seine Ungeschick im Umgang mit moderner Technik zum Schmunzeln und zum heimeligen Gefühl beim Lesen bei.

 

Die Mischung macht’s

Wie immer stelle ich mir zu Beginn eines neuen Kluftingers die Frage, ob wohl der Klamauk überwiegen wird. Oder ob die beiden Autoren die richtige Mischung aus Nebenhandlung und eigentlichem Krimi finden werden. In „Affenhitze“ hätte es für meinen Geschmack zwar eine Spur mehr Krimihandlung sein dürfen, aber insgesamt hat für mich die Mischung gepasst.

 

Fazit

Ich freue mich schon jetzt auf Neues aus der Feder der beiden Autoren. Egal ob Hörbuch oder klassisches Buch – ich werde Klüpfel & Kobr auch bei Band 13 die Treue halten. Denn der Klufti ist und bleibt der Vorreiter in der Königsklasse „Regionalkrimi“.

 

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