|Leseliebe| 10 Gründe: „Red, White and Royal Blue“

Wir müssen unbedingt über „Red, White and Royal Blue“ von Casey McQuiston reden. Denn dieses Buch hat mich in der vergangenen Woche total begeistert. Definitiv eines meiner Jahreshighlights 2019.

 

Rezension Red White and Royal Blue von Casey McQuiston

 

Der Inhalt des Buchs lässt sich perfekt in einem Satz zusammenfassen:

What happens when America’s First Son falls in love with the Prince of Wales?

Alex, der Sohn der amerikanischen Präsidentin, verliebt sich also in Henry, den Prinzen von England.

Und nun folgen die 10 Gründe, warum Ihr alle dieses Buch lesen solltet.

 

1. Diversity

Alle reden aktuell davon, dass die Literatur mehr „diverse“ werden muss. Also nicht nur klassische Frau/Mann-Paarungen in den Fokus stellen soll. Und genau hier liefert „Red, White and Royal Blue“ voll ab. Alex & Henry sind so ein tolles Paar, dass ich keine Sekunde daran gedacht habe, dass sich hier nicht ein Mädchen in einen Jungen verliebt sondern eben zwei Jungs ineinander. Im Gegenteil, die Variante „ein Prinz verliebt sich in eine Präsidententochter“ hätte ich als ausgelutscht und schon 100x erzählt empfunden.

 

2. Schreibstil

Obwohl das Buch im Präsens geschrieben ist, wirkt es überhaupt nicht hölzern. Außerdem fand ich die Lösung, die Geschichte aus der Sicht von Alex zu erzählen, das aber nicht in der Ich-Perspektive zu tun, sehr gelungen. Hinzu kommt, dass Casey McQuiston einen Satz nach dem anderen raushaut, den man sich am liebsten für immer merken würde. Oder der einen zum Schmunzeln bringt.

 

3. US-Wahlkampf „behind the scenes“

Casey McQuiston erzählt so unglaublich detailliert vom amerikanischen Wahlkampf. Viel mehr könnte ich auch in einem Sachbuch nicht lernen.

 

Rezension Red White and Royal Blue von Casey McQuiston

 

4. Alex

Alex ist ein genialer Hauptcharakter. Eine spannende Mischung aus seiner „weißen“ Mutter und seinem Vater, dessen Vorfahren aus Mexiko eingewandert sind. Er hat Temperament, schießt manchmal über das Ziel hinaus, ist trotzdem nie nervig, dafür aber wunderbar „nerdig“ auf sein Ziel fixiert, der jüngste Kongressabgeordnete der USA zu werden.

 

5. Texas Love

Texas gehört nicht gerade zu den Bundesstaaten der USA, die ganz oben auf meiner „to visit“-Liste stehen. Irgendwie ein bisschen zu konservativ, zu sehr auf Öl und Waffen fixiert. In „Red, White & Royal Blue“ gelingt es Casey McQuiston als waschechter Texanerin weitere Seiten dieses Bundesstaates abseits der üblichen „Dallas“-Klischees zu zeigen. Das hat mir sehr gut gefallen.

 

6. Henry

Hach, ich mochte Henry. Er ist ruhiger und introvertierter als Alex. Very British. Trotzdem ist er mutig und macht den ersten Schritt auf Alex zu.

 

Rezension Red White & Royal Blue von Casey McQuiston

 

7. Kein unnötiges Drama

Klar, auch in „Red, White & Royal Blue“ wird es dramatisch. Zweifeln Alex & Henry an ihrer Liebe. Trotzdem kommt es nie zu diesem „Augenverdreh“-Moment, in dem man als Leser denkt: „Also das hätte alles durch ein bisschen mehr Kommunikation vermieden werden können“.

 

8. Fantastische Nebencharaktere

Alle, aber auch alle Nebenrollen waren bis ins kleinste Detail fantastisch ausgearbeitet. Und jede dieser Personen hätte ein eigenes Buch verdient. Egal ob die jeweilige Schwester von Alex oder Henry, Alex‘ beste Freundin oder Henrys bester Freund, Senator Luna und so viele mehr. Mir sind sie alle ans Herz gewachsen.

 

9. Der Wortschatz

Mein englischer Wortschatz ist ziemlich groß, wage ich zu behaupten. In einem normalen „Young Adult“-Roman kommt selten ein Wort vor, dass ich noch nie gehört habe. Anders in „Red, White and Royal Blue“. Hier habe ich geniale neue Worte wie z.B. „croquembouche“ oder „chambrays“ kennengelernt.

 

Rezension Red White and Royal Blue von Casey McQuiston

 

10. Liebesszenen

Ich weiß, viele Leser mögen keine Liebesszenen. Aber Casey McQuiston gelingt der schwierige Spagat zwischen zu frühem und zu spätem Ausblenden. So werden sowohl Leser bedient, die heiße Szenen lieben also auch solche, die bei zu detaillierten Beschreibungen am liebsten im Erdboden versinken möchten.

 

Ihr merkt, ich bin zum Fan geworden. Ich finde es so schade, dass „Red, White & Royal Blue“ der Debütroman von Casey McQuiston ist. Denn ich möchte mich am liebsten durch einen ganzen Stapel ihrer Geschichten lesen.

4 Kommentare

  1. 4. Juli 2019 / 07:34

    Ein wirklich toller Beitrag! Das Buch macht ja gerade gefühlt die Runde auf Instagram und ich stoße immer wieder auf diese Geschichte. Ich wollte mir das Buch auch schon längst bestellt haben, aber immer wenn ich es wollte, konnten die Buchhandlungen es erst in 4-6 Wochen liefern :/ Ich muss mal schauen, ob das Buch jetzt wieder vorrätig ist, es klingt nämlich einfach richtig toll! Ich bin schon sehr gespannt drauf!

    Ganz liebe Grüße
    Ivy

    • glimrende
      Autor
      4. Juli 2019 / 20:18

      Hi Ivy,

      das freut mich so sehr, dass Dir mein Beitrag zu „Red, White and Royal Blue“ so gut gefallen hat 🙂 . Ich hatte auch viel Spaß beim Schreiben.

      Nun drücke ich Dir die Daumen, dass das Buch bald in der Buchhandlung vorrätig ist.

      Meine Liebe zu der Geschichte geht übrigens sogar soweit, dass ich aktuell zusätzlich das Hörbuch höre 😀

      Viele Grüße.

      Steffi

  2. 6. Juli 2019 / 08:52

    Hallo liebe Steffi,
    man merkt deinem Artikel an, wie begeistert du von diesem Buch warst. Und ich muss sagen: Du hast es geschafft mich mitzureißen. Das hört sich wirklich nach einer Geschichte an, die man gelesen haben sollte. Ganz besonders freue ich mich, dass es hier einmal eine gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte gibt, die nochmal für ganz andere Konflikte sorgt, als es vielleicht bei der üblichen Konstellation ergeben hätte. Ich finde es auch sehr gut, dass – ja vielleicht gerade durch die Wahl dieser Charaktere – keine gängigen Klischees aufgegriffen werden. Ich habe auch gerade mal flott gegoogelt. Kann es sein, dass es dieses Buch bislang nur in Englisch gibt? Wird es eine deutsche Übersetzung geben, weißt du das zufällig?

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • glimrende
      Autor
      7. Juli 2019 / 15:19

      Hi Tanja,

      ich hab noch nichts dazu gefunden, ob das Buch auch ins Deutsche übersetzt wird. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es kommen wird. Denn es hat einfach für so viel Furore gesorgt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich das die deutsche Verlagswelt entgehen lässt.

      Herzliche Grüße.

      Steffi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu