|Leseliebe| „Gekommen um zu bleiben“ von Madeleine Becker

Madeleine Becker alias „Frau Freudig“ kenne ich seit sie nach Österreich auf einen Bauernhof gezogen ist. Damals wurde sie von einer anderen Bloggerin empfohlen und mich hat ihr einzigartiger, ländlicher Content angesprochen. Deshalb habe ich ihre ersten beiden Bücher bereits gelesen und direkt nach Erscheinen zu „Gekommen um zu bleiben“ gegriffen. Meine Kurzrezensionen zu den ersten zwei Teilen findet Ihr hier und hier.

Werbung: das Buch wurde mir vom Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Gekommen um zu bleiben_Madeleine Becker_Rezension

Ich habe mit der Erstellung dieser Rezension extra gewartet, bis ich meine Eltern an Ostern besucht habe. Denn ich wollte unbedingt die kleinen Lämmer ihrer Nachbarn fotografieren. Jetzt sind die jedoch auf einer anderen Weide, zu der ich nicht hinlaufen kann. Also habe ich mir mit dem Hahn beholfen. Auch eine gute Entscheidung, schließlich spielt der eine große Rolle im Buch und insbesondere bei der Raubvogelabwehr.

 

Wirklich angekommen?

Auf den ersten Blick scheinen Madeleine, ihr Freund Lukas und die Tiere angekommen zu sein. Der Umzug von Kärnten ins „Haus im Wald“ wurde vollzogen und auch die Kühe wurden zwischenzeitlich nachgeholt. Trotzdem wird nicht auf einen Schlag alles gut. Das alte Bauernhaus muss modernisiert werden, gärtnerisch muss sich Madeleine an die veränderten klimatischen Bedingungen und den unbekannten Boden gewöhnen und auch beziehungstechnisch kämpfen Madeleine und Lukas mit mentalen Herausforderungen und den Dämonen der Vergangenheit.

Wie das Leben so spielt, bleibt der Weg der beiden und ihrer tierischen Mitbewohner|innen ein ewiges Auf und Ab. Die heiteren Momente wechseln sich mit tieftraurigen Ereignissen ab. Ähnlich wie uns jedes Jahr die verschiedenen Jahreszeiten bringt.

 

Inhalt

Genauso ist auch „Gekommen um zu bleiben“ aufgebaut. Manche Kapitel sind melancholisch und haben mich beim Lesen zu Tränen gerührt. Hier denke ich – obwohl ich zu 100% Pferdemädchen bin und keinerlei Berührungspunkte mit Katzen habe – insbesondere an ein bestimmtes Katzenkapitel. Andere, etwas das Kapitel zum Almabtrieb bei Schneesturm, so dramatisch, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Bei ein, zwei Kapiteln hat man in meinen Augen gespürt, wie schwer es Madeleine gefallen ist, über diese sehr persönlichen Themen zu schreiben. Ich habe großen Respekt davor, dass sie trotzdem so offen war, es zu machen. Trotzdem mag ich mir gar nicht ausmalen, wie schwierig es gewesen sein muss, abzwägen, was erzählt werden kann und was besser unter Verschluss bleiben sollte. Auch um anderen Menschen – egal ob Freund oder eher Feind – nicht auf die Füße zu treten.

Bereichernd finde ich, dass Madeleine Becker Tier- und Umweltschutz priorisiert und trotzdem eine Stimme aus der Landwirtschaft ist. So gibt es nicht nur schwarz und weiß sondern viel grau dazwischen.

 

Ausdrucksweise

Ein Kritikpunkt, den ich schon zu beiden Vorgängerbänden geäußert habe, wurde leider im Lektorat nicht angepasst. Madeleine scheint sich sehr zu den Wörtern „schlicht und ergreifend“ und „schlichtweg“ hingezogen zu fühlen. Verstehe ich total, denn ich merke bei mir selbst, dass ich auch Lieblingswörter habe. In Rezensionen beginne ich Sätze gerne mit „auch“ oder „denn“ und beim Unterrichten habe ich eine seltsame Vorliebe für das Füllwort „quasi“. Das ist nicht schlimm, jedoch würde ich mir wünschen, dass sich das Lektorat solcher Themen annimmt und in der Folge dafür sorgt, dass „schlicht und ergreifend“ zumindest nicht mehr als einmal auf einer Seite erscheint.

 

Optik

Genau wie seine beiden Vorgänger ist „Gekommen um zu bleiben“ optisch der absolute Knaller. Ich mag sowohl die an Umweltschutzpapier erinnernde Haptik als auch die wunderschönen Fotos auf dem Cover und im Innenteil unglaublich gerne.

 

Fazit

Für mich war es toll, den Weg von Madeleine, Lukas und den Tieren in „Gekommen um zu bleiben“ weiterzuverfolgen. Die Mischung aus Tragik und Komik macht in meinen Augen den Charme des Buches aus. Plus die Tatsache, dass ich einige Dinge über Flora und Fauna lernen konnte. Ich werde „Frau Freudig“ treu bleiben und hoffe zudem auf eine Fortsetzung in Buchform.

 

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