Louisa Dellert ist seit dem Aufstieg von Instagram eine bekannte Influencerin. Ungewöhnlich an Ihrem Berufsweg ist, dass sie sich nicht nur einem Thema gewidmet hat. Begonnen hat alles als Fitnessinfluencerin. Nach einem Zusammenbruch widmete sie sich politischem Aktivismus und mittlerweile steht sie für den Kampf gegen unrealistische Körperideale. Um das letzte Thema geht es in ihrem Buch „Unshame“.
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Perfektionistischer Schönheitswahn
Das Buch „Unshame“ der durch Instagram bekannten Influencerin Louisa Dellert trägt den Untertitel „Wie wir uns von Idealen befreien und den weiblichen Körper wertschätzen“. In 16 Kapiteln beschäftigt sie sich mit verschiedenen Aspekten des perfektionistischen Schönheitswahns, dem vor allem Frauen unterliegen. Was dieser ständige Kampf um das gerade angesagte Aussehen anrichten kann, weiß sie aus eigener schmerzlicher Erfahrung. Ist sie doch einst selbst in eine Sportsucht und Essstörung gerutscht.
Dies sind die Themen, die in „Unshame“ bearbeitet werden:
- Schönheitsideale
- Pretty Privilege
- Diätkultur
- Bodyshaming
- White Privilege
- Body Positivity
- Beautyeingriffe
- Frauen können nicht gewinnen
- Frauen gegen Frauen
- Social Media
- Kosmetikindustrie
- Weibliche Nacktheit
- Weiblicher Intimbereich
- Mommy Makeover
- Forever Young
Kurzweiliges Sachbuch und Hezensthema
Mir hat gut gefallen, dass „Unshame“ zwar ein Sachbuch, aber leicht verständlich geschrieben ist. Trotz dieser Eingängigkeit werden Quellen genannt, durch die man sich am Ende des Buches noch einmal separat arbeiten kann.
Außerdem merkt man dem Buch an, dass Louisa Dellert über ein Herzensthema schreibt. Das war für mich offensichtlich, obwohl ich ihrem Werk durchaus kritisch gegenüberstehe. Denn mich irritiert etwas, dass sie in ihrer „Social Media“-Karriere mit Fitness, politischem Aktivismus und nun dem Körperthema bereits diverse Felder beackert hat. Für mich bleibt da immer ein Hauch Zweifel, wie authentisch das alles ist.
Bekanntes und Neues
Viele der Dinge, die in „Unshame“ besprochen werden, waren mir bereits bekannt. Trotzdem finde ich es immer hilfreich, noch einmal alle Fakten in einem Buch zusammengefasst zu lesen. So kann man besser Zusammenhänge herstellen und sich Fakten für Diskussionen mit (meist) „alles besser wissenden Männern“ merken. Manche Dinge waren mir in der Tiefe bislang auch nicht bekannt. So fand ich es eindrücklich, aufgezeigt zu bekommen, was für eine Wirtschaftsmacht hinter der Schönheitsindustrie steckt und wieviel die Einzelne in ihrem Leben dafür ausgibt.
Fazit
Auch wenn „Unshame“ nicht das Rad neu erfindet, ist es doch eine bereichernde Zusammenfassung all der Aspekte, die Frauen rundum den alltäglichen Schönheitswahn beeinflussen.
