|Leseliebe| „Calcio d’Oro“ von Carsten Fuß

Die Weltmeisterschaft 1990 in Italien war die erste Fußballweltmeisterschaft, die ich als Kind bewusst wahrgenommen habe. Mit dem WM-Titel für Deutschland nicht die schlechteste Art und Weise, um mit dieser Sportart in Kontakt zu kommen. Aus nostalgischen Gründen hat mich deshalb „Calcio d’Oro – Die goldenen Jahre des Fußballs“ von Carsten Fuß über den italienischen Fußball zu dieser Zeit und seine Verbindung nach Deutschland direkt angesprochen.

Werbung: das Buch wurde mir vom Bloggerportal kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Calcio d'Oro von Carsten Fuß

 

Inhalt

In  „Calcio d’Oro – Die goldenen Jahre des Fußballs“ macht Carsten Fuß eine Liebeserklärung an die wilden 80er, Maradona und die Weltmeister von Rom. Das Buch enthält ein Vorwort von Rudi Völler und ist in 22 Kapitel aufgeteilt. Jedes dieser Kapitel ist entweder einem deutschen Fußballer, der einst in Italien gespielt hat (wie z.B. Hansi Müller, Andreas Brehme und Oliver Bierhoff), gewidmet oder lässt Zeitzeugen Maradonas zu Wort kommen.

Auch eine kleine Auswahl an Bildern ist enthalten. Hier war ich besonders von der Haarpracht Maradonas und seines Managers beeindruckt.

Am Ende einiger Kapitel gibt es zudem kleine Anekdoten, die passenderweise die Überschrift „Fuß-Note“ tragen, sowie „Autogeschichten“, die meist eins gemeinsam haben: das Auto des jeweiligen Fußballstars kommt abhanden. Man ahnt am Ende von „Calcio d’Oro – Die goldenen Jahre des Fußballs“, dass die Szene aus „Man spricht deutsh“ in der Gerhard Polt als typisch deutscher Touristen-Spießer am Teutonengrill sein Auto nicht aus den Augen lässt, gar nicht so realitätsfern ist.

 

Lieblingsanekdote

Meine Lieblingsanekdote aus dem Buch möchte ich Euch an der Stelle nicht vorenthalten, den dieses Bild vor meinem geistigen Auge werde ich nie vergessen. Nach der wilden Feiernacht, die dem WM-Titel 1990 gefolgt ist, bot sich dem jungen Vater Klaus Augenthaler ein schier unglaubliches Bild, denn Sepp Meier schob Thomas Häßler im Kinderwagen von Augenthalers Tochter vor dem Teamhotel wild im Kreis herum…

 

Berührend

Die verschiedenen Fußballer werfen ihren ganz eigenen Blick auf Italien und den Fußball der 1980er und 1990er Jahre. Eins haben sie alle gemeinsam: Keiner konnte sich dem Charme Italiens (inklusive Kulinarik) und der italienischen Leidenschaft für Fußball entziehen.

Ich fand das Buch an einigen Stellen richtig berührend. Z.B. als Carsten Fuß vom ambivalenten Verhältnis der Neapolitaner zum reichen italienischen Norden erzählt. Oder als es um das Thema Gastarbeiter und deren Behandlung in Deutschland geht. Neben all der Traurigkeit bei letzterem Thema frage ich mich auch, wie Deutschland ohne Pasta und Pizza aussehen würde. Mag man sich gar nicht vorstellen…

 

Fazit

Ein innen wie außen (ich mag die Haptik und den goldenen Streifen auf dem Cover sehr) fabelhaftes Buch. Ein toller Blick zurück auf die Blütezeit des italienischen Fußballs und die Beteiligung Deutschlands daran.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu