|Wanderlust| Südtirol – Kronplatz mit Messner Mountain Museum „Corones“

An diesem Montag brach unsere hälftige Reisegruppe zum Kronplatz auf. Das liegt Richtung Bruneck und ist ca. 70 bis 80 km von Seis am Schlern entfernt. Die andere Hälfte der Reisegruppe verbrachte den Tag auf der Dachterrasse und am Pool.

Die Fahrt bis St. Vigil verlief problemlos. In St. Vigil fanden wir umgehend einen Wegweiser mit der Aufschrift „MMM Corones“. Leider hörte die Beschilderung danach auf. Auf das Navi konnten wir uns in diesem Fall leider auch nicht verlassen, da das Museum sich irgendwo auf dem Berg befindet und naturgemäß keine Adresse hat. Also zuerst auf gut Glück durch St. Vigil hindurch und ein Stückchen weiter geradeaus, um festzustellen, dass irgendwas nicht stimmte, denn der Weg führte zunächst leicht ansteigend dahin, dann aber wieder bergab, was nicht richtig sein konnte. Zurück in St. Vigil parkten wir an der großen, nur im Winter geöffneten Liftanlage und orientierten uns zu Fuß und auf einer Karte. So fanden wir heraus, dass wir zum Museum nach Verlassen von St. Vigil rechts abbiegen mussten, um auf den Furkelpass zu fahren. An besagter Abzweigung fehlt jedoch ein weiteres Schild Richtung MMM Corones. Das sollte Reinhold Messner ganz dringend aufstellen! Mittlerweile war ich Profi im kurvig bergan fahren und wir erreichten problemlos den Furkelpass inklusive zugehöriger Liftanlage. Mit dieser auch im Sommer geöffneten Bergbahn muss man bis zum Kronplatz hochfahren und dort befindet sich in direkter Nähe zur Bergstation das Museum. Als Bonus gibt es an der Talstation einen gutaussehenden Liftboy 😉

Messner Mountain Museum „Corones“

Das Museum kostet 8 Euro Eintritt und ist wesentlich kleiner als z.B. das Messner Museum auf Sigmundskron. Es widmet sich der Geschichte des Alpinismus und ist architektonisch sehr besonders, das es von einer der bekanntesten zeitgenössischen Architektinnen, der kürzlich verstorbenen Zaha Hadid, geplant wurde. Es befindet sich quasi *im* Berg und nur verschiedene „Röhren“ sowie eine Aussichtsplattform ragen aus dem Berg hinaus. Schon allein aufgrund der Architektur lohnt sich meiner Meinung nach ein Besuch dieses Museums.

Im Inneren befinden sich viele traditionelle und auch moderne Gemälde, alpines Zubehör wie z.B. Messners Bergschuhe und – was ich besonders interessant fand – eine große Weltkarte, auf der alle großen Ereignisse und Namen des Alpinismus verzeichnet sind. Hier gibt es z.B. auch Infos zu den Huber Buam oder David Lama (Memo an mich selbst: endlich eines der Bücher von David Lama lesen). Ich kann das Museum allen, die an der Geschichte der Berge interessiert sind, empfehlen. Auch wenn man kein passionierter Museumsbesucher ist, sollte einem dieses Museum gefallen, denn es erschlägt einen nicht mit zu vielen Ausstellungsstücken und man schafft den Rundgang auch bei aufmerksamem Lesen in ca. einer Stunde.

Blick ins Tal mit Gleitschirmflieger

Wofür sich die Reise zum Kronplatz (ein ansonsten typischer Ort mit Skigebietscharakter: viele Lifte, viel Gastronomie) auf alle Fälle lohnt: den genialen Rundblick, den man von dort oben hat. Das ist auch der Hintergrund, warum Reinhold Messner das letzte Museum seiner Museumsreihe dort oben errichtet hat: man kann nach allen Seiten und bis nach Österreich gucken.

Glocke mit Aussichtsplattform

Mittig auf dem Kronplatz befindet sich eine Glocke, deren Plattform man betreten kann und von wo aus man nach allen Seiten schauen kann. Auf dem zugehörigen „Ring“ sind die Namen der umliegenden Berge verzeichnet.

Die schneebedeckten Ötztaler Alpen im Hintergrund
Hohe Geisel und Seekofel mit dem „Ring“ um die Glocke im Vordergrund

Mein Satz des Tages kam von einem Rentnerehepaar auf dem Gipfel: „Alles sehr kommerziell hier! Aber nicht wegen des Museums sondern der Skifahrer!“ Wenn man als Tourist irgendwo hinfährt, sollte man immer damit rechnen, dass man auch andere Touristen trifft. Ansonsten sollte man vielleicht lieber zu Hause bleiben…

Yak auf dem Kronplatz

Zurück in Seis war es *sehr* warm, und wir verbrachten ein bisschen Zeit am Pool und auf der Dachterrasse, wobei ich die Dachterrasse stark bevorzugte.

Zum Abendessen gab es Pfannkuchen mit Gemüse und Briekäse (plus Béchamel), Seitan mit grünem Spargel und Apfelküchle (eine meiner all-time-favourite Süßspeisen).

Anschließend haben wir einen Spaziergang zur Umlaufbahn unternommen. Das dortige Gebäude wurde seit 2013 komplett neugebaut. Es befindet sich mittlerweile eine Art Einkaufszentrum (hauptsächlich Sportgeschäfte) darin.

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