Ich mag historische Romane. Vor allem wenn sie irgendwann zwischen 1900 und 1970 spielen. Entsprechend gefreut habe ich mich, als mir das Angebot, mich um „Das Geheimnis der Frauen“ von Sonja Roos zu bewerben, in mein Postfach geflattert ist. Denn diese Geschichte spielt u.a. zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Wie sehr mich der Roman in den Bann ziehen konnte, davon möchte ich in der vorliegenden Rezension erzählen.
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Vergangenheit und Gegenwart
Ein kleines Dorf im Westerwald in den Endzügen des Zweiten Weltkriegs. Die pflichtbewusste Hanni versucht gemeinsam mit ihrer freigeistigen Schwester und ihrem kleinen Neffen Max den familieneigenen „Dorfkrug“ während des harten Kriegswinters am Leben zu erhalten. Sämtliche Frauen des Dorfes bilden in dieser männerlosen Gesellschaft eine Art Zweckgemeinschaft. Das Leben aller Beteiligten nimmt eine schicksalhafte Wendung, als ein britischer Pilot in der Nähe des Orts abstürzt.
Sylt 2014. Eigentlich hat Köchin Lulu gedacht, mit ihrem Job in einem Nobelrestaurant auf der Promi-Insel sei sie endlich im Leben angekommen. Nach einem Streit mit ihrem Freund, der gleichzeitig ihr Chef ist, bricht ihr Lebensentwurf jedoch wie eine Kartenhaus zusammen und sie findet sich in ihrem Kinderzimmer in einem kleinen Dorf Westerwald wieder. Da ihre Eltern im Begriff sind, den seit Jahrzehnten im Familienbesitz befindlichen Dorfkrug aufzugeben, reift in Lulu – unterstützt durch ihre kleine Schwester und ihren Opa Max – der Plan, den Dorfgasthof zu übernehmen. Als wäre dies nicht Aufregung genug, stößt Lulu auf einen Stapel ungeöffneter Briefe, die sie zu einem Familiengeheimnis führen, über das ihr geliebter Opa jahrzehntelang geschwiegen hat…
Zwei Zeitebenen
Historische Romane, die auf zwei Zeitebenen spielen, mag ich ganz besonders gerne. Denn ich finde, das Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart macht eine Geschichte so viel spannender, als würde sie ausschließlich in längst vergangenen Zeiten spielen. In „Das Geheimnis der Frauen“ war Opa Max als Bindeglied zwischen den beiden Zeiträumen mein persönliches Highlight. Einerseits ist er ein liebevoller Opa und alter Charmeur, andererseits gibt es dieses Geheimnis, das er so tief in sich vergraben hat, dass es ihn zu einem unnahbaren Brummbär werden lässt.
Starke Frauen
Gut gefallen haben mir außerdem die vielschichtigen Frauenfiguren in der Vergangenheit und Gegenwart. Besonders beeindruckt hat mich, wie es Sonja Roos gelungen ist, anhand der zwei ungleichen Schwesterpaare auf beiden Zeitebenen darzustellen, wie Frauen zu allen Zeiten versucht haben, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen.
Spannungsbogen
Der Spannungsbogen in „Das Geheimnis der Frauen“ war hervorragend. Ich habe an so vielen Stellen mitgefiebert. Nicht nur die Aufdeckung des Familiengeheimnisses sondern auch die vielen kleinen Momente, wie das Schicksal des abgestürzten Piloten oder Lulus Kampf um das Fortbestehen des „Dorfkrugs“ haben mich gefesselt.
Fazit
Wer spannende historische Romane mag, die gekonnt zwei Zeitebenen miteinander verknüpfen, wird „Das Geheimnis der Frauen“ lieben. Aber auch allen, die sich eher selten an Bücher mit Vergangenheitsbezug wagen, kann ich diese Geschichte ans Herz legen. Denn ich würde sie durchaus als „Anfänger geeignet“ einstufen.
