|Wanderlust| Ein Wochenende in München

Englischer Garten München
See im Englischen Garten (von echten Insidern auch E-Garten genannt)

Über meinen Besuch beim Konzert von Robbie Williams habe ich hier bereits berichtet, ich möchte aber auch gerne allgemein etwas über meine Städtereise nach München erzählen.

Ich war bereits vor einigen Jahren für ein paar Tage in München (noch länger her ist ein Schulausflug in die bayrische Landeshauptstadt, von damals ist mir aber vor allem ein völlig unfähiger Fahrer unseres Reisebusses in Erinnerung geblieben, der sich offensichtlich überhaupt nicht auskannte, weshalb wir uns ständig verfahren haben und binnen einer halben Stunde zweimal am Olympiastadion vorbeigefahren sind) und mir hat die Stadt schon damals sehr gut gefallen. Ja, ich gebe es zu, ich bin eher der Fan von „sauberen“ und nicht ganz so riesigen Städten. Eine Reise in eine indische Großstadt würde mich eher überfordern, denke ich.

Englischer Garten München
Eisbach im Englischen Garten

Auch dieses Mal hat mich München nicht enttäuscht, und wir hatten eine wirklich schöne Zeit dort. Die freitägliche Anreise wäre ohne Navi mit einer Funktion für Echtzeit-Verkehrsinformationen zum Super-GAU geworden, denn die Strecke zwischen Stuttgart und Ulm ist aktuell eine Katastrophe. So sind wir anstatt über die Autobahn zunächst über die Bundesstraße gefahren und haben ungefähr zwischen Geislingen und Ulm eine Überlandfahrt unternommen. Landschaftlich sehr schön. Nach Ulm hat uns das Navi zurück auf die Autobahn gelotst und ab da lief es super.

Englischer Garten München
Monopteros im Englischen Garten

Unser Hotel kann ich leider nicht wirklich empfehlen. Die Lage mitten in Schwabing war perfekt und auch die Anbindung an die Autobahn war sehr gut. Leider arbeitet das Hotel auf einer Buchungsplattform mit einer Fehlinformation: dort steht schwarz auf weiß, dass Parkplätze vorhanden sind und man NICHT reservieren muss. Wir fahren dort vor und was wird uns vor den Latz geknallt: „Wie, Sie haben nicht reserviert? Da muss man selbstverständlich vorab reservieren. Die Tiefgarage ist voll, schauen Sie, wo Sie am Straßenrand parken!“ Ohne Worte. Zum Glück hatten wir die Insiderinformation, dass ca. 10 Minuten entfernt ein öffentlicher Parkplatz ist, denn am Straßenrand einen Parkplatz zu finden, entpuppte sich als völlig aussichtsloses Vorhaben (ganz abgesehen davon, dass man einen Anwohnerparkausweis benötigt oder ständig 2€ in einen Automaten schmeißen muss). Man kann sich vorstellen, dass uns das Parken auf dem öffentlichen Parkplatz ein kleines Vermögen gekostet hat…

Ein weiteres Manko war die zwar vorhandene, aber nicht funktionierende Klimaanlage im Zimmer, die uns zwei heiße Nächte beschert hat.

Frühstück im „Cotidiano“

Bedenkenlos ans Herz legen kann ich Euch hingegen das „Cotidiano“ in Schwabing. Da waren wir sowohl frühstücken als auch abends zwei Mal essen, und ich fand es wirklich sehr, sehr lecker. Vor allem kommt mir das dort angebotene, hippe, #healthy Essen sehr entgegen. Wenn man kein typisches Instagram-Food mag, ist man dort eher fehl am Platz. Ich habe u.a. mehrfach etwas mit Avocado und Hummus gegessen, was ich super lecker fand. Auch die hausgemachte Zitronenlimonade war sehr gut und vor allem auch definitiv nicht fertig gekauft, denn sie hat an beiden Tagen unterschiedlich geschmeckt. Ein kleiner Bonus für mich: die haben dort tatsächlich Paulaner Spezi.

Peter Lindbergh
Peter Lindbergh

Den Samstagmorgen haben wir für den Besuch der Peter Lindbergh Fotoausstellung genutzt. Dieser ist vor allem für seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen der in den 90er Jahren berühmten Supermodels bekannt. Die Ausstellung hat mich wirklich begeistert. Allein die Größe der Bilder hat mich total beeindruckt. Wann sieht man ansonsten eine Fotografie, die eine halbe Wand einnimmt? Außerdem war es eine Wohltat, in Zeiten extensiver Photoshop-Nutzung unretouchierte Bilder zu sehen. Peter Lindbergh hat neben den Aufnahmen aus der Modebranche auch Tänzer und Schauspieler fotografiert. Neben den Fotos wird auch sein Equipment ausgestellt, und man erfährt einiges aus seinem Lebenslauf. Besonders gut gefallen hat mir ein Raum, der wie eine Dunkelkammer aufgebaut war. Ich kann diese kurzweilige Ausstellung ohne Einschränkung empfehlen. Auch für nicht so begeisterte Museumsgänger, denn sie ist mit einer Verweildauer von ca. einer Stunde auch für solche geeignet.

Rathaus
Rathaus

Im Anschluss sind wir durch die Münchner Innenstadt inklusive der üblichen Touri-Hotspots wie z.B. den Marienplatz geschlendert.

Nach einer Pause im Café an der Uni, das ich von meinem letzten München-Besuch kannte, sind wir durch den Englischen Garten zurück nach Schwabing gelaufen. Dabei haben wir zufällig die Eisbach-Surfer gefunden, die ich bei meinem letzten mehrtägigen Münchenbesuch nicht gesehen habe.

Englischer Garten München
Surfer am Eisbach

Am Sonntagmorgen waren wir zum Abschluss im Café an der Münchner Freiheit frühstücken. Das war kein Highlight, denn zum einen war der Kellner unfreundlich und zum anderen hat mein Bircher Müsli geschmeckt, als sei es mit der Fertigmischung von Alnatura zubereitet. Der frisch gerieben Apfel hat definitiv gefehlt.

Englischer Garten München
Sommervergnügen im Englischen Garten

Mein Fazit zu diesem Wochenende in München: so etwas sollte man viel öfters machen. Es war einfach rundherum eine sehr gelungene Unternehmung. Außerdem überlege ich ernsthaft, ob ich mir vor meinem (nervigen) Geburtstag im nächsten Jahr eine „Bucket List“ machen soll, auf der so Dinge wie „ein Konzert besuchen“ stehen (das könnte ich nun ohne zu zögern abhaken).

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