|Leseliebe| „Christmas Ever After“ / „Für immer und einen Weihnachtsmorgen“ von Sarah Morgan

 

„Christmas Ever After“ („Für immer und einen Weihnachtsmorgen“)

  • Sarah Morgan
  • Chick Lit
  • Englisch
  • E-Book
  • 4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Es ist an der Zeit, das letzte Buch vorzustellen, das ich in 2016 beendet habe. Das besondere ist hier, dass es sich nicht um ein für mich neues Buch handelt sondern um ein Buch, das ich bereits zum dritten Mal gelesen habe. Ich denke, hier könnte sich eine kleine Tradition entwickeln, denn ich kenne kaum eine Geschichte, die besser zur Weihnachtszeit oder zum Winter passt.

Skylar ist eine Künstlerin und Träumerin, die hochwertige Schmuckstücke fabriziert. Zu Beginn von „Christmas Ever After“ weilt sie in London, um dort ihren Schmuck auszustellen. Alec ist Historiker mit eigener TV-Show, die ihm den Spitznamen „Shipwreck Hunter“ (also „Jäger von Schiffswracks“) eingebracht hat. Er und Skylar teilen einen gemeinsamen Freundeskreis, pflegen jedoch eine mehr oder minder offen ausgetragene Feindschaft. Er hält sie für eine verwöhnte Zicke, sie ihn für einen spaßbefreiten Langweiler. Deshalb besucht Alec, der sich gerade ebenfalls in seiner englischen Heimat aufhält, eher aus Pflichtgefühl denn Enthusiasmus Skylars Londoner Ausstellung. Überraschenderweise hat er dort einen großen Auftritt als „Ritter in strahlender Rüstung“, der die beiden für die nächsten Tage aneinander bindet und in einem Besuch bei Alecs Eltern auf dem Land mündet.

Habe ich schon erwähnt, dass ich diese Geschichte LIEBE? Ich fühle mich, als müsste ich alle lesenden Personen in meiner Umgebung von „Christmas Ever After“ überzeugen. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, diese Rezension ein bisschen anders aufzubauen und Stichpunkte zu sammeln, die dieses Buch zu etwas besonderem machen:

1. Sarah Morgan kann schreiben. Alle ihre Romane haben eine Leichtigkeit, die es möglich macht, quasi durch die Seiten zu fliegen. Außerdem greift sie selten auf schmalzige Formulierungen zurück sondern räumt auch witzigen Dialogen genügend Raum ein.

2. Skylar ist eine tolle, weibliche Hauptperson. Auf den ersten Blick (elfenhaftes Aussehen mit schlanker Figur und langen, weißblonden Haaren) mag sie zerbrechlich wirken, aber sie weiß genau, was sie will und kontert Alec mit der nötigen Portion Humor.

3. Alec ist einfach großartig. Ich möchte ihn am liebsten selbst kennenlernen. Und heiraten. Man kann ihn sich wunderbar vorstellen: groß, dunkelhaarig, in sich ruhend, nachdenklich, smart. Was will man mehr…

4. Das Setting ist perfekt: a) London – in der Top 3 meiner Lieblingsstädte, b) das malerische, ländliche England à la „Liebe braucht keine Ferien“ und c) Maine/USA – Tonnen von Schnee und Eis.

5. Skylar & Alec haben genau die Chemie, die ich bei einem Paar in einem „Chick Lit“-Roman suche. Man spürt als Leser von Beginn an, wie die Funken fliegen und genau darauf, kommt es mir an.

6. Die beiden haben ausgesprochen coole Jobs. Ich meine Schmuckdesignerin (echte (!) Schmuckdesignerin und nicht D-Promi, der sich nebenher als solcher verdingt) und Historiker, der im TV auftritt (und nichts mit Luis Trenker gemein hat…) – da gibt es nicht viel, was einen höheren Coolness-Faktor zu bieten hätte.

7. Das ganze spielt zur Weihnachtszeit und im Schnee – also quasi zur schönsten Zeit des Jahres in der für diese Zeit perfekten Umgebung. Das ist kaum zu toppen.

8. Was mich direkt zum nächsten Punkt führt: eingeschneit im Winterwunderland, gibt es einen besseren Ort für eine romantische Geschichte? Ich finde nicht. Toppt in meinen Augen „gestrandet auf einer einsamen Insel“ und „im Fahrstuhl steckengeblieben“.

9. Alecs Familie ist großartig. Wie sie ihn alle wieder in einer glücklichen Beziehung sehen möchten und in dem Zusammenhang zu jedem sich bietenden Strohhalm greifen. Und dabei – quasi en passant – von einem Fettnäpfchen ins nächste tappen.

10. Die schlimmen Schicksalsschläge in der Vergangenheit der beiden Hauptdarsteller sowie das unvermeidliche Drama kurz vor Ende des Buches halten sich in Grenzen und kommen deshalb nicht so unnötig daher wie in vielen anderen Geschichten desselben Genres.

Bleibt mir zum Abschluss nur zu sagen: Lest. Dieses. Buch. Zumindest, wenn Euch der Sinn nach einer locker leichten, humorvollen Romanze steht. Die perfekte Geschichte, um sich ein bisschen aus dem Alltag zu träumen.

4 Kommentare

  1. 17. Mai 2017 / 16:51

    Hallo Steffi,
    ich habe mich gerade so durch deine Artikel gescrollt und bin beim Bloggerbrunch am Bild noch einmal hängen geblieben. Ich habe den Namen der Autorin gelesen und festgestellt: Hey, den Namen hast du doch kürzlich schon gelesen. Von Sarah Morgan kommt im Juni ein neues Buch heraus. (Ein Sommergarten in Manhatten). Hast du das auch schon entdeckt?

    Ich überlege gerade, ob ich mit diesem Buch mein erstes Buch von der Autorin lese. Wenn ich mich dazu entscheide, dann ist mit Sicherheit auch ein wenig deine begeisterte Meinung zu Sarah Morgan daran Schuld :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • 18. Mai 2017 / 19:44

      Hallo Tanja,
      ich lese Sarah Morgan auf Englisch auf dem E-Reader (die "echten" Büchern, die Du auf meinen Bildern siehst, gehören einer Freundin…) und kenne deshalb die Reihe, die aktuell ins Deutsche übersetzt wird, bereits auf Englisch, und ich muss sagen, sie gefällt mir nicht so gut. Irgendwie stimmt die Chemie zwischen mir und den Hauptdarstellern nicht wirklich…
      Ach ja, und die Übersetzung des ersten Bandes ("Ein Sommergarten in Manhattan" müsste Band 2 sein) ist sehr fehlerbehaftet. Besagte Freundin hat ihn erst diese Woche beendet, und ihr sind einige Fehler aufgefallen (die in der englischen Version, die ich gelesen habe, nicht drin waren).

      Viele Grüße,

      Steffi

  2. 19. Mai 2017 / 17:11

    Hallo Steffi,
    magst du mir verraten, was dir an der Protagonistin nicht so gefallen hat? Ich würde dann mal schauen, ob das etwas ist, was auch mich stören könnte oder ob ich mit dieser Charaktereigenschaft klar kommen könnte.

    Nanü. Sind da inhaltliche Fehler passiert oder handelt es sich eher um Tippfehler?

    Ich lese keine englischen Bücher (dafür ist mein Englisch einfach nicht gut genug). Aber ich hatte auch schon bei einigen deutschen Fassungen das Gefühl, dass die Fehler so grob sind, dass es sich einfach nur um ein Übersetzungsproblem handeln konnte.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    • 19. Mai 2017 / 21:39

      Den ersten Teil der Manhattan-Reihe habe ich hier rezensiert:
      http://stefkabloggt.blogspot.de/2016/06/lesemonat-mai-sleepless-in-manhattan.html

      In diesem Band wurde das künftige Paar aus "Ein Sommergarten in Manhattan" bereits eingeführt, und mir war die weibliche Hauptrolle zu schicksalsträchtig angelegt. Zu viele Geister aus der Vergangenheit, die sie verfolgen und quasi beziehungsunfähig machen.

      Es sind tatsächlich Logikfehler und keine Rechtschreibfehler. Z.B. ist auf dem Klappentext vom Bruder der FREUNDIN die Rede, tatsächlich geht es aber um den besten Freund des BRUDERS.

      Mein Eindruck ist, dass sich die deutschen Verlage bei "Chick Lit" keine Mühe geben und halbgare Übersetzungen auf den Markt werfen.

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