|Leseliebe| Lesemonat September 2026

Der Lesemonat September 2026 war kein guter, da muss ich nicht um den heißen Brei herumreden. So wenige Bücher habe ich, solange ich denken kann, nicht in einem Monat beendet. Es waren nur 4 Bücher. Diese teilen sich auf in 3 klassische Bücher und 1 E-Book. Warum waren es so wenige? Ich denke, weil ich sowohl am Anfang des Monats als auch am Ende in einem Aktivurlaub war, in dem ich nur sporadisch zum Lesen gekommen bin. Außerdem habe ich erneut ein englisches E-Book abgebrochen.

Darüber hinaus muss ich aber auch zugeben, dass ich kleine Pausen zu oft nicht zum Lesen sondern zum Scrollen auf dem Handy nutze. Das möchte ich unbedingt ändern, weshalb ich nun noch konsequenter ein Buch überall mit hinschleppe und mir außerdem vorgenommen habe, jeden Tag zwischen 50 und 100 Seiten zu lesen. Stressige Arbeitstage inklusive.

 


 

Jahreshighlight

Fehlanzeige

 


 

Super gute Bücher

 

Lesemonat September 2026_Footnotes of Fairytales_Merit Niemeitz

 

„Footnotes of Fairytales“ von Merit Niemeitz
  • Auf Außenstehende wirkt Brielle, als würde sie in ihrer ganz eigenen Leben und bräuchte niemanden in ihrem Leben – mit Ausnahme ihrer Mitbewohnerin. Beide haben eine sie verbindende Aura, die sie für andere unnahbar und dauerhaft mit dem Kopf in den Wolken erscheinen lässt.
  • Und ja, Brielles Herz schlägt für Märchen. Trotzdem arbeitet sie gewissenhaft an ihrer Doktorarbeit und liebt den wissenschaftlichen Geist der Universität Oxford. Nur ihren Kommilitonen C0ben Bronte, den mag sie gar nicht. Schließlich ist dieser viel zu privilegiert und eingebildet für Brielles Geschmack.
  • Doch dann sehen sich die beiden zur Zusammenarbeit gezwungen und lernen ganz neue Seiten an dem jeweils anderen kennen. Kann das gut gehen? Oder gibt es nur in Märchen ein Happy End?

Ich liebe, liebe den Schreibstil und die Art, wie Merit Niemeitz Geschichten erzählt. Für sie lasse ich mich auch auf das Märchen-Thema ein, obwohl mich diverse Märchen in meiner Kindheit nahezu traumatisiert haben. Ich habe die Handlung in „Hänsel & Gretel“ z.B. sehr persönlich genommen und das „von den Eltern im Wald zurückgelassen werden“ hat mir Angst gemacht. Mich schüttelt es heute noch, wenn ich an dieser Märchen zurückdenke und selbst Bilder vom Räuber Hotzenplotz lösen in mir ein ungutes Gefühl aus.

„Footnotes of Fairytales“ hingegen lässt mich mit einem absolut wohligen Gefühl zurück. In meinen Augen kann Merit Niemeitz in dieser Geschichte ihr ganzes Können entfallen und die Mischung aus altehrwürdiger, englischer Universität, ein Hauch märchenhafter Mystik und zaghaften Gefühlen ist perfekt für sie.

Kalt erwischt hat mich, dass es der erste Teil einer Dilogie ist, fieser Cliffhanger inklusive. Ich freue mich riesig auf Band 2, der am 23.11.2026 erscheinen wird. Und dann wird es da ja auch noch eine weitere Dilogie aus demselben Universum geben…

 


 

Gute Bücher

 

Lesemonat September 2026_Alles wird Asche_Nele Neuhaus

 

„Alles wird Asche“ von Nele Neuhaus
  • In dem neuesten Band der Taunus-Krimireihe scheinen Kommissarin Pia Sander und ihr Chef Oliver von Bodenstein die Rollen getauscht zu haben. Während sein Liebesleben nicht existent ist, legt das von Pia so viele Wendungen hin, dass sie am Ende des Buchs ein komplett anderes Leben zu leben scheint.
  • Mehrere Leichen führen das Team von Oliver von Bodenstein in die Frankfurter Baubranche, in die geheimnisumwitterte Welt der KI und in einen weiterverzweigten Clan, in dem mehr als nur ein Familienmitglied Dreck am Stecken zu haben scheint.
  • Viele Perspektivwechsel machen das Buch gewöhnungsbedürftig, aber gleichzeitig sehr spannend.

Auch im 12. Band bin ich noch immer großer Fan von Oliver von Bodenstein und dieser Reihe von Nele Neuhaus. Der Fall war spannend und hat zum mitraten eingeladen. Besonders gerne mochte ich den Bergsport-Aspekt, der im Laufe der Geschichte zum Thema wurde.

Hier entlang zu meiner ausführlichen Rezension.

 

Lesemonat September 2026_Polarherz_Der Raum der bleibt

 

„Polarherz“ von Ingvild Holtan-Hartwig
  • Ingvild lebt in Oslo und ist Ärztin in Ausbildung am grössten Krankenhaus Norwegens. Eigentlich kann sie mit ihrem Leben zufrieden sein, doch irgendwie ist die Fließbandarbeit im Krankenhaus nicht das, weswegen sie sich einst für die Medizin entschieden hat.
  • Völlig entgegen dem Trend bewirbt sich Ingvild auf eine Stelle als Ärztin in Nordnorwegen und wird sofort genommen.
  • Dort angekommen muss sie sich zunächst an Land und Leute, das teilweise menschenfeindliche Wetter und die große Verantwortung, die sie als Ärztin in dieser abgelegenen Gegend tragen muss, gewöhnen. Nach und nach lernt sie, ihr neues Leben zu lieben. Und dann gibt es da auch noch einen ganz besonderen Polizisten…

„Polarherz“ ist die wahre Geschichte der Autorin und liefert einen spannenden Einblick in die Lebensrealität des Arztberufs und der Menschen ganz am nördlichen Rand Europas. Für mich ein unglaublich lehrreiches Buch, in dem ich viel über den Arztberuf lernen durfte. So hätte ich nie gedacht, dass mit das Schwierigste ist, die Patienten dazu zu bringen, wahrheitsgemäß von ihren Beschwerden (und nicht von sonstigem Kram) zu erzählen. Ich persönlich gehe immer mit einer genauen Agenda zum Arzt und würde nie auf die Idee kommen, einen Arztbesuch als lockere Plauderstunde zu gestalten.

Meine komplette Rezension gibt es hier.

 

„Der Raum, der bleibt“ von Harry Kämmerer
  • Als der Vater von Thomas stirbt, taucht er tief in die Vergangenheit des Verstorbenen ein. Eigentlich dachte Thomas, seinen Vater in- und auswendig zu kennen. Jedoch tauchen nach und nach einige unbekannte Seiten auf…
  • So ruhig die Zeiten in Südtirol aktuell zu sein scheinen, so turbulent ist die Vergangenheit dieses kleinen und doch so bedeutenden Landstrichs in Europa. Thomas muss feststellen, dass auch seine Eltern von dieses schwierigen Jahren von 1930 bis weit in die 1960er Jahre hinein mitgerissen wurden.
  • Und so stellt sich für Thomas die Frage, ob er seinen alten Herrn überhaupt kannte? Und was ist mit einen Geschwistern und seinen eigenen Kindern?

Ich liebe Südtirol als Reiseziel und finde die wechselvolle Geschichte dieser Region unglaublich faszinierend. Deshalb freue ich mich über jedes Buch, das zu diesem Thema erscheint. Von „Der Raum, der bleibt“ habe ich mir etwas anderes erwartet, als das ich bekommen habe. Ich dachte, die Zeit der Anschläge auf Strommasten in Südtirol würde im Fokus stehen. Tatsächlich beschäftigt sich dieser Roman mit vielen Jahrzehnten Südtiroler Geschichte und die meisten Themen werden eher kurz abgehandelt. Das hat mich ein bisschen enttäuscht.

Gut gefallen hat mir hingegen, wieviel Raum die Familiendynamik einnehmen durfte. Egal ob die Ehe der Eltern, Thomas‘ Tante und sein Onkel oder er und seine Geschwister.

Trotzdem hoffe ich, dass es bald einen Roman geben wird, der sich noch tiefer mit der Südtiroler Geschichte beschäftigt.

 


 

Not My Cup of Tea

Gab’s zum Glück nicht.

 


 

Ich wünsche Euch allen einen tollen Lesemonat Oktober 2026. Lasst uns alle die letzte Woche dieses Lesemonats gemeinsam rocken!

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu