|Leseliebe| „Schroffe Klippen“ von Nicola Förg

Die Irmi-Mangold-Reihe von Nicola Förg & ich – das ist eine Hassliebe. Manche Aspekte der Reihe mag ich sehr. Andere eher nicht so. Als ich gesehen habe, dass es mit „Schroffe Klippen“ einen neuen Band gibt, der nicht in Bayern sondern hauptsächlich in Irland spielt (inklusive Cover mit starken Elizabeth-George-Vibes), habe ich zugegriffen.

Ob es dieses Mal mehr Abneigung oder Liebe war, davon möchte ich in dieser Rezension erzählen.

Werbung: das Buch wurde mir vom Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.

 

Schroffe Klippen_Nicola Förg_Ein Irmi-Mangold-Krimi

 

Ein irischer Mordfall für Irmi?!

Irmi Mangold wird von ihrer Mitbewohnerin nach Irland entsendet. Denn dort ist eine Bekannte unter mysteriösen Umständen von einer Klippe gestürzt. Zunächst zögert Irmi, doch als sie erfährt, dass die Tochter der Toten verschwunden ist und ihr liebster Ermittlerkollege Malcom ebenfalls nach Irland reisen wird, lässt sich Irmi von der Mission überzeugen.

In Irland angekommen ist Irmi von der rauen Landschaft und ihrer charmanten Unterkunft in einem ganz besonderen Café fasziniert. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Verdachtsmomente, weshalb Irmi und Malcom drohen, den Überblick zu verlieren. Sind skrupellose Greyhound-Züchter die Täter? Lautet das Motiv Fremdenhass? Oder handelt es sich um ein Familiendrama?

 

Ausflug auf die Insel

Mir hat gut gefallen, dass Irmi Mangold nicht in ihren heimischen bayrischen Gefilden ermittelt, sondern für diesen neuen Fall nach Irland reisen darf. Nach so vielen Bänden ist das ein Twist, der der Geschichte Schwung verleiht. Außerdem merkt man, dass Nicola Förg eine langjährige Kennerin der Insel ist. Gleichzeitig mag ich sehr, dass Irmis Bande nach Bayern nicht abreißen und sie ihre ehemaligen Kolleginnen weiterhin in ihre Fälle einbindet. Besonders Heißsporn Kathi möchte ich nicht missen.

 

(Fehlende) weltpolitische Einordnung

Auch in „Schroffe Klippen“ verzichtet Nicola Förg nicht auf die für ihre Krimis typische Gesellschaftskritik. In manchen Bänden der Reihe hat dieser Aspekt in meinen Augen zu viel Raum eingenommen und vom eigentlichen Fall abgelenkt. Dieses Mal empfinde ich den Anteil als angemessen. Trotzdem stört mich der krude Umgang mit dem Thema Fremdenhass. Ja, Nicola Förg möchte aufzeigen, dass sich Einheimische von Einwanderern überfordert fühlen können. Meiner Meinung nach ist es im selben Atemzug wichtig, blinden Fremdenhass als solchen zu entlarven. Und das geschieht in „Schroffe Klippen“ nicht in ausreichendem Maße.

 

Spannend, aber…

Als Pluspunkt verbuche ich, dass ich super schnell in der Geschichte drin war und besonders am Anfang immer unbedingt weiterlesen wollte. Die Mischung aus Krimihandlung und Ausflug nach Irland hat genau meinen Geschmack getroffen.

Im letzten Drittel ist der Spannungsbogen für mich abgefallen, denn als geübte Krimileserin war mir klar, welche Spur im Sand verlaufen wird. Die finale Lösung habe ich ebenfalls erraten. Ein richtiger Überraschungsmoment hat deshalb für mich gefehlt.

 

Fazit

Trotz kleiner Schwächen: Irmi Mangold kann es noch. Nicola Förg liefert ihre bewährte Mischung aus Kriminalfall, Lokalkolorit und Statement zur politischen Weltlage. Insbesondere letzterem stimme ich nicht immer zu. Ich kann „Schroffe Klippen“ jedoch nicht absprechen, dass dieses Mal das Verhältnis der drei Zutaten gepasst hat.

 

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