|Wanderlust| Tag 6 – Wanderwoche am Wilden Kaiser: Almabtrieb in Söll und Hohe Salve

Diesen Text tippe ich nunmehr zum zweiten Mal, da die Speicherung beim ersten Mal nicht funktioniert hat. Kaum ärgerlich. 

Heute war Almabtrieb in Söll. Da keiner von uns je bei einem Almabtrieb war, hatten wir keine Ahnung, wie lange vor Veranstaltungsbeginn man vor Ort sein muss, um einen Platz mit guter Sicht zu ergattern. Ich hatte als Vergleichsmaßstab den Fastnachtsumzug in Bühlertann, jedoch hat es sich herausgestellt, dass man, wenn man sich nicht zwingend direkt im Tal an das Festzelt stellen möchte, auch direkt vor Einzug der ersten Kühe problemlos einen Platz mit super Sicht ergattern kann. Man muss also nicht eine Stunde vorher dort sein. Wir sind ein Stück den Berg hoch und haben in der Nähe der Bergbahn gewartet (für manche wichtig: da hat es eine Toilette…). Auch ein Alleinunterhalter ist aufgetreten. Natürlich inklusive der unvermeidlichen Witze. Einer beinhaltete die Worte „Ötzi“, „treuester Tiroler aller Zeiten“ und „seit tausenden von Jahren in der gleichen (Fels-)Spalte“. Den Rest kann man sich zusammenreimen.

Der Almabtrieb selbst war interessant anzuschauen. Würden wir alle vier noch einmal machen, obwohl es weniger Kühe und Gruppen waren, als von uns erwartet. Auch waren die Kühe weniger mit echten Blumen als mit Blüten aus Krepppapier geschmückt. Und sie waren wilder und ungestümer als man denkt.

 

Im Anschluss sind wir mit der Gondelbahn Hochsöll und der Gondelbahn Hohe Salve auf den Berg gefahren. Auf der obersten Station hatte es Nebel, weshalb wir umgehend eine Station tiefer zurück sind. In Hochsöll sind wir eingekehrt, und ich habe endlich meine lange herbeigesehnten Pommes bekommen. Wobei die kleine Portion völlig ausreichend gewesen wäre. Auf dieser Station gibt es viele Attraktionen für Kinder und entsprechend viele Familien waren anwesend. Am beeindruckendsten war der kleine Fussballer: der konnte gerade so laufen, hatte aber bereits die perfekte Schusstechnik drauf (inklusive Anlauf). Ist noch zu jung für die Bambini, spielt aber wahrscheinlich schon in der U3-Nationalmannschaft von Deutschland. Kickt sogar Medizinbälle durch die Gegend. Felix Magath lässt grüßen. Der war übrigens schon mit dem VFB bei uns im Hotel. Damals, als auch in der Vorrunde der Bundesliga noch ab und zu ein Spiel gewonnen wurde…

Nach der Stärkung sind wir den Familienweg vorbei an diversen Attraktionen zum Thema Wasser und Natur abgelaufen. Da der hintere Teil bereits gesperrt war, mussten wir unvorhergesehener Weise einen steilen Berg hochschnaufen. Kein Spaß mit zwei Unterhemden, T-Shirt, Funktionskuscheljacke, Lederjacke und Zaraschal (von Männern auch als Pferdedecke bezeichnet). Immerhin hat dieses HIIT-Training ein paar der Pommeskalorien verbrannt.

Abends gab es Spinatspätzle mit Rahmsauce und Gemüse und zum Nachtisch bayrische Creme (ominöser Weise mit Pfirsichstückchen – die sollten hier mal einen gescheiten Patissier einstellen. Die Desserts gehen gar nicht). Beim Schnapswägele (vom Tisch mit den Schwaben aus Hedelfingen auch „Rettungswagen“ genannt) haben wir aus Vereinfachungsgründen eine Flasche von ganz oben gewählt (Marille). Zum Abschluss des Abends gab es einen Mojito. Und ich habe den armen Kellner mit meiner „Martin, mein einziger Freund!“-Rezitation aus dem „Bergdoktor“ verwirrt, denn der Kellner heißt auch Martin. Als Serbe kann er mit dem „Bergdoktor“ wahrscheinlich eher wenig anfangen…

 

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