|Leseliebe| „Nur ein Sommer mit dir“ von Kat French

"Nur ein Sommer mit dir" von Kat French

„Nur ein Sommer mit dir“

  • Kat French
  • Chick Lit
  • Deutsch (Original: Englisch)
  • E-Book
  • Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
  • 4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)
  • Empfehlung: Die perfekte locker-leichte und trotzdem gutgemachte Urlaubslektüre. Selbst für Urlaub auf Balkonien geeignet, denn die Geschichte entführt den Leser in einen heißen englischen Sommer

Alice geht durch ein Tal der Tränen, denn sie hat sich gerade erst von ihrem untreuen Ehemann, einem englischen Schauspieler, getrennt. Darüberhinaus droht sie, ihr geliebtes Zuhause zu verlieren. Sie braucht dringend Geld und entschließt sich, den Landsitz Borne Manor zu vermieten und selbst in einen Wohnwagen im Garten zu ziehen. Nicht in ihren wildesten Träumen hätte sie damit gerechnet, dass ausgerechnet der wahnsinnig attraktive Country-Superstar Robinson ihr Haus mietet. Der kämpft gerade mit ähnlichen Dämonen wie Alice, denn er wurde von seiner Ehefrau mit seinem besten Freund betrogen und hat dadurch jegliche Freude an seiner Musik verloren. Vielleicht wäre eine unverbindliche Sommeraffäre genau die richtige Lösung für all die Probleme von Alice und Robinson…

 

"Nur ein Sommer mit dir" von Kat French

Was für ein süßes, witziges und wahnsinnig unterhaltsames Buch. Ich hatte so viel Spaß beim Lesen! Eines der Bücher, bei dem man sich über jede Leseminute freut, die man sich irgendwie abknapsen kann. Ich bin sowieso kein langsamer Leser, aber hier bin ich richtig durch die Seiten geflogen.

Dabei wandert die Geschichte an der einen oder anderen Stelle auf einem schmalen Grat zwischen Kitsch und Kult. Da wären als erstes die beiden Hauptdarsteller Alice und Robinson, die beinahe zu perfekt erscheinen. Alice ist super lieb und goldig und Robinson hat keinerlei Starallüren (oder die ansonsten für Musiker in Büchern – und wahrscheinlich auch im wahren Leben – üblichen Drogenprobleme). Genau hier liegt die Stärke der Autorin, denn man fühlt sich als Leser trotzdem nicht in eine Rosa-Zuckerwatte-Welt mit nervig-perfekten Hauptdarstellern versetzt, sondern man schließt Alice und Robinson trotzdem ins Herz. Etwas ähnliches gilt für Alice‘ verschrobene Nachbarn. Auch hier hätten die sehr eigenen Charaktere schnell ins Lächerliche abrutschen können, was Kat French aber mit viel Witz gekonnt umschifft.

An einigen Stellen waren mir die Formulierungen eine Spur zu blumig. Blumig im wahrsten Sinne des Wortes, denn als ich gerade nach einem Beispiel gesucht habe, fand ich den folgenden Satz, den ich mir beim Lesen gekennzeichnet hatte: „Genau in diesem Moment kam ihr die Idee, sie flog ihr zu wie der puschelige Samen einer Pusteblume.“ Ich hoffe, diese schmalzige Formulierung ist der Übersetzung ins Deutsche geschuldet. Gleiches gilt für den Vergleich von Robinsons weichen Brusthaaren mit einer Angelrute in Richtung seiner tiefsitzenden Jeans. Die Übersetzung wirkt auf mich unfreiwillig komisch. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich in Begeisterungsstürme ausbrechen würde, wenn ein Mann mich mit einem „Sommerhimmel“ und mit „Zuckerwatte“ vergleichen würde…

Ein großer Pluspunkt ist für mich das Fehlen des ansonsten für „Chick Lit“ üblichen großen Dramas am Ende. Keine unnötigen Missverständnisse zwischen den Liebenden, die sich auf den letzten fünf Seiten in Wohlgefallen auflösen. Natürlich gibt es auch in „Nur ein Sommer mit dir“ ein Grande Finale, aber das entwickelt sich aus der Geschichte heraus und wirkt nicht wie am Ende „aufgepfropft“.

Mir hat diese wundervolle Sommergeschichte mit all ihrem Witz und Esprit ausgesprochen gut gefallen, und ich kann allen Fans des Genres (und vielleicht auch dem einen oder anderen „Wenig-Leser“) empfehlen, dieses Buch in den Urlaubskoffer zu packen.

 

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