|Wanderlust| Städtereise Oslo im Winter – Tag 4 | Abfahrt Kvitfjell

Nachdem klar war, dass wir in der zweiten Hälfte zur Biathlon WM fahren werden, bestand die Möglichkeit, das mit einem Besuch beim Weltcup Ski alpin in Kvitfjell zu kombinieren. Einziges Problem: Kvitfjell ist nicht Kitzbühel oder Garmisch und liegt irgendwo im nirgendwo. Ursprünglich hatten wir einen Mietwagen in Betracht gezogen, das aber aufgrund der Umständlichkeit wieder verworfen (Abholung am Flughafen außerhalb von Oslo). Ich habe über die Homepage des Weltcups die Option mit dem Zug auf dem Hinweg Sonderhalt in Kvitfjell und auf dem Rückweg mit dem Shuttle Bus bis Lillehammer und ab da mit dem Zug nach Oslo herausgearbeitet.

Aus diesem Grund sind wir heute bereits gegen 6:00 Uhr aufgestanden, denn um 8:00 Uhr fuhr unser Zug. Zum Glück wohnen wir direkt am Bahnhof.

Die Fahrt mit dem Zug war kurzweilig, denn man konnte die Landschaft genießen. Die Mitreisenden waren ruhig und angenehm. Allein der Nebel bereitete Sorgen.

Wir kamen gegen 10:45 Uhr in Kvitfjell direkt an der Weltcuppiste an. Mittlerweile schien im Tal die Sonne, trotzdem hörten wir die ersten Sprachfetzen, die eine Verschiebung des Rennens auf 12:00 Uhr und ein Jury Meeting um 11:30 Uhr vermuten ließen. Oh, oh…

 

Blick auf die Abfahrtspiste

 

Im Zielbereich erwartete uns eine äußerst positive Überraschung: unser Tribünenplatz auf der einzigen Minitribüne waren Sitzplätze. Total klasse, mit dem Ergebnis: einmal getestet, man will nie wieder was anderes.

Das Rennen fing mit halbstündiger Verspätung um 12:00 Uhr an. Die Atmosphäre kann man am treffensten als familiär beschreiben. Kvitfjell ist quasi das Hoffenheim des Ski Weltcup. Ich fand es entspannend. Schade nur, dass viele Zuschauer nach 25 Läufern gegangen sind, um selbst Ski zu fahren.

 

Bauernhof am Rande der Piste

 

Das Rennergebnis war kein totales Desaster, wie sonst üblicherweise, wenn ich live bei einem Rennen bin. Trotzdem hätte ich mir einen Norweger auf dem Podium gewünscht. Kjetil Jansrud wurde 5., Aleksander Aamodt Kilde 7. Auf dem Podium waren Dominik Paris, ein „neuer“ Franzose und Gröden-Spezialist Steve Nyman.

Super gefallen hat mir, dass Familie Jansrud direkt links von unserer Tribüne gestanden ist. Später kam „Papa Bär“ (Vater Svindal – sein Vorname wird in Übersetzungsprogrammen immer so übersetzt) dazu. Nach Ende des Rennens sind viele Läufer an der Tribüne vorbei gewandert. Das war auch cool. Aleks Kilde z.B. war total lieb im Umgang mit den Fans. Die Österreicher hingegen sahen ziemlich depressiv aus….

Zum Abschluss ist Aksel mit einem Düsenjet über den Zielraum geflogen. Ich gehe davon aus, dass er Beifahrer war. Trotzdem nominiere ich ihn für eine Neuverfilmung von „Top Gun“.

Um 14:00 Uhr war alles vorbei. Trotz des traumhaften Wetters haben wir uns gefragt, wie wir die Zeit bis zur planmäßigen Abfahrt des Shuttles um 16:00 Uhr totschlagen sollen. Wir haben uns zu einem Spaziergang entschlossen. Als wir zufällig am Busparkplatz vorbei gewandert sind, stand dort ein Bus nach Lillehammer bereit. Und der fuhr kurz darauf ab, weshalb wir viel früher als gedacht in Lillehammer ankamen und um 16:11 Uhr dort mit dem Zug abfahren konnten. So waren wir bereits um 18:30 Uhr zurück in Oslo. Da wir unterwegs herausgefunden hatten (kostenloses WLAN sei dank), dass Norwegen die Staffel bei den Herren gewonnen hatte, wollte ich unbeding zur Siegerehrung.

Am Medal Plaza waren noch mehr Leute als am Tag zuvor, was jedoch kein Problem war, da der Platz in die Karl Johanns Gate übergeht und somit unendlich vergrößerbar ist. Entgegen meiner Erwartung sind die vier Norweger nicht nackt zur Siegerehrung erschienen. Die Atmosphäre war richtig schön, vor allem als alle aus voller Kehle die Nationalhymne gesungen haben. Wenn viele Leute die deutsche Nationalhymne singen, finde ich das eher gruselig, „Ja, vi elsker dette landet“ hingegen war toll.

Zum Abschluss waren wir bei einem Italiener im Bahnhof essen. Ich hatte eine Pizza Bianca mit Spargel. Hat mich an Flammkuchen erinnert. Yummy.

 

Pizza Bianca mit Spargel

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