|Leseliebe| „Nicht ganz mein Typ“ von Björg Magnusdottir

 „Nicht ganz mein Typ“       

Björg Magnusdottir       
Chick Lit     
Deutsch       
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.  
4 Sterne       
Im
Mittelpunkt dieses Buches stehen vier junge Frauen, die in der
isländischen Hauptstadt Reykjavik und Umgebung leben. Jede hat ihr
Päckchen zu tragen: Bryndis ist hochintelligent, kann sich jedoch nicht
durchsetzen, da sie noch immer mit ihrer Vergangenheit als
Alkoholikertochter kämpft. Inga ist beruflich erfolgreich und als
einzige in einer langjährigen Beziehung, muss sich aber genau deswegen
mit ihrem „Schwiegermonster“ auseinandersetzen. Die Bankerin Regina
neigt dazu, im Nachtleben von Reykjavik zu viel zu trinken, was in
äußerst merkwürdigen Männerbekanntschaften mündet. Tinna ist beinahe
verzweifelt auf der Suche nach dem perfekten Mann und lebt in einer
symbiotischen Beziehung mit ihrer Politikerinnen-Mutter.     
Dieses
Buch hat mich direkt angesprochen, da Island zu meinen Lieblingsländern
gehört. Ich wollte gerne mehr über das Alltagsleben auf Island
erfahren. In dieser Hinsicht hat mich das Buch nicht enttäuscht. Die
junge Autorin gibt einen gelungenen Einblick in das Gefühls- und
Berufsleben ihrer isländischen Altersgenossen. Auch brisante Themen wie
die isländische Bankenkrise werden angesprochen. Außerdem schildert sie
sehr plastisch das ausufernde Partyleben in der isländischen Hauptstadt
und welche Rolle Alkohol hierbei spielt. Es scheint kein Klischee zu
sein, dass der durchschnittliche Isländer einen gewissen Alkoholpegel
benötigt, um in Flirtlaune zu kommen. Das war für mich keine Überraschung, denn bereits in einem meiner Pferdebücher in der Kindheit wurde der „schwarze Tod“ (isländischer Schnaps) thematisiert. Da soll noch einer behaupten, Pferdegeschichten für Mädchen hätten keinen Tiefgang. Immerhin haben mir diese Bücher auch zu der Lebensweisheit „Springreiter sind die schlimmsten“ verholfen…
Die Konstellation der vier Freundinnen in „Nicht ganz mein Typ“ erinnert etwas
an „Sex & the City“ (vier Mädels, die sich über alles austauschen,
was sie bewegt), jedoch würde ich diesem Buch mehr Tiefgang
bescheinigen, denn Themen wie Zwangsprostitution oder
Fremdenfeindlichkeit spielen in der amerikanischen Serie keine Rolle.
Mir hat am besten an diesem Buch gefallen, dass der Schauplatz der
Geschichte auf Island und nicht an einer der üblichen Locations wie
Deutschland, USA oder Großbritannien war. Ich würde mir wünschen, dass
es mehr Nicht-Krimis gibt, die in Nordeuropa spielen.

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