|Leseliebe| „The Billionaire Bachelor“ von Jessica Lemmon

„The Billionaire Bachelor“

Jessica Lemmon
Chick Lit
Englisch
Kindle
4 Sterne

Reese Crane möchte seinen Vater als Hotelmogul beerben. Das nötige Können dazu hat er. Leider steht ihm sein Ruf als Playboy (oder wie man es im Englischen mittlerweile noch schöner ausdrückt: „manwhore“) im Weg. Der konservative Aufsichtsrat stört sich an seinem Lebenswandel und möchte an Stelle von Reese einen Geschäftsführer von außerhalb bestellen. Ein Plan muss her. Warum nicht spontan heiraten und für die Presse und den Aufsichtsrat für mindestens sechs Monate den geläuterten, treusorgenden Ehemann spielen? Fehlt nur noch die passende Braut. Zum Glück hat Reese erst vor kurzem das familiäre Van Heusen Hotel gekauft. So hat er ein Druckmittel, um Merina van Heusen, die dieses Hotel um jeden Preis zurück haben möchte, als Fake-Ehefrau zu gewinnen. Denn eigentlich steht Merina mit dem arroganten, nur auf Profit fixierten Reese auf Kriegsfuß und würde lieber als alte Jungfer enden als mit ihm privat verbandelt zu sein.

Als einigermaßen geschulter Leser von Chick Lit kann man sich ausmalen, wie es weitergeht. Aus Spiel wird Ernst. Das Feuer brodelt und irgendwann verbrennen sich die beiden die Finger daran. Trotzdem hat mich dieses Buch wahnsinnig gut unterhalten, denn Reese und Merina passen als Paar wunderbar zusammen und lösen beim Leser das entsprechende Kribbeln aus. Ich mochte beide Charaktere sehr gerne, denn sowohl Reese als auch Merina sind schlagfertig und witzig. ´ Auch wenn natürlich beide die üblichen Bindungsängste haben, ist keiner schwach und muss vom anderen gerettet werden (kommt ja insbesondere bei weiblichen Charakteren gerne mal vor…). An manchen Stellen mangelt es ein bisschen an Realitätsnähe (wie kann es z.B. sein, dass Merina das Hotel ihrer Eltern quasi alleine managt, aber nichts davon mitbekommt, dass die finanzielle Lage prekär ist? In der Position, in der sie angeblich arbeitet, kommt man wohl kaum an der monatlichen „betriebswirtschaftlichen Auswertung“ oder ganz profan an einem Kontoauszug vom betrieblichen Bankkonto vorbei). Darüber konnte ich jedoch hinwegsehen, denn dieses Buch hat mir einfach Spaß gemacht, und ich habe es an zwei Tagen verschlungen.

Deshalb freue ich mich auf die beiden Fortsetzungen „The Billionaire Next Door“ (Erscheinungsdatum 25.10.2016) und „The Bastard Billionaire“ (Erscheinungsdatum 28.02.2017), in denen Reeses Brüder die Hauptrolle spielen werden (der geneigte Chick-Lit-Leser kennt das Prinzip, dass man eine komplette Familie für die Reihe „verwurstet“), obwohl ich leise Zweifel habe, dass mich die beiden Brüder genauso begeistern werden wie Reese. Bei Tag stören mich die laaangen Haare (finde ich nicht sonderlich attraktiv und irgendwie werde ich das Bild von Lorenzo Lamas vor meinem geistigen Auge nicht los…) und der dritte Bruder ist Kriegsheimkehrer, womit ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht habe (also in Büchern). Leider ist bislang kein Buch der Autorin auf Deutsch erschienen. Vielleicht sollte ich damit beginnen, diese Bücher zu übersetzen. Ich denke, ich könnte einige Abnehmerinnen finden…

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