|Leseliebe| „Nur einen Sommer lang“ von Susanne Rößner / Rezension

Ich habe schon lange keinen typischen, bayrischen Frauenroman mehr gelesen. Vor ungefähr drei Jahren wurde der Markt geradezu von in Bayern spielenden Geschichten überschwemmt. Manche davon waren eher nichtsagend, andere wie z.B. „Betthupferl“ von Heidi Hohner haben mich richtig gut unterhalten.

Als ich mich für das Mittsommerwichteln für 5 Bücher um die 10 Euro entscheiden musste, habe ich mich zum ersten Mal wieder mit diesem Genre beschäftigt und u.a. „Nur einen Sommer lang“ auf meine Liste gesetzt.

Nur einen Sommer lang von Susanne Rößner

Nur einen Sommer lang

  • Susanne Rößner
  • (bayrische) Chick Lit
  • Deutsch
  • Wichtelgeschenk
  • 4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)
  • Empfehlung: für alle, die noch in den Urlaub fahren und auf der Suche nach passender Lektüre sind, sowie für alle, die sich gerne zurück in die Berge träumen möchten.

Lara wuchs bei ihrer Großmutter in Berlin auf und seit diese verstorben ist, bildet ihr Freundeskreis eine Art Ersatzfamilie für sie. Bis ihr der Brief einer Anwaltskanzlei ins Haus flattert, in dem Lara mitgeteilt wird, dass eine bislang unbekannte Tante ihr ein Anwesen in Bayern vererben möchte. Das Erbe ist jedoch an eine Bedingung geknüpft: Lara muss mindestens ein halbes Jahr auf einer Alm am Schliersee verbringen. Zunächst ist sie von dieser Idee wenig begeistert, lässt sich aber von ihren Freunden zu diesem bayrischen Abenteuer überreden. In Bayern angekommen gerät sie unfreiwillig mitten in eine Familienfehde, die bis zu ihrer Oma zurückreicht. Außerdem lässt der Tierarzt Anton ihr Herz höher schlagen…

Nur einen Sommer lang von Susanne Rößner

Der Anfang von „Nur ein Sommer lang“ hat mir richtig gut gefallen. Ich habe mit Lara und ihrem neuen Leben mitgefiebert, die Geschichte war bei weitem nicht so vorhersehbar wie es die Bücher aus diesem Genre üblicherweise sind und zwischen Lara und Anton hat es genauso gekribbelt, wie ich es gerne mag. Außerdem muss ich zugeben, dass man mich mit Storylines vor alpenländischer Kulisse immer kriegt, denn ich liebe die Berge.

Nicht ins Bild gepasst hat für mich die sehr derbe Ausdrucksweise, wenn sich im Buch jemand echauffiert hat. Das wirkte auf mich niveaulos.

Ein eher müdes Augenrollen hat mir das Drama zwischen Lara und Anton im letzten Drittel des Buches entlockt. Welcher Leser von „Chick Lit“ kennt sie nicht, die Situation, wenn ein völlig unnötiges Missverständnis zu Misstrauen und Streit führt? Dieses Szenario finde ich so etwas von ausgelutscht und ermüdend…

Ich war also auf den üblichen 08/15-Aufbau aus dem Bereich „Chick Lit“ vorbereitet: Kennenlernen – Annäherung – Zusammenkommen – Bruch – Versöhnung (auf den letzten drei Seiten des Buches). Tatsächlich nahm „Nur einen Sommer lang“ kurz vor Ende eine völlig unerwartete und höchst dramatische Wendung, die ich einerseits als heftig empfunden habe, die dieses Buch aber andererseits vom Einheitsbrei dieses Genres abhebt.

Nur einen Sommer lang von Susanne Rößner

Ihr seht, ich bin etwas zwiegespalten, was dieses Buch betrifft. Auf der einen Seite war es für mein Empfinden zu schicksalsträchtig, auf der anderen Seite entspricht der Verlauf der Geschichte auf wohltuende Art und Weise nicht der Norm.

Deshalb vergebe ich trotz gewisser Schwachpunkte 4 Sterne und empfehle „Nur einen Sommer lang“ allen, die Lust darauf haben, ein neues Traumpaar kennenzulernen.

3 Kommentare

  1. 26. Oktober 2017 / 05:35

    Hallo Steffi,

    Susanne Rößner kenne ich von ihren tollen Krimis her. Dieser Roman scheint mit der romantischen Ader auch ganz unterhaltsam zu sein, mir vielleicht etwas zu schicksalsträchtig, wie du schreibst.
    Da halte ich mich lieber an die Krimis, mit etwas Spannung geht das immer.

    LG Barbara

    • glimrende
      26. Oktober 2017 / 20:21

      Hallo Barbara,
      vielen Dank für Deinen Hinweis, dass Susanne Rößner auch Krimis schreibt. Werde ich mich mal umschauen. Hast Du auch Rezensionen zu Ihren Krimis auf Deinem Blog?
      Viele Grüße,
      Steffi

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