|Leseliebe| „Fair Catch“ und „True North“ von Liora Blake / Rezension

Heute möchte ich von zwei Büchern ein und derselben Autorin berichten, die bei mir zwei völlig unterschiedliche Stufen der Begeisterung hervorgerufen haben.

Vom ersten Buch von Liora Blake, das ich gelesen habe, habe ich Euch hier vorgeschwärmt. Als ich auf der Suche nach Urlaubslektüre für den E-Reader war, stand Liora Blake deshalb ganz oben auf meiner Liste der Wunschautorinnen.

Buch Nummer 1: „Fair Catcht“

Als erstes habe ich mich für „Fair Catch“ entschieden, das chronologisch vor dem bereits von mir gelesenen „Wild Dream“ einzuordnen ist. Dass ich die Bücher in falscher Reihenfolge gelesen habe, ist der Tatsache geschuldet, dass „Wild Dream“ bei „netgalley“ für Blogger verfügbar war und „Fair Catch“ nicht (mehr).

„Als du dein Shirt ausgezogen hast, war ich überzeugt, dass ich eine kleine blaue Wolke mit Regentropfen entdecken würde“, sie tippt erneut, „genau hier.“

Ich gebe ein Knurren von mir. „Wovon zum Teufel sprichst du?“

„Wie bei Brummbärchi. Dem mürrischen Glücksbärchi.“

Fair Catch von Liora Blake

„Fair Catch“

  • Liora Blake
  • Grand Valley #1
  • Chick Lit
  • Deutsch (Original: Englisch)
  • E-Book
  • 4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)
  • Empfehlung: für alle, die heiße Sportler mit Tiefgang, eigensinnige Frauencharaktere und eine runde Geschichte ohne Fokus auf Drama mögen.

Whitney Reed und Cooper Lowry stehen beide am Scheidepunkt ihres Lebens, als sie sich in einer Apotheke zu nachtschlafender Zeit zum ersten Mal begegnen. Sie ist seit ein paar Jahren stolze Besitzerin einer Apfelplantage in Colorado, steht jedoch wegen massiver Ernteausfälle trotz eines eigentlich erfolgsversprechenden Konzeptes zur Produktion von Obst in Bioqualität kurz vor der Zwangsversteigerung. Cooper ist ein erfolgreicher Footballspieler, der langsam seinem Alter und der Überanstrengung, die er seinem Körper jahrelang abeverlangt hat, Tribut zollen muss. Als er kurz nach der ersten Begegnung mit Whitney verletzungsbedingt ausfällt und vom Teamarzt eine Auszeit verordnet bekommt, entschließt er sich, Whitney einen Überraschungsbesuch abzustatten. Aber wird sich das Hippie-Mädchen Whitney wirklich freuen, den Gast aus einer ihr so fremden Welt – sie hat nicht einmal erkannt hat, dass er ein A-Promi ist – wiederzusehen?

Dieses Buch hat von der ersten bis zur letzte Seite richtig Spaß gemacht. Ich möchte der Autorin meinen Dank dafür aussprechen, dass sie Whitney und Cooper nie ermüdende Diskussionen darüber hat führen lassen, ob man sich aktuell überhaupt auf eine Beziehung einlassen möchte, um sich dann in eine „friends with benefits“-Geschichte zu stürzen, bei der es natürlich keiner von beiden schafft, die Gefühle außen vor zu lassen. Ehrlich, ich kann es nicht mehr lesen. Auch gab es kein unnötiges Drama, bei dem man als Leser gelangweilt die Seiten umblättert, weil sowieso klar ist, dass am Ende alles gut wird, und man einfach nur ein paar angstgefüllte Seiten überstehen muss, damit der übliche Spannungsbogen eingehalten wird.

Es ist trotzdem keine rein rosa, fluffige Liebesgeschichte, denn die beiden Hauptdarsteller haben Tiefgang. Whitney ist als Landwirtin erbarmungslos dem Wetter ausgeliefert und ihre Geschichte kann vermutlich als Beispiel für viele Farmer in den USA stehen, die mit Dürre, Hurrikanen und anderen Klimakatastrophen kämpfen. Cooper hat mir als Charakter besonders gut gefallen, denn er hebt sich wohltuend von der üblichen 08/15-Darstellung von Footballspielern ab, bei der ich häufig den Eindruck habe, dass sich Autorinnen als „Fan Girls“ überlegen, wie denn wohl das Leben in der NFL aussehen könnte, ohne jemals tiefer in die Materie eingedrungen zu sein als durch TV-Übertragungen des „Super Bowls“ möglich. Cooper ist kein super gestählter Footballer am Beginn oder auf dem Zenit seiner Karriere. Nein, er nähert sich mit 34 Jahren dem Karriereende, was ihm sein Körper durch sich häufende kleinere Verletzungen erbarmungslos wissen lässt. Auch das hoch umstrittene Thema „Kopfverletzungen beim American Football und ihre Folgen“ wird zumindest angeschnitten.

Wer sich jetzt fragt, warum ich trotz aller Begeisterung wieder nur 4 anstatt der perfekten 5 Sterne vergebe, das liegt an der erneut schlampigen deutschen Übersetzung. Ja, ich habe wieder zur deutschen Ausgabe gegriffen, obwohl ich solche Geschichten, außer ich bekomme sie für Rezensionen zur Verfügung gestellt, normalerweise auf Englisch lese. Das liegt in diesem Fall an meiner schwäbischen Sparsamkeit, denn die deutsche Version für den E-Reader war ungewöhnlicher Weise nur halb so teuer wie das englische Original. Angesichts der Qualität der Übersetzung hätte ich mich besser für die teurere Originalversion entschieden. Ein Beispiel: „… als hätte er die Nase voll, einem Haufen verwachsener Jungs sagen zu müssen…“

Von diesem kleinen Ärgernis abgesehen, fand ich „Fair Catch“ großartig, und ich freue mich schon auf den dritten Teil der Reihe, „Ready for Wild“, der am 31.10.2017 (also heute!) im englischen Original erscheint.

Buch Nummer 2: „True North“

Als nächstes habe ich im Urlaub der „True“-Reihe von Liora Blake eine Chance gegeben. Während die „Grand Valley“-Serie ihr zweites Werk ist, waren die drei „True“-Bücher, in denen Rockstars im Mittelpunkt stehen, ihr Debut.

True North von Liora Blake

„True North“

  • Liora Blake
  • Chick Lit
  • Englisch
  • E-Book
  • 3 Sterne (von 5 möglichen Sternen)
  • Empfehlung: für alle, die Rockstars (lieber als ich) mögen, auf Drama stehen oder einfach nur jedes Buch von Liora Blake lesen möchten.

Kate Mosley hat mit ihrem Debütroman, in dem sie den plötzlichen Tod ihres Ehemannes verarbeitet, einen großen Erfolg gelandet. Plötzlich findet sich die sehr geerdet in Montana lebende Kate für eine Talkshow im glamourösen Hollywood wieder. Eigentlich nimmt sie das ganze Hollywood-Getue nicht allzu ernst. Mit ihrer Abgebrühtheit ist es jedoch vorbei, als sie vor und hinter der Kamera mit dem unwiderstehlich heißen Rockstar Trevor Jenkins konfrontiert wird. Das liebe, nette Mädchen vom Land mit der traurigen Vergangenheit und der knallharte Musiker scheinen auf den ersten Blick so gar nicht zusammenzupassen und fühlen sich doch magisch von einander angezogen…

True North von Liora Blake

Hrmpf. Auf den ersten Seiten dachte ich noch „wow, was für eine coole Geschichte, die reiht sich nahtlose in eine Liga mit ‚Grand Valley‘ ein“. Ich mochte es sehr, wie Liora Blake die erste Begegnung und Annäherung der beiden Protagonisten beschreibt. Auch die Einblicke in das Leben einer Schriftstellerin haben mir gefallen. Doch irgendwann kippt das Buch für mich komplett. Es ist, als würde Liora Blake all das umsetzen, was ich nicht mag, und für das ich sie bei „Fair Catch“ gelobt habe: eine unnötige Trennung, noch unnötigeres Drama in epischem Ausmaß und absolute Vorhersehbarkeit. Ich kann es nicht anders sagen, ich habe mich gelangweilt.

Mit dem Rockstar Trevor Jenkins bin ich auch nicht warm geworden. Das möchte ich jedoch nicht der Autorin ankreiden, denn die kann nichts dafür, dass mein Herz mehr für Footballer denn Rockstars schlägt.

Alles in allem nicht mein Buch, weshalb ich darauf verzichten werde, „True Devition“ und „True Divide“ zu lesen.

Trotzdem ist Liora Blake für mich persönlich DIE Entdeckung im Genre „Chick Lit“ des Jahres 2017. Ich würde mich freuen, wenn ich den ein oder anderen Leser für ihre „Grand Valley“-Reihe begeistern kann.

 

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